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Natur-Gewalten

Super-Vulkane: die gefährlichsten Vulkane der Welt

  • Aktualisiert: 15.01.2024
  • 17:17 Uhr
  • Heike Predikant

Millionen Menschen leben in der Umgebung von Super-Vulkanen. Ihre Hoffnung: Dass sie nie ausbrechen. Wo sich die gefährlichsten Feuerberge der Welt befinden und sie überwacht werden, erfährst du hier.

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Das Wichtigste zum Thema Supervulkane

  • Super-Vulkane sind die größten bekannten Vulkane. Ihr Markenzeichen sind riesige Magma-Kammern, die mehrere Kilometer tief und bis zu 100 Kilometer breit sein können.

  • Bei einem Ausbruch bauen sie keinen Vulkan-Kegel auf, sondern hinterlassen einen massiven Einbruchs-Kessel (Caldera) im Boden. In der Regel füllt sich eine Caldera anschließend mit Wasser.

  • In einem solchen Fall werden Hunderte oder Tausende Kubik-Kilometer Lava mit Überschall-Geschwindigkeit und in mehr als 50 Kilometer hoch in die Atmosphäre geschleudert.

  • Die Glut-Ströme reichen bis zu 200 Kilometer weit und bilden bis zu 200 Meter dicke Schichten. Im Umkreis von etwa 100 Kilometern wird jegliches Leben vernichtet.

  • Wie oft Super-Vulkane ausbrechen? Im Schnitt alle 17.000 Jahre. Das ergaben neuere Datenbank-Analysen eines britischen Forschungs-Teams.

Yellowstone: Schlafender Super-Vulkan

Der Grand Prismatic Spring im Midway Geyser Becken des Yellowstone Nationalparks in Wyoming, USA.
Der Grand Prismatic Spring im Midway Geyser Becken des Yellowstone Nationalparks in Wyoming, USA.© Shutterstock

Das Gebiet des Yellowstone National Park im US-Bundesstaat Wyoming mit seinen eindrucksvollen Geysiren und heißen Quellen (im Bild Grand Prismatic Spring im Midway Geyser Becken) gilt als schlafender Super-Vulkan. Wissenschaftler:innen nehmen an, dass seine Magma-Kammer etwa doppelt so groß ist wie das Saarland.

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Mauna Loa auf Hawaii: So sieht es aus, wenn der größte Vulkan der Welt ausbricht

Der größte aktive Vulkan der Welt befindet sich auf Hawaii. Ende November 2022 ist der Vulkan Mauna Loa nach circa 40 Jahren Ruhe ausgebrochen.
Der größte aktive Vulkan der Welt befindet sich auf Hawaii. Ende November 2022 ist der Vulkan Mauna Loa nach circa 40 Jahren Ruhe ausgebrochen.© US Geological Survey / Hawaiian Volcano Observatory
Der Mauna Loa ist rund 4.200 Meter hoch und reicht etwa 5.000 Meter ins Meer hinunter. Sein Durchmesser misst 120 Kilometer. Die Lava-Ströme konnten beim letzten Ausbruch Oberflächen-Temperaturen über 1.000 Grad Celsius erreichen.
Der Mauna Loa ist rund 4.200 Meter hoch und reicht etwa 5.000 Meter ins Meer hinunter. Sein Durchmesser misst 120 Kilometer. Die Lava-Ströme konnten beim letzten Ausbruch Oberflächen-Temperaturen über 1.000 Grad Celsius erreichen.© US Geological Survey / Hawaiian Volcano Observatory / Volcano Hazards
Die Fontänen aus Lava hatte eine Höhe von 20 bis 25 Metern. Zusätzlich stieg eine Gas-Fahne aus den Spalten auf und verdeckte teilweise den Vulkan.
Die Fontänen aus Lava hatte eine Höhe von 20 bis 25 Metern. Zusätzlich stieg eine Gas-Fahne aus den Spalten auf und verdeckte teilweise den Vulkan.© US Geological Survey / Hawaiian Volcano Observatory / L. Gallant.
Der Ausbruch des Vulkanes wurde schon seit Jahren erwartet. Die Bevölkerung war allerdings nicht gefährdet.
Der Ausbruch des Vulkanes wurde schon seit Jahren erwartet. Die Bevölkerung war allerdings nicht gefährdet.© picture alliance / Erik Kabik Photography/ MediaPun | Erik Kabik Photography/ MediaPunch
Der größte aktive Vulkan der Welt befindet sich auf Hawaii. Ende November 2022 ist der Vulkan Mauna Loa nach circa 40 Jahren Ruhe ausgebrochen.
Der Mauna Loa ist rund 4.200 Meter hoch und reicht etwa 5.000 Meter ins Meer hinunter. Sein Durchmesser misst 120 Kilometer. Die Lava-Ströme konnten beim letzten Ausbruch Oberflächen-Temperaturen über 1.000 Grad Celsius erreichen.
Die Fontänen aus Lava hatte eine Höhe von 20 bis 25 Metern. Zusätzlich stieg eine Gas-Fahne aus den Spalten auf und verdeckte teilweise den Vulkan.
Der Ausbruch des Vulkanes wurde schon seit Jahren erwartet. Die Bevölkerung war allerdings nicht gefährdet.

Der größte Vulkan-Ausbruch der Geschichte - mit globalen Folgen

Inferno in Indonesien: Die Eruption (Stärke 7) des Tambora auf der Insel Sumbawa am 10. April 1815 gilt als größter Vulkan-Ausbruch, der jemals dokumentiert wurde. Mit einer Sprengkraft von 170.000 Hiroshima-Bomben flogen 140 Milliarden Tonnen Pyroklastika (feste Bestandteile) in die Luft, darunter fußballgroße Bimsstein-Brocken. Dabei schrumpfte der ursprünglich 4.300 Meter hohe Berg letztlich auf 2.850 Meter.

Lava-Ströme breiteten sich in alle Richtungen aus. Die Asche-Niederschläge erreichten einen Radius von 1.300 Kilometern und verdunkelten im Umkreis von bis zu 600 Kilometern den Himmel für zwei Tage. 

Rund 10.000 Bewohner:innen starben durch die direkten Auswirkungen des Vulkan-Ausbruchs. Die folgenden Flutwellen, Missernten und Hungersnöte in der Region forderten etwa 100.000 weitere Menschenleben.

Staub und andere Partikel gelangten bis in die Stratosphäre, verteilten sich und überzogen wie ein Schleier den gesamten Erdball. Dadurch litt auch Europa vielerorts unter Ernte-Ausfällen, Hunger- und Wirtschaftskrisen. Das Folgejahr 1816 war das "Jahr ohne Sommer" - mit ungewöhnlich niedrigen Temperaturen, vor allem im Nordosten Amerikas sowie im Westen und Süden Europas. 

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Wie wird ein Super-Vulkan-Ausbruch gemessen?

Die Stärke eines Vulkan-Ausbruchs wird anhand des Vulkan-Explosivitäts-Index (VEI) gemessen - in Werten von 0 bis 8. Ausschlaggebend sind vor allem die Menge an ausgestoßenem Material und die Höhe der Eruptions-Säule.

Super-Eruptionen erreichen auf der VEI-Skala den Höchstwert 8. Mitunter rechnet man auch Ausbrüche der Stärke 7 dazu.

Der verheerende Ausbruch des indonesischen Vulkans Krakatau 1883, nach dem es wegen der vielen Asche in Atmosphäre sogar zu Missernten in Europa kam, erreichte lediglich den Wert 6.

Die gefährlichsten Vulkane der Welt

Ruckzuck könnte der Vesuv aus der weniger als zehn Kilometer entfernten Millionen-Stadt Neapel ein zweites Pompeji machen.  Zum vorerst letzten Mal spuckte der Vesuv 1944 Feuer, seither schläft er. Forscher:innen jedoch warnen, er könne jederzeit aufwachen.
Ruckzuck könnte der Vesuv aus der weniger als zehn Kilometer entfernten Millionen-Stadt Neapel ein zweites Pompeji machen. Zum vorerst letzten Mal spuckte der Vesuv 1944 Feuer, seither schläft er. Forscher:innen jedoch warnen, er könne jederzeit aufwachen.© Getty Images
Der Ausbruch des indonesischen Vulkans Krakatau am 27. August 1883 gilt als lautestes Ereignis der jüngeren Geschichte: Den Knall in der Sudanstraße konnte man noch Tausende Kilometer weiter in Australien und auf Mauritius hören.
Der Ausbruch des indonesischen Vulkans Krakatau am 27. August 1883 gilt als lautestes Ereignis der jüngeren Geschichte: Den Knall in der Sudanstraße konnte man noch Tausende Kilometer weiter in Australien und auf Mauritius hören. © Getty Images
Der Taal befindet sich auf der philippinischen Insel Luzon, etwa 60 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila. Als am 12. Januar 2020 eine Asche-Wolke über dem Vulkan auftauchte, wurden mehr als 300.000 Menschen evakuiert. Und weil es auch in Manila noch Asche regnete, musste der internationale Flughafen den Betrieb einstellen.
Der Taal befindet sich auf der philippinischen Insel Luzon, etwa 60 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila. Als am 12. Januar 2020 eine Asche-Wolke über dem Vulkan auftauchte, wurden mehr als 300.000 Menschen evakuiert. Und weil es auch in Manila noch Asche regnete, musste der internationale Flughafen den Betrieb einstellen.© Getty Images
Auf der japanische Halbinsel Shimabara befindet sich der Unzen, ein Vulkan-Komplex mit mehreren Gipfeln und Kratern. Der bislang heftigste Ausbruch ereignete sich am 21. Mai 1792. Dabei kollabierte die Ostflanke des Mayuyama. Die Lawine rutschte mit bis zu 200 km/h ins Meer und löste einen Tsunami aus, der die Stadt Shimabara beinahe komplett zerstörte und über 15.000 Menschen das Leben kostete.
Auf der japanische Halbinsel Shimabara befindet sich der Unzen, ein Vulkan-Komplex mit mehreren Gipfeln und Kratern. Der bislang heftigste Ausbruch ereignete sich am 21. Mai 1792. Dabei kollabierte die Ostflanke des Mayuyama. Die Lawine rutschte mit bis zu 200 km/h ins Meer und löste einen Tsunami aus, der die Stadt Shimabara beinahe komplett zerstörte und über 15.000 Menschen das Leben kostete.© Getty Images
Ruckzuck könnte der Vesuv aus der weniger als zehn Kilometer entfernten Millionen-Stadt Neapel ein zweites Pompeji machen.  Zum vorerst letzten Mal spuckte der Vesuv 1944 Feuer, seither schläft er. Forscher:innen jedoch warnen, er könne jederzeit aufwachen.
Der Ausbruch des indonesischen Vulkans Krakatau am 27. August 1883 gilt als lautestes Ereignis der jüngeren Geschichte: Den Knall in der Sudanstraße konnte man noch Tausende Kilometer weiter in Australien und auf Mauritius hören.
Der Taal befindet sich auf der philippinischen Insel Luzon, etwa 60 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila. Als am 12. Januar 2020 eine Asche-Wolke über dem Vulkan auftauchte, wurden mehr als 300.000 Menschen evakuiert. Und weil es auch in Manila noch Asche regnete, musste der internationale Flughafen den Betrieb einstellen.
Auf der japanische Halbinsel Shimabara befindet sich der Unzen, ein Vulkan-Komplex mit mehreren Gipfeln und Kratern. Der bislang heftigste Ausbruch ereignete sich am 21. Mai 1792. Dabei kollabierte die Ostflanke des Mayuyama. Die Lawine rutschte mit bis zu 200 km/h ins Meer und löste einen Tsunami aus, der die Stadt Shimabara beinahe komplett zerstörte und über 15.000 Menschen das Leben kostete.
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So werden Vulkane überwacht

Brodelt sich da was zusammen? Um das einschätzen zu können, gibt es Vulkan-Observatorien. Sie beobachten und erforschen vulkanische Vorgänge. Zu den Hauptaufgaben gehört neben der Erfassung, Katalogisierung und Auswertung von Daten auch die Erstellung von Gefährdungs- und Risiko-Analysen. 

Wichtige Instrumente sind unter anderem Seismographen, Tiltmeter und GPS. Hinzukommen Temperatur- und Bohrloch-Messungen, gas-chemische Untersuchungen sowie geologische Feld-Beobachtung. Im digitalen Zeitalter ist Vulkan-Beobachtung auch aus der Ferne möglich.

Das älteste vulkanologische Institut der Welt ist das Osservatorio Vesuviano in Neapel - am Hang des Vesuvs. Seit 1841 wird dort der schlummernde Feuerberg rund um die Uhr mithilfe von 19 Mess-Stationen überwacht. 

Oft führen Katastrophen zur Gründung einer solchen Einrichtung. Das war beispielsweise nach dem Ausbruch des Pelé auf der Karibik-Insel Martinique im Jahr 1902 der Fall.  

Eine Link-Liste zu Vulkan-Oberservatorien weltweit finden sich auf vulkane.net. Und via LiveCams kann man sich angucken, was die einzelnen Vulkane so treiben - von Chile bis Vanuatu, dem Insel-Staat im Südpazifik. 

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Vulkane in Deutschland: Droht bald ein Ausbruch?

Die meisten Vulkane in Deutschland sind erloschen. Doch in einigen Regionen gibt es Vulkane, die als aktiv gelten. Der letzte Ausbruch hierzulande hat sich vor mehreren Tausend Jahren ereignet. Droht bald eine neue Katastrophe?

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Häufige Fragen zu Supervulkane

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