Anzeige

Du trägst Jeans? Dann stehst du vielleicht mit einem Bein im Knast

  • Veröffentlicht: 18.10.2022
  • 17:58 Uhr
  • Carina Neumann-Mahlkau

Blue Jeans sind Kult. Aber wusstest du auch, dass sie lupenreine Detektiv-Arbeit leisten? Keine Jeans ist gleich - deshalb funktionieren die Hosen fast wie Fingerabdrücke! Das und weitere Jeans-Facts erfährst du hier.

Anzeige

Wer braucht schon Fingerabdrücke, wenn er Jeans hat? Wie Hosen bei der Verbrecher-Jagd helfen

👖 Jeans ist nicht gleich Jeans - die Hosen sind buchstäblich einzigartig. Denn schon in der Herstellung entstehen individuelle Falten im Stoff.

🔎 Das Tragen verstärkt die sogenannten "Berge und Täler". Die Berge nutzen sich beim Tragen und Waschen stärker ab und werden hell - die Täler bleiben dunkel.

🧐 Wenn du Jeans trägst, solltest du also keine Dummheiten anstellen - denn mithilfe von Überwachungskameras können Expert:innen ein Profil der Jeans erstellen.

🚓 Bei Einbruch-Serien helfen dann auch keine Masken - denn die Jeans allein kann verraten, ob ein Täter an mehreren Fällen beteiligt war.

🚨 Tatsächlich gaben Jeans in der Kriminalgeschichte schon wichtige Hinweise und brachten gesuchte Verbrecher hinter Gitter.

Anzeige
Anzeige

Auch die Jeans hat eine kriminelle Vergangenheit: In der DDR war sie verboten!

"Systemgefährdend, ein Export-Produkt aus dem Westen" - in der DDR waren Jeans in den 50er und 60er Jahren verboten. Die körperbetonten Hosen seien obszön und würden, entgegen der Geschlechtertrennung, von Männern und Frauen getragen. Schon ihr Name war verpönt, deshalb nannte man sie umständlich "blaue doppelt genähte Knappnaht-Hose".

Im Osten galt die Jeans als Protest-Symbol. Wer sie trug, rebellierte offen gegen das System - und wurde nicht selten angezeigt. Erst in den 70er Jahren etablierte sich die Jeans in der Alltagsmode.

Die Levi's Blue Jeans war in den 70er Jahren das weltweit meistverkaufte Kleidungsstück - aber in der DDR waren "West-Jeans" noch nicht im Sortiment. Stattdessen wurden Ost-Jeans produziert - wie "Boxer", "Shanty", "Wisent" oder "Cottino".

"Ost-Mode" aus dem Jahr 1975: Levis-Jeans sind noch in weiter Ferne, dafür gibt es immer mehr "Ost-Marken" wie Boxer und Co.
"Ost-Mode" aus dem Jahr 1975: Levis-Jeans sind noch in weiter Ferne, dafür gibt es immer mehr "Ost-Marken" wie Boxer und Co.© picture alliance/akg-images

Die erste Jeans: Von der Arbeiter-Hose zum Kassenschlager

👨 Jacob Davis, ein Schneider aus Lettland, wanderte in den 1850er Jahren in die USA aus und fertigte dort Pferdedecken und Zelte aus Canvas (auch "Duck" genannt) an - ein wasser- und reißfestes, aber steifes Material.

🧵 Der Stoffhändler seines Vertrauens: Levi Strauss. 1872 erhielt Davis den Auftrag, für einen beleibten Arbeiter eine reißfeste Hose zu machen - denn bei dem platzten die Nähte ständig auf.

👷 Also schneiderte er eine Arbeiter-Hose aus Canvas und festigte sie an den Nähten mit den typischen Kupfer-Nieten. Schon bald wurden die Hosen zur Ausrüstung für Minen-Arbeiter.

📃 1873 erhielten Jacob Davis und Levi Strauss gemeinsam das Patent für die Jeans. Die daraus entstandene Firma Levi's ist bis heute einer der größten Jeans-Hersteller der Welt.

👖 Da das Canvas-Material steif und unbequem war, wurde es später durch den weicheren Baumwollstoff "Denim" ersetzt. Im Laufe der Zeit wurde aus der ursprünglichen Arbeiter-Hose unsere heutige Kult-Jeans.

Anzeige
Anzeige

Eine Jeans für 88.000 Euro

Dass die Jeans-Hosen der ersten Stunde einiges Wert sind, bewies erst kürzlich eine Auktion in den USA. Eine Arbeiter-Hose aus dem späten 19. Jahrhundert ging für umgerechnet knapp 88.000 Euro über den Tisch. Einer der höchsten Preise, der jemals für ein Paar Jeans bezahlt wurde.

Gefunden wurde die Hose vor fünf Jahren in einem verlassenen Minenschacht. Und das sieht man der Hose auch an: Die Hosenbeine sind mit Kerzenwachs besprenkelt, mit dem sich die Minen-Arbeiter die Wege erleuchtet haben. Am Saum ist die Jeans deutlich abgewetzt und mehrmals geflickt. Für ihre knapp 140 Jahre ist die Hose laut dem Denim-Experten und Käufer Zip Stevenson aber trotzdem in exzellentem Zustand - und könnte sogar noch problemlos getragen werden.

Das Geschäft mit Retro-Jeans boomt. Sammlerstücke sind häufig mehrere tausend Euro wert. Das wertvolle Minen-Fundstück wollen Stevenson und sein Partner jetzt für über 150.000 Euro weiterverkaufen.

Hier siehst du die Jeans aus dem Minenschacht

Externer Inhalt

Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie Facebook, Instagram oder Youtube. Aktiviere bitte Personalisierte Anzeigen und Inhalte sowie Anbieter außerhalb des CMP Standards, um diese Inhalte anzuzeigen.
Anzeige
Anzeige
Galileo vom 2019-03-13

Jeans als Lebensretter

Ohne Rettungsweste treibt ein Mann im offenen Meer. Doch außer einer Unterkühlung geht es dem Geretteten gut. Sein Glück: Er hatte eine Jeans dabei, und diese rettete ihm das Leben.

  • Video
  • 01:25 Min
  • Ab 0
Mehr News und Videos
Alltagsquiz: Warum gibt es in Fahrstühlen Spiegel?

Alltagsquiz: Warum gibt es in Fahrstühlen Spiegel?

  • Video
  • 01:50 Min
  • Ab 12

© 2024 Seven.One Entertainment Group