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Fake News im Netz: Facebook löscht KanÀle der "Querdenken"-Bewegung

  • Veröffentlicht: 17.09.2021
  • 14:02 Uhr
  • Johannes Huyer
Article Image Media
© Imago Images/IPON

Rund um die Corona-Pandemie gab es zahlreiche Fake News, auch vor Falschmeldungen rund um die Bundestagswahl 2021 wird gewarnt. Wie viele Menschen diese Fake News erreichen und wie du sie enttarnen kannst, erklÀren wir dir hier.

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So beeinflussen Fake News den Bundestagswahlkampf

  • Immer wieder lassen sich in sozialen Medien, aber auch bei klassischen Medien, Fake News entdecken, gerade auch rund um die Bundestagswahl 2021.

  • So ist von den 3 Kanzlerkandidaten vor allem Annalena Baerbock von den GrĂŒnen das Ziel von Fake News. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der BĂŒrgerrechts-Organisation Avaaz. DafĂŒr hat diese 800 Faktenchecks von den Nachrichtenagenturen dpa und AFP und dem Recherchekollektiv Correctiv unter die Lupe genommen.

  • Nimmt man die 3 Spitzenkandidat:innen, untersuchen 71 Prozent der Faktenchecks Fake News ĂŒber Annalena Baerbock. Beispielsweise wird behauptet, Baerbock fordere aus KlimaschutzgrĂŒnden ein Ende der Haustierhaltung. Das ist falsch.

  • Ebenso falsch ist ein im Internet kursierendes Zitat von Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet. "Wir mĂŒssen besser darin werden den jungen Menschen zu erklĂ€ren, warum das mit dem Klimaschutz nicht so schnell geht." Diesen Satz hat Laschet so nicht gesagt.

  • Laut einer Umfrage von YouGov, die von Avaaz in Auftrag gegeben wurde, erreichen Fake News teilweise eine große Aufmerksamkeit. Demnach haben 56 Prozent der Befragten schon mindestens eine Falschmeldung ĂŒber Baerbock gelesen.

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Diese Politiker:innen sind insbesondere das Ziel von Fake News

Hier siehst du das Ranking der Politiker:innen, die von Desinformation betroffen sind.
Hier siehst du das Ranking der Politiker:innen, die von Desinformation betroffen sind.© Galileo/Avaaz

Woher kommen diese Fake News?

đŸ“± Fake News entstehen oft in den sozialen Netzwerken. Schließlich braucht es nur einen Account bei Facebook oder Twitter und schon lassen sich hier beliebige Behauptungen veröffentlichen.

đŸ‡©đŸ‡Ș Einer Untersuchung der EU zufolge steht in der europĂ€ischen Union vor allem Deutschland im Zentrum von russischen Desinformations-Kampagnen. Auch US-Geheimdienste beschuldigen wiederholt Russland, versucht zu haben, US-Wahlen zu beeinflussen.

📡 In Deutschland steht dabei RT DE im Fokus, ein staatliches russisches Internetmedium. Das Bundesinnenministerium warnte laut Spiegel, dass dem Sender "eine herausgehobene Bedeutung bei der Verfolgung der Interessen des Kreml" zukomme.

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So sehr kursieren Falschinformationen ĂŒber unterschiedliche Parteien

Fake News zur Bundestasgswahl 2021: Desinformation gegen Politiker:innen - nach Partei.
Fake News zur Bundestasgswahl 2021: Desinformation gegen Politiker:innen - nach Partei.© Galileo/Avaaz

So kÀmpft der Bundeswahlleiter gegen Fake News

Nicht nur zu den Kandidat:innen, auch zur Bundestagswahl selbst gibt es in den sozialen Netzwerken zahlreiche Fake News. Bundeswahlleiter Georg Thiel und sein Team machen auf ihrer Webseite einen Faktencheck und stellen falsche Informationen richtig.

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So kÀmpfen Social Media & Unternehmen gegen Fake News

  • Facebook hat knapp 150 Konten und Gruppen auf seinen Plattformen gelöscht, die der Konzern der umstrittenen "Querdenker"-Bewegung zuordnet. WhatsApp ist, anders als Instagram und Facebook, nicht von der Aktion betroffen. Zudem sind Verlinkungen auf Domains der "Querdenken"-Bewegung kĂŒnftig nicht mehr möglich.

  • Laut Facebook-Sicherheitsmanager Nathaniel Gleicher sei das die weltweit erste Handlung, die sich gegen eine Gruppierung richte, die eine "koordinierte SchĂ€digung der Gesellschaft" (Coordinated Social Harm) hervorrufe.

  • Die "Querdenkenden" hĂ€tten in koordinierter Weise wiederholt gegen die Standards von Facebook verstoßen. "Hierzu zĂ€hlen die Veröffentlichung von gesundheitsbezogenen Falschinformationen, Hassrede und Anstiftung zur Gewalt."

  • Auch die Video-Plattform YouTube hat bereits Ende Mai den Kanal "Querdenken 711" gelöscht. Ein Google-Sprecher warf damals der umstrittenen Gruppierung vor, gegen die YouTube-Richtlinien fĂŒr Fehlinformationen verstoßen zu haben.

  • Zudem hat Facebook zusammen mit der Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung und auch dem Recherchekollektiv Correctiv hat mehrere Kampagnen gestartet, um Usern Tipps zu geben, wie sie Fake News identifizieren.

  • Auch auf WhatsApp will Facebook gegen Fake News vorgehen. So bietet das Unternehmen an, fragwĂŒrdige Meldungen in Form einer WhatsApp-Nachricht an die Faktenchecker von AFP und Correctiv zu senden. ZurĂŒck bekommen die User dann einen Faktencheck.

  • Unter diesen Nummern sind Faktenchecker auf Whatsapp per Nachricht zu erreichen: AFP (+49 172 2524054) oder Correctiv (+49 151 17535184).

  • Twitter, Youtube und Facebook hatten auch in der Corona-Pandemie versucht, Desinformation zu bekĂ€mpfen. So hatte Twitter angekĂŒndigt, Tweets mit Verschwörungstheorien oder widerlegten Behauptungen zum Thema Impfen löschen zu wollen.

So erkennst du Fake News selbst

🔍 Fake News werden vor allem in den sozialen Netzwerken verbreitet. Daher solltest du Nachrichten und Meldungen dort mit einer gewissen Vorsicht lesen. Das einfachste ist zunĂ€chst, die SchlĂŒsselbotschaft der Nachricht in eine Suchmaschine einzugeben. Berichten etablierte Medien darĂŒber? Gibt es dort zusĂ€tzliche Infos? Von wann sind die Medienberichte?

⌚ Es gibt auch journalistische Angebote, die dich genau dabei unterstĂŒtzen. Unter anderem bei correctiv.org, Faktenfinder der ARD, mimikama.at oder hoaxmap.org kannst du die Schlagwörter suchen und so prĂŒfen, ob du auf eine Fake News gestoßen bist.

đŸ‘€ Oft gibt auch ein genauer Blick auf die Verfasser:innen bei Social Media Auskunft. Wie lang gibt es ein Profil schon? Wie viele Follower hat es? Sogenannte Social Bots (von Computern gesteuerte Profile) sind meist noch nicht lange auf der Plattform und haben in der Regel auch kaum Follower. Dazu gibt auch ein Blick auf die bisherigen Posts oder die Profilbeschreibung Auskunft, wer hinter dem Post steht.

đŸ–„ FĂŒhrt ein Link von dem Beitrag auf eine Webseite, die du nicht kennst, kannst du immer checken, ob diese Seite ein Impressum hat - was Internetseiten in Deutschland haben mĂŒssen. Dort steht, wer verantwortlich fĂŒr die Inhalte der Seite ist. Findest du kein Impressum, solltest du der Seite nicht vertrauen.

📾 Nutze die Google Bildersuche: Ziehe ein Bild, das bei dem Beitrag verwendet wird, dort hin. Dann siehst du, wann das Bild ursprĂŒnglich veröffentlicht wurde und ob es auch wirklich mit dem Inhalt der möglichen Fake News in Zusammenhang steht.

đŸ“č Auch bei Videos ist Vorsicht angebracht, sie könnten manipuliert sein und beispielsweise Aussagen von Menschen zeigen, die diese nie getĂ€tigt haben. Eine Suchmaschine von Amnesty International hilft dir dabei zu erkennen, ob es Videos gibt, die womöglich Ă€hnlich sind, aber in einem ganz anderen Kontext stehen.

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