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Der Adlerhai: Dieser Fisch "flog" durch die Kreidezeit

  • Veröffentlicht: 20.07.2021
  • 13:05 Uhr
  • Sven Hasselberg
Article Image Media
© Oscar Sanisidro/dpa

Der Adlerhai schwebte wie ein Vogel unter Wasser. Forschende entdeckten das Fossil des 93 Millionen Jahre alten Tiers. Damals schwamm er im Gebiet um das heutige Mexiko durch den Ozean. Was es mit diesem besonderen Urzeit-Lebewesen noch auf sich hat, erfährst du hier.

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Das Wichtigste zum Thema Adlerhaie

  • Der Adlerhai war 1,70 Meter lang und seine Brustflossen hatten eine Spannweite von 1,90 Meter. Sein Schweben unter dem Wasser glich dem der noch heute lebenden Rochen.

  • Der wissenschaftliche Name des Sensationsfundes lautet Aquilolamna milarcae.

  • Ein internationales Team fand nun erstmals fossile Überreste des Urhais in Mexiko. Er soll vor 93 Millionen Jahren gelebt haben. Sein Gebiss zeigt, dass er sich wohl von Plankton ernährte. Er war also kein Raubfisch.

  • Willst du mehr über den neuen Fund erfahren? Dann lies weiter. Außerdem haben wir dir noch eine Liste spektakulärer Saurierausgrabrungen in Deutschland zusammengestellt.

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Suren im Gestein

Wie in Stein gemeißelt: Das Fossil des Adlerhais wurde aus dem Kalk in Nordmexiko ausgegraben.
Wie in Stein gemeißelt: Das Fossil des Adlerhais wurde aus dem Kalk in Nordmexiko ausgegraben.© ullo et al. Science (2021)/dpa

Der Adlerhai - ein Experiment der Natur

In einem Plattenkalkbruch, im Nordosten von Mexiko kam der Adlerhai zum Vorschein. Zum einen bewegte er sich mit "Unterwasserflug" fort, wie wir es heute von Mantarochen kennen. Rochen betraten die Meeresbühne aber erst 30 Millionen Jahre später. Im Gegensatz zu Mantas konnte der Adlerhai sich zusätzlich mit Schlägen der Schwanzflosse antreiben. Das ist einzigartig.

Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass die Natur die Fortbewegungsart des Fliegens im Wasser 2-mal auf unterschiedliche Weise ausprobiert hat – bei Haien und bei Rochen. Sowohl Haie als auch Rochen gehören zur Wirbeltierklasse der Knorpelfische. Es besteht also eine Verwandtschaft.

Dieses Gleiten dient unter anderem der Nahrungsaufnahme. Denn das 93 Millionen Jahre alte Fossil zeigt, dass das Maul breit und die Zähne eher klein waren. Das weist auf einen Planktonfresser hin, der seine Nahrung aus dem Meer filtert. Auch dies entspricht der Ernährungsweise des Mantas - und der des Walhais. Bei den verschiedenen Haiarten wie etwa dem Weißen Hai weicht der Körperbau nie so sehr von den Verwandten ab, wie der des Adlerhais mit flügelartigen Brustflossen. Unten zeigen wir dir Fotos von verschiedenen Rochen. Willst du mehr über den Manta erfahren, und wie er noch heute durch den Ozean fliegt? Auch das findest du weiter unten auf der Seite.

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Wie gut kennst du dich mit Haien aus?

Rochen - Im Gleitflug durch den Ozean

Der Adlerhai: Dieser Fisch "flog" durch die Kreidezeit

Riesenmanta: Dieser schwimmt im Ozean vor Mexiko. Mit dabei: Kleinere Schiffshalter, die sich mitnehmen lassen und den Manta auch von Parasiten befreien. Im Text unten erfährst du mehr über diese Art.
Riesenmanta: Dieser schwimmt im Ozean vor Mexiko. Mit dabei: Kleinere Schiffshalter, die sich mitnehmen lassen und den Manta auch von Parasiten befreien. Im Text unten erfährst du mehr über diese Art.© picture alliance / imageBROKER | SeaTops
Stachelrochen: Sie tragen eine besondere Waffe. Am Schwanz sitzen ein oder mehrere Stacheln, die auch Gift enthalten. Kommt ihnen jemand zu nahe, setzen die Fische den Schwanz zur Verteidigung ein. Trifft er richtig, kann der Stich auch für Menschen tödlich sein. Andere Arten aus der Familie der Stechrochen besitzen ebenfalls Stachelschwänze. Bei denen ist der Stich jedoch meist nur schmerzhaft.
Stachelrochen: Sie tragen eine besondere Waffe. Am Schwanz sitzen ein oder mehrere Stacheln, die auch Gift enthalten. Kommt ihnen jemand zu nahe, setzen die Fische den Schwanz zur Verteidigung ein. Trifft er richtig, kann der Stich auch für Menschen tödlich sein. Andere Arten aus der Familie der Stechrochen besitzen ebenfalls Stachelschwänze. Bei denen ist der Stich jedoch meist nur schmerzhaft.© picture alliance / Sergi Reboredo | Sergi Reboredo
Blaupunktrochen: Diese prächtige Art gehört zur Familie der Fleckenstechrochen. Das Aussehen dient der Tarnung. Sie leben vorzugsweise in Korallenriffen im Roten Meer und im indopazifischen Ozean. Die Tiere werden rund 70 Zentimeter groß. Auch an der Unterseite haben sie Flecken. Die sind allerdings weiß.
Blaupunktrochen: Diese prächtige Art gehört zur Familie der Fleckenstechrochen. Das Aussehen dient der Tarnung. Sie leben vorzugsweise in Korallenriffen im Roten Meer und im indopazifischen Ozean. Die Tiere werden rund 70 Zentimeter groß. Auch an der Unterseite haben sie Flecken. Die sind allerdings weiß.© picture alliance / Bildagentur-online/McPhoto-Webel
Sägerochen: Seine Säge ist eigentlich der verlängerte Oberkiefer. Er benutzt sie zum Erlegen seiner Beute, wenn er in Fischschwärme hineinschwimmt. Auch er kann sich im Gegensatz zu anderen Rochen wie der Adlerhai mit Schwanzschlägen fortbewegen. Der Körper erinnert ebenfalls eher an einen Hai.
Sägerochen: Seine Säge ist eigentlich der verlängerte Oberkiefer. Er benutzt sie zum Erlegen seiner Beute, wenn er in Fischschwärme hineinschwimmt. Auch er kann sich im Gegensatz zu anderen Rochen wie der Adlerhai mit Schwanzschlägen fortbewegen. Der Körper erinnert ebenfalls eher an einen Hai.© picture alliance / blickwinkel/F. Hecker | F. Hecker
Dornrücken-Gitarrenrochen: Forschende sind sich noch uneinig, ordnen sie aber der Familie der Zitterrochen zu. Diese können Elektroschläge austeilen. Dornrücken-Gitarrenrochen sind träge, liegen gerne am Boden und werden bis zu 1 Meter groß.
Dornrücken-Gitarrenrochen: Forschende sind sich noch uneinig, ordnen sie aber der Familie der Zitterrochen zu. Diese können Elektroschläge austeilen. Dornrücken-Gitarrenrochen sind träge, liegen gerne am Boden und werden bis zu 1 Meter groß.© picture alliance / imageBROKER | Mark Newman/FLPA
Riesenmanta: Dieser schwimmt im Ozean vor Mexiko. Mit dabei: Kleinere Schiffshalter, die sich mitnehmen lassen und den Manta auch von Parasiten befreien. Im Text unten erfährst du mehr über diese Art.
Stachelrochen: Sie tragen eine besondere Waffe. Am Schwanz sitzen ein oder mehrere Stacheln, die auch Gift enthalten. Kommt ihnen jemand zu nahe, setzen die Fische den Schwanz zur Verteidigung ein. Trifft er richtig, kann der Stich auch für Menschen tödlich sein. Andere Arten aus der Familie der Stechrochen besitzen ebenfalls Stachelschwänze. Bei denen ist der Stich jedoch meist nur schmerzhaft.
Blaupunktrochen: Diese prächtige Art gehört zur Familie der Fleckenstechrochen. Das Aussehen dient der Tarnung. Sie leben vorzugsweise in Korallenriffen im Roten Meer und im indopazifischen Ozean. Die Tiere werden rund 70 Zentimeter groß. Auch an der Unterseite haben sie Flecken. Die sind allerdings weiß.
Sägerochen: Seine Säge ist eigentlich der verlängerte Oberkiefer. Er benutzt sie zum Erlegen seiner Beute, wenn er in Fischschwärme hineinschwimmt. Auch er kann sich im Gegensatz zu anderen Rochen wie der Adlerhai mit Schwanzschlägen fortbewegen. Der Körper erinnert ebenfalls eher an einen Hai.
Dornrücken-Gitarrenrochen: Forschende sind sich noch uneinig, ordnen sie aber der Familie der Zitterrochen zu. Diese können Elektroschläge austeilen. Dornrücken-Gitarrenrochen sind träge, liegen gerne am Boden und werden bis zu 1 Meter groß.
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Der Manta - auf den Spuren der fliegenden "Decke"

Es gibt über 600 Rochenarten. Wie vielfältig sie sind, konntest du oben sehen. Mantas sind die Riesen unter den Rochen. Sie können bis zu 9 Meter lang werden. Ihre Spannweite beträgt gut 7 Meter, und sie können bis zu 3 Tonnen wiegen. Das entspricht dem Gewicht von 2 Kleinwagen. Dennoch können sie auch mit Schwung aus dem Wasser springen.

Der Manta ist der Fisch mit dem größten Gehirn. Das macht ihn besonders klug und sozial, stattet ihn mit einem fabelhaften Gedächtnis und Orientierungssinn aus. Ihr Unterwasser-Gleitflug ist meist zwischen 9 und 12 Kilometer pro Stunde schnell, und führt sie durch die tropischen Ozeane weltweit. Sie leben einzeln, als Paar oder auch in Gruppen in Küstennähe. Mit Artgenossen verständigen sie sich auch über Geräusche, die sie mit den Flossen erzeugen.

Mantas ernähren sich von Plankton, Krebsen und kleineren Fischen. Sie werden bis zu 20 Jahre alt. Die Art gilt als gefährdet. Wie viele Exemplare es noch gibt, ist unbekannt. Manta bedeutet übrigens auf Spanisch "Decke".

Saurier-Stars aus Deutschland

🦕 Plateosaurus engelhardti: Der erste Saurier wurde in Deutschland 1834 von Johann Friedrich Engelhardt in der Nähe von Nürnberg entdeckt. Die "Breitweg-Echse" war ein zweibeiniger Pflanzenfresser. Weltweit war das gut 210 Millionen Jahre alte Tier der fünfte Saurier, der wissenschaftlich beschrieben wurde.

🦅 Archaeopteryx: Die Entdeckung des Flugsauriers stellte 1861 das "Missing Link", also evolutionäre Verbindungsstück, zwischen Echsen und Vögeln dar. In Solnhofen, Franken gefunden, ist dieser 147 Millionen Jahre alte Urvogel eine der wichtigsten deutschen Ausgrabungen.

🌊 Plesiosaurier "Toni": 185 Millionen Jahre alt sind die Überreste des Schwimmsauriers, der 2007 im Kreis Höxter in Nordrhein-Westfalen zu Tage kam. Er ist der erste, der vollständig in Norddeutschland ausgegraben wurde. Entdeckt hatten ihn Hobby-Archäologen aus der Region.

🥩 Theropode von Kelheim: Erst 2013 wurde der kleine Raubsaurier in Bayern entdeckt. Das Jungtier ist 72 Zentimeter lang, sein Fossil gut 135 Millionen Jahre alt. Da hier noch Haare und Fleisch konserviert waren, gilt er als einer der am besten erhaltenen Saurierfunde Europas.

📏 Wiehenvenator albati: 1999 entdeckt, gilt er als der größte Raubsaurier, der je in Deutschland gefunden wurde. Über 9 Meter lang wog er wohl 1,7 Tonnen. Die Forschenden entdeckten die versteinerten Knochen und gut 30 Zentimeter großen Zähne bei Minden. Alter: 163 Millionen Jahre.

🐾 Sichelklauen-Raptoren: Die ersten Raubsaurier dieser Art in Europa wurden 2008 bei Minden entdeckt – besser gesagt, ihre Fußabdrücke. Die 1,8 Meter langen Tiere lebten vor 140 Millionen Jahren. Die zweibeinigen Jäger sind den meisten als Rudel aus "Jurassic Park" in Erinnerung.

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