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Klein und süß

Chinchilla als Haustier? Das musst du über die süßen Wollmäuse wissen

  • Aktualisiert: 21.02.2024
  • 05:26 Uhr
  • Claudia Frickel
Chinchillas benötigen viel Platz und möchten nicht so gern gekuschelt werden.
Chinchillas benötigen viel Platz und möchten nicht so gern gekuschelt werden.© Getty Images / Kesterhu

Chinchillas sehen aus wie Kuscheltiere: Sie haben große Ohren, dunkle Knopfaugen und ein flauschiges Fell. Zum Kuscheln sind die süßen Nager allerdings gar nichts. Wie du sie artgerecht hältst und welche erstaunlichen Fähigkeiten sie haben.

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Das musst du über Chinchillas wissen

  • Chinchillas sind Nagetiere aus Südamerika, auch bekannt als Wollmäuse. In der Familie der Chinchillas gibt es drei Gattungen: Hasenmäuse, Viscachas und die sogenannten Eigentlichen Chinchillas - genau diese werden hierzulande gerne als Haustiere gehalten.

  • Eigentliche Chinchillas unterteilen sich in zwei Arten: Lang- und Kurzschwanz-Chinchillas. Es gibt aber auch Kreuzungen aus beiden - die findest du häufig als Haustiere. Die putzigen Nager sind eng mit Meerschweinchen und Wasserschweinen verwandt.

  • Chinchillas haben dicke, flauschige Haare - und das dichteste Fell aller Land-Säugetiere. Die Haare von See-Ottern sind zwar noch dichter, aber die leben im Wasser.

  • Wegen des Fells wurden die kleinen Tiere früher gejagt. Aber auch heute noch sterben gezüchtete Chinchillas für Pelze. In freier Wildbahn leben inzwischen nicht mehr viele der Nager, ihr Bestand ist gefährdet.

  • Willst du ein Chinchilla als Haustier im Käfig halten, musst du auf einiges achten. Denn die nachtaktiven Nager sind anspruchsvoll und sollten auf keinen Fall allein bleiben.

Die wichtigsten Fakten über Chinchillas

Alle Infos zum Chinchilla im Steckbrief
Alle Infos zum Chinchilla im Steckbrief© Galileo
Der natürliche Lebensraum von Chinchillas.
Der natürliche Lebensraum von Chinchillas.© Galileo
Alle Infos zum Chinchilla im Steckbrief
Der natürliche Lebensraum von Chinchillas.
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Der Chinchilla-Steckbrief

Wissenschaftlicher Name: Chinchillidae

Klasse: Säugetiere

Ordnung: Nagetiere (Rodentia)

Familie: Chinchillas

Lebensraum: ursprünglich Peru, Bolivien, Chile und Argentinien

Größe: 22 bis 38 Zentimeter (Kopf bis Rumpf), plus 7,5 bis 15 Zentimeter Schwanzlänge

Gewicht: Weibchen bis 1.000 Gramm, Männchen bis 800 Gramm

Farbe: in freier Natur hell- oder dunkelgraues Fell mit weißem Bauch

Nahrung: alle Pflanzen, etwa Blätter, Samen, Gräser, Kräuter, Wurzeln, Sträucher

Feinde: Greifvögel, Eulen, Stinkmarder, Füchse, Menschen

Verhalten: nachtaktiv und gesellig, leben in großen Gruppen

Lebenserwartung: in freier Natur 10 Jahre, als Haustier bis 20 Jahre

Aktueller Bestand: keine Angaben; in freier Natur gefährdet

Süße Bilder: Langschwanz- und Kurzschwanz-Chinchillas

Ein Chinchilla-Baby kommt mit offenen Augen und Fell auf die Welt.
Ein Chinchilla-Baby kommt mit offenen Augen und Fell auf die Welt.© IMAGO / blickwinkel
Langschwanz-Chinchilla haben, wie der Name schon sagt, einen etwas längeren Schwanz als ihre Artgenossen.
Langschwanz-Chinchilla haben, wie der Name schon sagt, einen etwas längeren Schwanz als ihre Artgenossen.© IMAGO / blickwinkel
Ein Kurzschwanz-Chinchilla hat kleinere Ohren und einen kürzeren Schwanz.
Ein Kurzschwanz-Chinchilla hat kleinere Ohren und einen kürzeren Schwanz.© picture alliance / WILDLIFE | WILDLIFE / O.Diez
Chinchillas benötigen viel Platz und möchten nicht so gern gekuschelt werden.
Chinchillas benötigen viel Platz und möchten nicht so gern gekuschelt werden.© Getty Images / Kesterhu
Chinchillas stellen sich auf die Hinterbeine und nehmen Futter in die Pfoten - oder ein Objekt, das sie untersuchen möchten.
Chinchillas stellen sich auf die Hinterbeine und nehmen Futter in die Pfoten - oder ein Objekt, das sie untersuchen möchten.© Getty Images / Tomynets
Chinchillas leben am liebsten in größeren Gruppen zusammen, denn sie sind sehr gesellig.
Chinchillas leben am liebsten in größeren Gruppen zusammen, denn sie sind sehr gesellig.© Getty Images / slowmotiongli
Ein Chinchilla-Baby kommt mit offenen Augen und Fell auf die Welt.
Langschwanz-Chinchilla haben, wie der Name schon sagt, einen etwas längeren Schwanz als ihre Artgenossen.
Ein Kurzschwanz-Chinchilla hat kleinere Ohren und einen kürzeren Schwanz.
Chinchillas benötigen viel Platz und möchten nicht so gern gekuschelt werden.
Chinchillas stellen sich auf die Hinterbeine und nehmen Futter in die Pfoten - oder ein Objekt, das sie untersuchen möchten.
Chinchillas leben am liebsten in größeren Gruppen zusammen, denn sie sind sehr gesellig.
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Fell, Farben und Co.: So sehen Chinchillas aus

  • Chinchillas erinnern mit ihren großen Ohren, den langen Barthaaren und dem buschigen Schwanz an andere Tiere, zum Beispiel Hasen, Nutrias oder Eichhörnchen. Die Knopfaugen der Nager sind dunkel.
  • Das seidige Fell setzt sich aus mehr als 20.000 Haaren pro Quadratzentimeter zusammen. Zum Vergleich: Bei uns Menschen sind es auf der gleichen Fläche auf dem Kopf 120 Haare. Außerdem sind Chinchilla-Haare 30-mal dünner als die von Menschen.
  • Durch Züchtungen gibt es Chinchillas inzwischen in vielen Farben, nicht mehr nur grau. Sie sind auch weiß, beige, schwarz, blond oder sogar gescheckt. Am Bauch und an der Innenseite der Pfoten sind die Haarspitzen weiß.
  • Weibchen und Männchen sehen bei den Wollmäusen fast gleich aus - die Weibchen können aber etwas größer und schwerer werden.
  • Lang- und Kurzschwanz-Chinchillas unterscheiden sich vor allem bei Schwanz und Ohren: Bei Langschwanz-Tieren sind beide länger und größer.

Sind Chinchillas gute Haustiere? Das musst du zu artgerechten Haltung wissen

  • Wenn du Chinchillas als Haustier halten willst, musst du einiges beachten, denn sie sind anspruchsvoll und sensibel. Weil sie bis zu 20 Jahre alt werden können und damit viel älter als andere Nager, gehst du eine lange Verpflichtung ein.
  • Die Tiere sehen zwar mit ihrem weichen Fell flauschig aus, aber sie wollen nicht geknuddelt werden. Zudem sind sie schreckhaft und lärmempfindlich - und haben scharfe Krallen. Als Kuscheltiere für Kinder eignen sie sich deshalb nicht.
  • Tagsüber brauchen Wollmäuse unbedingt ihre Ruhe, du darfst sie nicht wecken. Wenn sie gestresst sind, werden sie schnell krank. Abends und nachts sind sie ausgesprochen munter.
  • Weil sie so gesellig sind, solltest du Chinchillas nie allein halten, das wäre eine Qual für sie. Sie brauchen mindestens einen Artgenossen, besser zwei oder drei.
  • Du kannst jeweils entweder Männchen oder Weibchen zusammen halten. Eine gemischte Gruppe geht nur, wenn die Männchen kastriert sind - sonst bekommst du viele Chinchilla-Babys.
  • Die Tiere benötigen obendrein viel Platz zum Spielen, Erkunden oder Toben. Du musst auch damit leben können, dass sie alles Mögliche anknabbern - etwa Möbel. Ihren Kot lassen sie überall fallen, wo sie gerade sind, stubenrein werden sie nicht.
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Chinchilla-Verhalten: Alles über Kommunikation und Lebensweise

💭 Chinchillas kommunizieren über Laute. Babys quietschen, um der Mutter zu sagen, dass es ihnen gutgeht. Jungtiere unterhalten sich mit Fiepen oder Grunzen. Gefällt ihnen etwas nicht, bellen die Tiere oder warnen mit einem schrillen Schrei.

😃 Auch die Haltung des Körpers sagt etwas darüber aus, wie es den Wollmäusen geht. Sind sie fröhlich, springen sie durch die Gegend. Haben sie Angst, kauern sie in einer Ecke.

🌜 Die Tiere sind sehr neugierig und in der Dämmerung und nachts aktiv: Sie klettern gern, laufen herum und springen dank ihrer kräftigen Hinterbeine bis 1,80 Meter weit.

🔎 Oft stellen sich Chinchillas auf die Hinterbeine, um sich umzusehen. Dabei untersuchen sie alles, was sie finden. Sie nehmen Dinge in die Vorderpfoten und knabbern daran.

♀️ Bei Chinchillas sind die Weibchen dominant. Viele glauben, dass die Nager monogam leben, aber dafür gibt es keine Beweise.

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Mit diesen Lauten verständigen sich Chinchillas

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Käfig oder Gehege: Wie sich Chinchillas wohlfühlen

🪜 Chinchillas benötigen einen großen Käfig, ein Gehege oder eine Voliere mit mehreren Etagen, am besten drei oder mehr. Dann können sie nach oben klettern und ihre Umgebung beobachten. Je größer der Käfig, desto besser. Sie brauchen trotzdem regelmäßig Auslauf im Zimmer.

📏 Für zwei Tiere muss das Gehege mindestens 1,5 Meter hoch sein und eine Grundfläche von ein bis zwei Quadratmetern besitzen. Insgesamt sollte es ein Gesamtvolumen von drei Kubikmetern haben, so die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V.. Für jedes weitere Tier rechnest du mindestens 0,5 Kubikmeter dazu.

🍽 Da Chinchillas an allem nagen, sollten Gitter, Bodenschale und Fressnäpfe aus Metall und nicht aus Kunststoff bestehen. Damit sie knabbern können, kannst du ihnen ungespritzte Äste geben.

🏠 In ihrem Käfig benötigen die Nager jede Menge Abwechslung, Verstecke und Spielmöglichkeiten. Zur Ausstattung gehören Schlafhaus, Sitzbretter, Äste zum Klettern sowie Tonröhren und Stücke von Korkeichen. Mit einem Chinchilla-Laufteller können sie sich im Gehege mehr bewegen.

🏝 Sehr wichtig für die Fellpflege der Wollmäuse, ihre Entspannung und die Interaktion mit Artgenossen ist ein Sandbad: Du gibst dafür Chinchillasand in eine Schale. In Wasser baden darfst du sie nie, dann können sich die Tiere erkälten und sterben.

🤫 Das Gehege sollte an einem ruhigen Platz stehen, an dem die Tiere tagsüber ungestört bleiben. Achte darauf, dass sie nicht direkt Sonneneinstrahlung und Zugluft ausgesetzt sind. Außerdem sollte die Zimmertemperatur zwischen 15 und 21 Grad Celsius liegen.

Futter und Nahrung: Das fressen die Wollmäuse

🍃 Chinchillas sind Veganer. In freier Natur essen sie alles, was sie an pflanzlicher Nahrung auftreiben können - so wie Blätter, Wurzeln, Samen, Kräuter oder Gräser.

🌸 Als Haustiere essen Chinchillas vor allem Heu. Diese Hauptnahrung sollte ihnen rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Auf den Speiseplan gehören außerdem Kräuter, Gräser und Blüten in getrockneter Form.

🌿 In frischer Form sind Kräuter oder Gräser eine gesunde Abwechslung, aber nur ab und zu. Du musst die Tiere vorsichtig daran gewöhnen, denn sie haben eine empfindliche Verdauung.

🍏 Selten darfst du ihnen auch Obst und Gemüse geben, so wie eine Rosine, Hagebutte oder ein kleines Stück Apfel.

💦 Im natürlichen Lebensraum von Chinchillas ist es sehr trocken. Die Tiere trinken meist nur Tau. Im Käfig benötigen sie jederzeit Zugang zu Wasser, damit sie nicht krank werden.

Chinchilla-Fortpflanzung: So wachsen die Babys auf

  • Einmal pro Monat sind Chinchilla-Weibchen paarungsbereit. In freier Natur ist das meist zwischen November und März der Fall. Bei Haustieren gibt es oft keine Beschränkung.
  • 111 Tage nach der Paarung kommen ein bis sechs Junge zur Welt. Sie sind winzig - und nur so groß wie eine Streichholzschachtel. Jedes Kleine bringt 30 bis 55 Gramm auf die Waage, also so viel wie drei bis fünf Erdbeeren. Allerdings wachsen sie schnell: Nach einer Woche wiegen sie schon doppelt so viel.
  • Die Babys haben seit der Geburt Fell und Zähne, auch die Augen sind offen. Die Mutter säugt sie sechs Wochen lang. Nach neun Wochen kommen sie allein klar.
  • Weibchen sind zwischen dem sechsten und achten Monat geschlechtsreif, Männchen schon im vierten oder fünften Monat.

Chinchilla-Lebensraum: So hausen die Tiere in freier Natur

🌄 Wilde Chinchillas leben in Südamerika in den Bergen der Anden in einer Höhe von bis zu 5.000 Metern. Tagsüber sind die Temperaturen hoch, nachts niedrig. Das dichte Fell schützt die Wollmäuse vor Hitze und Kälte.

🪨 Tagsüber ruhen sie sich in Höhlen und Felsspalten aus. Meist tummeln sich Chinchillas in der Wildnis in großen Gruppen mit 20 bis 100 Tieren.

🦉 Gegen ihre natürlichen Feinde wie Eulen, Greifvögel oder Füchse können sich Chinchillas mit einigen Tricks wehren.

🚽 Bei Gefahr sprühen sie Urin, um Angreifer zu verschrecken - oder sie werfen einen Teil ihres Fells ab. Die Feinde haben dann nur ein Büschel Haare im Maul und das Chinchilla kann fliehen.

Gefährdete Chinchillas: Wilderer haben sie im Visier

  • Chinchillas wurden schon von den Inka wegen ihres Fells gejagt - und wegen des Fleischs. Dabei handelte es sich aber nur um wenige Tiere. Die weißen Siedler:innen setzten die Jagd bis zum Ende des 19. Jahrhunderts in großem Stil fort. 1910 wurden die Tiere unter Schutz gestellt.
  • In freier Natur gelten Chinchillas laut IUCN als gefährdet (endangered), die Population ist "abnehmend".
  • In einigen Regionen, in denen sie einst beheimatet waren, sind die Tiere bereits ausgestorben, etwa in Bolivien und Teilen von Chile. Von den Langschwanz-Chinchillas leben laut IUCN nur noch knapp 5.000 Tiere in freier Wildbahn.
  • Schuld daran sind heute vor allem Wilderer, die das Fell der Tiere erbeuten wollen. Aber auch die Zerstörung ihres Lebensraums macht den Nagern zu schaffen.

Häufige Fragen zu Chinchillas

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