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CO2 sparen: Was Einzelne bewirken können - und was nicht

  • Veröffentlicht: 12.11.2021
  • 17:45 Uhr
  • Alena Brandt

"Fahr mehr Fahrrad!" - "Verzichte auf Fleisch!" - "So retten wir unser Klima!", heißt es oft - aber stimmt das wirklich? Oder verursachen nicht wenige Unternehmen und Branchen so viele Treibhausgase wie mehrere Millionen Verbraucher? Ein Überblick der größten CO2-Produzenten.

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Die größten CO2-Verursacher in Deutschland

💡 CO2-Äquivalente (CO2e) sind eine Maßeinheit. Sie dienen zur Vereinheitlichung der Klimawirkung der unterschiedlichen Treibhausgase auf die Umwelt.

💡 Der Energiesektor ist für 221 Millionen Tonnen CO2e im Jahr verantwortlich.

🏭 Laut der BMU stößt die **Industrie jährlich 178 Millionen Tonnen CO2 aus.

🚗 Der Verkehr belastet das Klima jährlich mit 146 Millionen Tonnen CO2e. Wusstest du, dass Kühe immer wieder als Sündenbock des Klimawandels deklariert werden, weil sie mit dem Ausstoß von Methan die Emissionen nach oben treiben.

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Die CO2-Emissionen pro Kopf in Deutschland

Im Bereich Wohnen produzieren private Haushalte rund 219 Millionen Tonnen CO2e jährlich. Diese fallen vor allem durch Heizen, Strom und warmes Wasser an.

Wenn Deutschland bis 2050 klimaneutral werden soll, dann müsste jede:r Einzelne auf weniger als 1 Tonne CO2 im Jahr kommen - laut Umweltbundesamt. Davon sind wir weit entfernt: Bisher liegen die Pro-Kopf-Emissionen bei rund 10 Tonnen CO2 jährlich.

Wer nachhaltig lebt, spart nicht nur CO2 - sondern auch Ressourcen, die uns nicht endlos zur Verfügung stehen - wie Trinkwasser und Fläche.

Macht das Verhalten von Einzelpersonen einen Unterschied? Ja, vor allem auf lange Sicht und in der Masse. Zudem können Verhaltensänderungen neue Impulse für Umwelt- und Klimaschutz anstoßen.

Wer klimafreundlich heizt, spart CO2-Emissionen.
Wer klimafreundlich heizt, spart CO2-Emissionen.© Getty Images

Darum kommt es für schnelle Effekte beim Klimaschutz auf Unternehmen und Politiker:innen an

  • Die gesamten Treibhausgas-Emissionen in Deutschland lagen 2020 bei 739 Millionen Tonnen. Den Löwenanteil daran hat der Energiesektor.

  • Von 2019 auf 2020 sparte die Energiewirtschaft rund 38 Millionen Tonnen CO2e. Allein 23 Millionen Tonnen weniger CO2e fielen an, weil weniger Braunkohle genutzt wurde.

  • Im Vergleich dazu ist das CO2-Sparpotenzial der privaten Haushalte gering.

  • Für eine schnelle Klimawirkung, sind Entscheidungen von Politiker:innen und Unternehmen wichtig. Sie haben die größeren Hebel, um CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren - wie sich an den hohen Einsparungen im Braunkohle-Sektor zeigt.

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Länder-Ranking weltweit: die größten CO2-Verursacher

🇨🇳 Das Global Carbon Project besagt, dass China für rund 31 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich ist. Die Pro-Kopf-Emissionen liegen bei 7,4 Tonnen.

🇺🇸 Der Anteil der USA liegt bei rund 14 Prozent. Die Pro-Kopf-Emissionen liegen bei 14,2 Tonnen.

🇮🇳 Indien kommt auf rund 7 Prozent. Die Pro-Kopf-Emissionen liegen bei 1,8 Tonnen.

Deutschland spielt in der EU eine zentrale Rolle für Klimaschutz

🇪🇺 Eine Analayse des Umweltbundesamt ergab, dass Deutschland, Frankreich, Italien und Polen zusammen rund 57 Prozent der Treibhausgas-Emissionen in der gesamten EU verursachen. Deutschland hat dabei einen Anteil von 22 Prozent.

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Was verursacht global die meisten fossilen CO2-Emissionen?

Das Global Carbon Project besagt, dass folgende fossilen CO2-Emissionen am höchsten sind:

  1. Kohle (40 Prozent)
  2. Öl (32 Prozent)
  3. Gas (21 Prozent)
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Fracking: Was ist das eigentlich?

Brennende Wasserhähne, Erdbeben, verseuchtes Grundwasser: Fracking steht seit langem in der Kritik und ist in Deutschland verboten. Warum das Verfahren umstritten ist und als äußerst riskant gilt, zeigen wir dir im Clip.

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Klima-Shaming: Wenn das schlechte Gewissen stets an deiner Seite ist

✈️ Was, du fliegst noch in den Urlaub? Warum wirst du nicht vegetarisch? Ihr habt tatsächlich 2 Autos? Warum nutzt du nicht das Fahrrad?

☝️ Wer vermeidbare Treibhausgase im Alltag produziert, muss sich in der Familie, unter Kollegen und Kolleginnen und im Freundeskreis häufig rechtfertigen.

😔 Klima-Shaming ist verbreitet. Der Begriff beschreibt die Scham, das schlechte Gewissen und die Angst, sich nicht klimabewusst zu verhalten.

Traumapsychologe Prof. Christoph Nikendei erklärt, warum Solidarität wichtiger ist als Anklage

💬 Beim Thema Klimawandel gibt es eine Kluft zwischen Wissen um die Dringlichkeit und Handlungsbereitschaft. Warum das so ist, lässt sich psychologisch erklären.

💬 Wir alle tragen zur Erderwärmung bei. Ein Leben ohne Treibhausgase zu produzieren ist schließlich unmöglich. Diese Gefühle der Täterschaft sind unerträglich. Die Folge: Wir verbannen sie und spalten sie ab.

💬 So entsteht oberflächlich eine Kultur der Sorglosigkeit, eine Art Lähmung. Wir schämen uns zwar für unser Verhalten, aber verändern es nicht.

💬 Wir unterstellen stattdessen Anderen ein umwelt-destruktives Verhalten, um uns selbst zu entlasten. Ältere klagen etwa die junge Generation an, ‚scheinheilig‘ zu sein, da sie immer neue Konsumprodukte haben und reisen wolle und zeitgleich als Friday-For-Future-Generation auf die Straße ginge.

💬 Statt Anklage bräuchten wir eine Klimakommunikation, die schwierige Gefühle wie Verzweiflung, Scham, Schuld und Trauer anspricht.

💬 Erst die Möglichkeit, diese Affekte offen ausdrücken zu können, löst Individuen aus emotionalen Schutzmechanismen und ermöglicht es, zu handeln und uns aus der Starre zu lösen.

Die warten nicht, die machen!

Heidelberg soll bis 2030 klimaneutral werden. Das ist das Ziel des Klimaentscheid Heidelberg. Die Klimaschutzmaßnahmen der Stadt gehen manchen Bürger:innen nicht weit genug. Sie wollen nun die direkte Demokratie nutzen und einen Einwohnerantrag stellen. Eine der Forderungen ist ein transparentes CO2-Monitoring. 2.500 Unterschriften sind nötig, damit der Antrag beim Stadtrat landet.

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