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Elon Musk: Warum zahlt der reichste Mensch der Welt keine Steuern?

  • Veröffentlicht: 13.11.2021
  • 10:45 Uhr
  • Galileo

Nach einer Twitter-Umfrage verkauft Elon Musk einen Teil seiner Tesla-Aktien. Dadurch muss der reichste Mensch der Welt auch Steuern zahlen. Warum erst jetzt? Steckt dahinter das Gemeinwohl - oder eher eine gerissene PR-Aktion? Im Clip: Zukunftsvisionen von Elon Musk.

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Twitter-Umfrage: Soll Elon Musk Tesla-Aktien verkaufen?

In einer Twitter-Umfrage überließ Elon Musk seinen Fans die Entscheidung: Soll er 10 Prozent seiner über 170 Millionen Tesla-Aktien verkaufen, um dementsprechend auch Steuern dafür zu zahlen? Kurzer Reminder: Musk ist mit einem geschätzten Vermögen von über 300 Milliarden US-Dollar der reichste Mensch der Welt.

Mehr als die Hälfte (57,9 Prozent) der über 3,5 Millionen abgegebenen Stimmen befürworteten den Aktien-Verkauf und die damit zusammenhängende Steuerzahlung in Milliardenhöhe von Elon Musk.

Tatsächlich hat Musk seinen Worten erste Taten folgen lassen und verkaufte inzwischen erste Aktien-Anteile.

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Durch den Aktien-Verkauf muss der reichste Mensch - erst jetzt - Steuern zahlen

Steuern - genauer: Beiträge zur Einkommenssteuer - werden in den USA ähnlich wie in Deutschland fällig, wenn ein Mensch konkretes Einkommen erzielt. Normale Arbeitnehmer:innen bezahlen automatisch Steuern, wenn sie ihr Gehalt am Ende des Monats erhalten.

Das Vermögen von Super-Reichen wie Elon Musk oder Jeff Bezos liegt jedoch meist im Wert von Aktien oder anderen Anlagen. Tesla- und SpaceX-Chef Musk bezieht nach eigenen Angaben kein normales Gehalt. Stattdessen wird er durch Aktien-Optionen entlohnt.

Steigt der Wert ihrer Aktien müssen Musk und Co. keine Steuern dafür bezahlen. Die werden erst fällig, wenn sie entsprechende Anteile verkaufen. Fachleute sprechen beim Vorgehen der Super-Reichen von "nicht realisierten Gewinnen als Mittel zur Steuervermeidung".

Durch diese Regelung erklärt sich, was eine im Sommer 2021 veröffentlichte Recherche von ProPublica offenlegte: Die Super-Reichen in den USA zahlen kaum Steuern. Anstatt des Spitzensteuersatzes von 37 Prozent lag der Anteil bei vielen bei weniger als 1 Prozent.

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Gemeinwohl oder Selbst-Marketing? Hintergründe zu Musks Aktien-Verkauf

In den USA laufen schon lange Diskussionen um eine Änderung dieser Regelung im Steuersystem. Auch in Deutschland gibt's - wieder einmal - eine Debatte über eine Vermögenssteuer.

Mit seiner Twitter-Umfrage knüpfte Musk daran an und erweckte den Eindruck, er wolle nun für das Gemeinwohl Steuern zahlen. Ähnlich selbstlos gab er sich - auch bei Twitter - beim Thema Welthunger, indem er eine Spende von 6 Milliarden US-Dollar in Aussicht stellte.

Fachleuten zufolge habe Musk den Verkauf der Tesla-Aktien aber ohnehin geplant. Durch eine 2022 auslaufende Aktien-Option musste Musk offenbar Anteile veräußern, sodass eine damit verbundene Steuerzahlung in Höhe von schätzungsweise 15 Milliarden US-Dollar auf ihn wartet.

Kritiker:innen werfen dem polarisierenden Egozentriker daher Zynismus vor. Eine derartige Twitter-Umfrage sei nicht nur unfair gegenüber den Millionen steuerzahlenden US-Amerikaner:innen. Darüber hinaus untergrabe Musk damit demokratische Strukturen: Nicht Elon Musks Fans sollten über seine Steuerzahlungen entscheiden, sondern Abgeordnete und Regierungen durch entsprechende Gesetze.

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