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Die versunkene Stadt Z: Geheimnis im Dschungel

  • Veröffentlicht: 09.10.2022
  • 20:45 Uhr
  • Sven Hasselberg
Article Image Media
© Getty Images

Der Brite Percy Fawcett durchkämmte den brasilianischen Urwald nach einer sagenhaften Zivilisation - bis er 1925 verschollen ist. Hier erfährst du alles über die Stadt Z, ihre Legende und das mysteriöse Verschwinden ihres größten Fans

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Das Wichtigste zum Thema Die versunkene Stadt Z

  • Im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso, was übersetzt "dichter Busch" heißt, liegt der Legende nach "die versunkene Stadt Z". Dort soll eine geheimnisvolle indigene Hochkultur in großem Reichtum gelebt haben.

  • Der britische Entdecker Percy Fawcett hörte die Geschichte auf seiner ersten Südamerika-Reise 1906. Er verschrieb sein Leben der Suche nach dem mysteriösen Ort. Auf seiner siebten Reise verschwand er 1925 spurlos.

  • Die Stadt Z soll Azteken-Siedlungen gleichen. Imposante Bauwerke und ein Straßennetz formten sie. Oft mischte sich die Legende von Z mit der vom Land des Goldes "Eldorado". Sie inspirierten nicht nur Sherlock-Holmes-Schriftsteller Arthur Conan Doyle, sondern auch Hollywood-Filme.

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Der Weg nach Eldorado: Auf der Suche nach der Stadt Z

Die Stadt Z ist nicht im Wasser versunken, sondern unter dem Blätterdach des Regenwaldes. "Versunken" ist der deutschen Übersetzung geschuldet. Die Briten sprachen schon immer von "The Lost City of Z".

Der britische Militär-Kartograph Percy Fawcett kam im Auftrag der Royal Geographic Society 1906 nach Südamerika, um den Grenzverlauf zwischen Bolivien und Brasilien festzulegen. Während der Reise erzählte ihm ein indigener Stammesführer von der Legende der "schwarzen Stadt". Sie soll auf einem Plateau im Gebiet Mato Grosso liegen, in der Nähe des Flusses Rio Xingu. Er beschrieb sie als groß, reich und streng bewacht. Mit diesem Floh im Ohr, schlug sich Abenteurer Fawcett von nun an sein Leben lang herum.

In Rio de Janeiro durchstöberte er die Nationalbibliothek und fand das Manuskript 512 aus dem Jahr 1753. Darin berichteten portugiesische Glücksritter von einer ähnlichen Stadt. Die Portugiesen waren eindeutig auf Reichtümer aus, schrieben sie doch hauptsächlich von Silber und Gold. Die Legende von Z vermischte sich mit der von dem sagenhaften "Eldorado", dem Land des Goldes. Dieses Manuskript war für Fawcett der Beweis, dass der indigene Stammesführer die Wahrheit erzählt hatte.

Fawcett unternahm weitere Reisen mit unterschiedlicher Mission, oft von Krankheiten unterbrochen. Dabei sammelte er mehr Hinweise auf den Verbleib seiner Stadt Z. Er las Berichte von Eroberern, von Missionaren, setzte Puzzleteile aus zoologischen und historischen Forschungen zusammen - die für ihn ins Bild passten. So plante er die Route für seine siebte Reise, bei der er das Geheimnis um die verschollene Zivilisation endlich lüften wollte. Inzwischen hatte er selbst Artikel über Z veröffentlicht, was dem Projekt große Aufmerksamkeit bescherte. Diese wuchs noch mehr, als er von seiner letzten Reise nicht zurückkehrte.

Wo ist die versunkene Stadt Z? Eine Tour ohne Wiederkehr

Die Karte zeigt die Route auf Fawcetts letzter Reise - die Expedition nach Z.
Die Karte zeigt die Route auf Fawcetts letzter Reise - die Expedition nach Z.© Galileo
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Der Z-Mix: Legende, Wahrheit und Fantasie

🧑‍🦰 Europäische Indios: Die indigene Bevölkerung von Z habe weiße Haut, blaue Augen und rote Haare gehabt. Dieses europäisch anmutende Abbild sollte die Zivilisation im Gedankengut der Eroberer erhöhen. Es ähnelt dem Mythos über die Bewohner:innen des versunkenen Atlantis.

💎 Reichtum: Die Mund-zu-Mund-Propaganda schmückte die Stadt Z über die Jahre immer prachtvoller aus. Je nach Quelle ist von Gold-Verarbeitung und Edelstein-Schnitt auf höchstem Niveau die Rede. Ornamente aus Diamanten und Jade zierten die Räume. Edelmetall gebe es im Überfluss.

🧱 Bauten: Vom Stadttor aus sollen Häuser eine Straße gesäumt haben, die auf einen Platz mit einem Palast führe. Es habe Wehranlagen und Gräben gegeben. An einem See sollen große unbekannte Tiere getrunken haben.

📜 Schrift: Als Zeichen der weit entwickelten Hochkultur erzählen einige Geschichten, dass die Einheimischen eine Schrift, ähnlich Ägyptischer Hieroglyphen, besessen haben sollen. Dass unter anderem die Mayas eine Schrift und ein Zahlensystem besaßen, unterstützt diesen Mythos.

🔎 Kuhikugu: 1992 nahm die These Fahrt auf, dass die Ausgrabungsstätte Kuhikugu die Stadt Z sein könnte, Percy Fawcett ihr nahe kam und Scherben aus der Stadt gefunden haben soll. Das Volk der Kuikuro besiedelte sie vor 1.500 bis 400 Jahren. Darum sponnen sich weitere Legenden.

🦕 Arthur Conan Doyle: Fawcett war mit dem "Vater von Sherlock Holmes" befreundet. Von seinen Berichten inspiriert, schrieb Conan Doyle 1912 sein Buch "Die vergessene Welt". Es handelt von einem Dschungel-Plateau, auf dem Dinosaurier überlebten… große Tiere, die an einem See trinken.

🎬 Hollywood: Percy Fawcetts Traum eroberte mehrmals die Kinos. 2016 produzierte unter anderem Brad Pitt die jüngste und bekannteste Adaption. In "Die versunkene Stadt Z" spielen Robert Pattinson, Sienna Miller, Tom Holland neben Charlie Hunnam als Percy Fawcett.

Galileo

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  • Ab 12
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Percival Fawcett: Der wahre Indiana Jones

Tod im Dschungel: Oberstleutnant Percival Fawcett, genannt Percy, lebte von 1867 bis 1925. Von seiner letzten Mission auf der Suche nach der Stadt Z kehrte er nie zurück.
Tod im Dschungel: Oberstleutnant Percival Fawcett, genannt Percy, lebte von 1867 bis 1925. Von seiner letzten Mission auf der Suche nach der Stadt Z kehrte er nie zurück.© Imago Images / KHARBINE-TAPABOR

Der britische Leutnant-Colonel inspirierte Steven Spielbergs zu Indiana Jones. 1867 im englischen Torquay geboren, war er auf Malta und in Marokko stationiert, arbeitete für den Geheimdienst und kämpfte im Ersten Weltkrieg in Frankreich. Auf Sri Lanka lernte er seine Frau kennen. Mit ihr hatte er eine Tochter und zwei Söhne. Der Älteste, Jack, begleitete ihn auf seiner letzten Reise 1925. Mit 57 Jahren endete Percys Leben in Brasilien - auf der Suche nach der Stadt Z. Von dieser Reise kehrten er und sein Sohn nie zurück.

Oder lebte er weiter? Kurz nach seinem Verschwinden mutmaßten Zeitgenoss:innen, er könne selbst als Führer über eine verschollenen indigene Zivilisation herrschen. Andere unkten, er sei von Kannibalen verschlungen worden. Bereits 1928 machte sich die erste Expedition auf die Suche nach Fawcett. Es folgten weitere, doch alle vergebens. Laut Schätzungen sollen gut 100 seiner vermeintlichen Retter:innen auf über 13 Expeditionen selbst ums Leben gekommen sein.

Manche munkeln, dass Fawcett absichtlich falsche Routen niedergeschrieben habe, damit niemand seine Entdeckung klauen könne. Einige Biograph:innen sehen in ihm einen typischen imperialistischen Charakter seiner Zeit, der die unbekannten Flecken auf dem Globus entdecken wollte. Auch er behandelte die indigenen Völker mit der damaligen europäischen Herablassung. Andererseits verurteilte er die Gewalt, mit der die Weißen die Lokalbevölkerung behandelten.

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