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ETF: Warum die Geldanlage boomt und wie du nachhaltig investierst

  • Veröffentlicht: 01.12.2021
  • 16:00 Uhr
  • Claudia Frickel

Du willst an der Börse investieren, weißt aber nicht wie? Ein guter Einstieg können ETF sein. Diese Indexfonds boomen, ihr Kauf ist unkompliziert. Erfahre die Stärken und Risiken. Außerdem: Daran erkennst du nachhaltige ETF-Anlagen. Im Clip: Kann man mit nachhaltigen Investments Geld verdienen?

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Die boomende Geldanlage

  • Wer derzeit Geld anlegen will, muss niedrige Zinsen hinnehmen - zum Beispiel beim Tagesgeld. Deshalb investieren viele Menschen lieber in Fonds. Diese versprechen eine höhere Rendite.

  • ETF sind Fonds, die wie Aktien an der Börse gehandelt werden. Die Abkürzung steht für Exchange Traded Funds.

  • ETF bündeln ein Paket an Wertpapieren. Dieses besteht aus Aktien oder Anleihen. Es bildet einen Aktienindex nach, etwa den Deutschen Aktienindex (DAX). Es sind die gleichen Aktien enthalten - mit der gleichen Gewichtung.

  • Anteile an dem Paket werden dann an der Börse gehandelt. Mit ETF können Anleger:innen also gleichzeitig in viele unterschiedliche Wertpapiere investieren - und das weltweit.

  • Die folgenden Abschnitte erklären, welche Pluspunkte ETF mit sich bringen, welche Risiken es gibt, wie du nachhaltig investierst und worauf du bei der Geldanlage achten solltest.

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Was sind eigentlich Exchange Traded Funds?

An der Börse gibt es aktiv und passiv gemanagte Fonds. Aktive Fonds verwalten darauf spezialisierte Personen. Diese kaufen Anteile von Unternehmen nach einer bestimmten Strategie.

Passive Fonds heißen auch Indexfonds. ETF gehören dazu. Für deren Verwaltung sind keine Fachleute nötig. Du musst auch keine aufwendigen Strategien austüfteln oder Märkte analysieren. Denn: Die Fonds richten sich automatisch an einem Aktienindex aus.

Vom jeweiligen Index hängt ab, wie viel Rendite der ETF einbringt. Steigt der Kurs des Index, ist auch der Fonds mehr wert.

Die passiven Fonds kannst du täglich zu den Öffnungszeiten der Börse kaufen und verkaufen. Der Kurs richtet sich nach der Nachfrage.

Die ersten ETF wurden 1993 an der Börse von Toronto in Kanada notiert. Heute gibt es weltweit fast 7.000 dieser Investmentmöglichkeiten.

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Wieso sind ETF-Anlagen so einfach und günstig?

🔎 Du benötigst kein tieferes Aktien-Wissen, sondern erwirbst ein vorgegebenes Portfolio an Wertpapieren. Wolltest du dagegen einzelne Aktien kaufen oder verkaufen, müsstest du dich besser auskennen, um die richtige Wahl zu treffen.

💻 Der Handel ist unkompliziert: ETF kaufst du einfach daheim am Computer über einen Online-Broker und legst sie in deinem Depot ab.

💶 Die Kosten sind niedriger als bei anderen Fonds, weil der ETF automatisch nach bestimmten Kriterien zusammengestellt wird. Fachleute wie Analyst:innen, Volkswirt:innen oder Portfolio-Manager:innen sind überflüssig - das spart Kosten.

📌 Du kannst also auch als Einsteiger:in in ETF investieren. Du musst dir aber darüber im Klaren sein, dass Kurse schwanken können.

Wie funktioniert ein ETF eigentlich?

So funktionieren ETFs
So funktionieren ETFs
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Das sind die Vorteile von Exchange Traded Funds

🗂 Einfacher Handel: Der ETF enthält schon eine Auswahl an Wertpapieren. Du brauchst dich nicht um die Zusammenstellung zu kümmern.

📈 Geringeres Risiko: Kursschwankungen sind seltener als bei Einzelaktien. Geht es einzelnen Unternehmen schlecht, können andere Firmen im ETF das ausgleichen.

💰 Niedrige Gebühren: Wenn du 1.000 Euro in einen ETF anlegst, liegen die Depotkosten zwischen 1,20 Euro und 5 Euro pro Jahr.

🧾 Hohe Transparenz: Anleger:innen wissen immer, was sich in ihrem Depot befindet.

Hohe Flexibilität: Während die Börse geöffnet ist, kannst du ETF jederzeit kaufen und verkaufen - je nach Kurs. Das ist nicht bei allen Fonds so.

🔒 Hohe Sicherheit: Wenn ein ETF-Anbieter pleitegeht, ist dein Geld nicht weg. Die Indexfonds sind als Sondervermögen geschützt.

Das sind die Risiken, wenn du in Indexfonds investierst

📊 Schwankende Kurse: Wie alle Aktien können auch die Kurse der Wertpapiere im ETF fallen.

📉 Schwankender Index: Auch beim Index, auf dem der ETF basiert, kann es turbulente Phasen geben - zum Beispiel aufgrund von politischen Entscheidungen.

Risiko kann sich erhöhen: Du kannst mit ETF viel Geld verdienen. Aber wenn du eine hohe Rendite willst, steigt auch das Risiko.

Komplexe ETF-Varianten: Manche ETF wie etwa Hebel- oder Smart-Beta-ETF sind schwerer zu durchschauen als die Basisversionen.

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Mit einem Sparplan kannst du langfristig in ETFs investieren

So kannst du langfristig in ETF investieren.
So kannst du langfristig in ETF investieren.

So unterscheiden sich ETF und darauf solltest du bei der Anlage achten

  • Wenn du in ETF investiert, solltest du das über eine längere Zeit von 10 bis 15 Jahren tun. Dann können Kursschwankungen ausgeglichen werden.
  • Viele Anleger:innen nutzen ETF auch als Rentenvorsorge - hauptsächlich mit Sparplänen. Sie lassen das Geld dann 25 bis 30 Jahre liegen.
  • Wenn du dein Kapital breit streust, verringerst du das Risiko von Verlusten. Deshalb sind ETF beliebt, die weltweite Aktienindizes abdecken.
  • Ein solcher weltweiter Index ist der MSCI World Index. Er bildet die Kursentwicklung der 1.600 größten Unternehmen aus 23 Industrieländern ab.
  • Der MSCI All Country World versammelt Aktien von über 2.700 der größten börsennotierten Firmen weltweit.
  • Du kannst auch in eine ganze Branche investieren: etwa in Telekommunikation, Gesundheitswesen oder in die Autoindustrie. Branchen-ETF enthalten die jeweils passenden Aktien aus einem Index. Der MSCI World Health Care-Index etwa listet die weltweit größten Unternehmen aus dem Gesundheitswesen.
  • Zusätzlich gibt es unzählige Themen-ETF: Du kaufst dann Aktien im Paket von Firmen, die sich mit Themen wie Cyber Security oder Elektroautos und E-Mobilität befassen.
  • Besitzt du verschiedene Branchen- und Themen-ETF, investierst du in unterschiedliche Sparten und Themengebiete. So streust du dein Geld ebenfalls breit.

So erkennst du nachhaltige, grüne und soziale ETF-Anlagen

Bei deinem Investment legst du Wert auf soziale, ethische und ökologische Kriterien - also auf Nachhaltigkeit? Dann willst du dein Geld wahrscheinlich nicht in Aktien von Öl- oder Kohle-Unternehmen stecken.

Das Problem: "Nachhaltig" kann sich jedes Unternehmen nennen. Mit folgenden Punkten findest du heraus, wie ökologisch oder ethisch unbedenklich ein ETF wirklich ist:

  1. Achte auf die ESG-Kriterien bei der Beschreibung von Aktien und Fonds: Sie beziehen sich auf Environ­ment (Umwelt), Social (Soziales) und Gover­nance (Unternehmensführung). Ein ETF kann nur Firmen mit guter ESG-Bewertung beinhalten.
  2. Das heißt aber nicht unbedingt, dass es sich wirklich um ökologische Firmen handelt. Es besagt lediglich, dass die Unternehmen nichts mit Waffen, Atomkraft, Alkohol, Pornografie, Öl oder Kohle zu tun haben.
  3. MSCI World SRI ist ein weltweiter Index, der nur Firmen mit guter ESG-Bewertung enthält. Die Abkürzung steht für "Socially Responsible Investment", also sozial verantwortliches Investment. Vertreten sind unter anderem Tesla, Coca Cola, Disney oder Microsoft.
  4. Du kannst auch auf eine Kennzeichnung von Fonds achten: Das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) vergibt dafür ein Gütesiegel. Auf dem Portal findest du eine Liste mit Fonds, die mit dem Siegel ausgezeichnet wurden.
  5. Einen Test von über 180 Nachhaltigkeitsfonds hat die Stiftung Warentest erstellt.
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