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Viren-Labore mit Hochsicherheitsstufe - Darum sind sie so sicher

  • Veröffentlicht: 25.04.2020
  • 12:45 Uhr
  • Galileo
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© dpa

Lebensgefährliche Viren werden auf der ganzen Welt untersucht - in Forschungslaboren, die wie kleine Hochsicherheitstrakte aufgebaut sind. Welche Maßnahmen getroffen werden und wie der Dress-Code für ein solches Labor ist.

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Das Wichtigste zum Thema Viren-Labore

  • Krankheitserreger werden in 4 Risikogruppen eingeteilt. Jede dieser Gruppen ist einer Schutzstufe zugeteilt.

  • Die höchste Stufe: "S4", das Hochsicherheitslabor. In ihm werden lebensgefährliche Erreger wie Ebola-, Lassa- oder Nipah-Viren sicher untersucht.

  • Die Schutzstufe bestimmt, welche Anforderungen das Labor erfüllen muss. Dabei geht es um die Räumlichkeiten, die Ausrüstung und Arbeitsabläufe.

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Die vier Risikogruppen bei Viren

Risikogruppe 1: Biostoffe, bei denen es unwahrscheinlich ist, dass sie beim Menschen eine Krankheit hervorrufen. Dazu gehören häufig Viren, die nur für Tiere gefährlich sind.

Risikogruppe 2: Biostoffe, die eine Krankheit beim Menschen hervorrufen können und eine Gefahr für Beschäftigte darstellen könnten. Eine Verbreitung in der Bevölkerung muss als unwahrscheinlich gelten. Dazu zählen viele Salmonellen-Arten und ein Teil der Grippe-Viren.

Risikogruppe 3: Biostoffe, die eine schwere Krankheit beim Menschen hervorrufen und eine ernste Gefahr für Beschäftigte darstellen können. Die Gefahr einer Verbreitung in der Bevölkerung besteht zwar, ist aber normalerweise leicht zu verhindern. Dazu zählen zum Beispiel die Vogelgrippe und das neue Corona-Virus.

Risikogruppe 4: Biostoffe, die eine schwere Krankheit beim Menschen hervorrufen und eine ernste Gefahr für Beschäftigte darstellen. Das Risiko einer Verbreitung in der Bevölkerung ist hier meist groß. Dazu zählen zum Beispiel das tödliche Ebola-Fieber und der Pocken-Erreger.

Du kommst hier nicht rein: S4-Labore in Deutschland

Viren-Labore mit Hochsicherheitsstufe - Darum sind sie so sicher

Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg ist das größte seiner Art. Es beschäftigt rund 250 Mitarbeiter. Aktuelle Forschungsschwerpunkte sind zum Beispiel Malaria und Fieberviren wie das Ebola-, Lassa- oder Krim-Kongo-Virus.
Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg ist das größte seiner Art. Es beschäftigt rund 250 Mitarbeiter. Aktuelle Forschungsschwerpunkte sind zum Beispiel Malaria und Fieberviren wie das Ebola-, Lassa- oder Krim-Kongo-Virus.© picture alliance/imageBROKER
Das Alcatraz für Viren befindet sich auf der Insel Riems an der Ostsee (siehe Clip oben). Zu den Aufgaben des Labors gehören die Erforschung von Tierseuchen, wie der Schweinepest oder der Vogelgrippe. Auf der Insel werden Impfstoffe für diese sogenannten Zoonosen entwickelt.
Das Alcatraz für Viren befindet sich auf der Insel Riems an der Ostsee (siehe Clip oben). Zu den Aufgaben des Labors gehören die Erforschung von Tierseuchen, wie der Schweinepest oder der Vogelgrippe. Auf der Insel werden Impfstoffe für diese sogenannten Zoonosen entwickelt.© dpa
Das Institut für Virologie der Universität Marburg befasst sich mit der Erforschung von Virusinfektionen. Hauptsächlich geht es auch hier um den Erregerwechsel zwischen Tier und Mensch. Das Labor arbeitet momentan mit voller Kraft an einer Impfung gegen das Corona-Virus.
Das Institut für Virologie der Universität Marburg befasst sich mit der Erforschung von Virusinfektionen. Hauptsächlich geht es auch hier um den Erregerwechsel zwischen Tier und Mensch. Das Labor arbeitet momentan mit voller Kraft an einer Impfung gegen das Corona-Virus.© dpa
Auch das Robert-Koch-Institut hat seit 2015 ein S4-Labor in Berlin. In dem Labor werden Krank­heits­erreger wie Ebola-, Marburg-, Lassa- oder Nipah­viren untersucht. Das Robert Koch-Institut ist das einzige Bundesinstitut im human­medizinischen Bereich mit einem S4-Labor.
Auch das Robert-Koch-Institut hat seit 2015 ein S4-Labor in Berlin. In dem Labor werden Krank­heits­erreger wie Ebola-, Marburg-, Lassa- oder Nipah­viren untersucht. Das Robert Koch-Institut ist das einzige Bundesinstitut im human­medizinischen Bereich mit einem S4-Labor.© picture alliance/Soeren Stache/dpa
Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg ist das größte seiner Art. Es beschäftigt rund 250 Mitarbeiter. Aktuelle Forschungsschwerpunkte sind zum Beispiel Malaria und Fieberviren wie das Ebola-, Lassa- oder Krim-Kongo-Virus.
Das Alcatraz für Viren befindet sich auf der Insel Riems an der Ostsee (siehe Clip oben). Zu den Aufgaben des Labors gehören die Erforschung von Tierseuchen, wie der Schweinepest oder der Vogelgrippe. Auf der Insel werden Impfstoffe für diese sogenannten Zoonosen entwickelt.
Das Institut für Virologie der Universität Marburg befasst sich mit der Erforschung von Virusinfektionen. Hauptsächlich geht es auch hier um den Erregerwechsel zwischen Tier und Mensch. Das Labor arbeitet momentan mit voller Kraft an einer Impfung gegen das Corona-Virus.
Auch das Robert-Koch-Institut hat seit 2015 ein S4-Labor in Berlin. In dem Labor werden Krank­heits­erreger wie Ebola-, Marburg-, Lassa- oder Nipah­viren untersucht. Das Robert Koch-Institut ist das einzige Bundesinstitut im human­medizinischen Bereich mit einem S4-Labor.
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Safety first: Mit diesem Sicherheitskonzept kann eigentlich nichts schiefgehen

Ein S4-Labor ist völlig von der Umgebung abgetrennt. Es ist luftdicht und hat eine eigene Luft-, Strom- und Wasserversorgung. Im Labor herrscht permanent ein starker Unterdruck. So kann bei einem Leck nichts aus dem Labor strömen.

Die Abluft aus dem Labor wird über ein mehrstufiges Filtersystem gereinigt. So ist sichergestellt, dass kein Erreger nach draußen gelangen kann.

Zugang hat nur eine kleine Gruppe gut geschulten Personals. Diese Tür ist härter als im Berghain: Der Zugang wird ständig überwacht. Zu den Laborräumen kommt man nur über ein extrem sicheres Schleusensystem.

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Auch beim Verlassen des Labors muss jeder Mitarbeiter durch die Schleusen. Die Dekontaminierung dauert mehrere Minuten. Die Dekontaminierungs-Dusche wird nach jeder Benutzung automatisch desinfiziert.

Alle Mitarbeiter arbeiten in speziellen Schutzanzügen. Die werden regelmäßig auf ihre Dichtheit überprüft. Im Anzug herrscht Unterdruck, damit selbst bei einem Leck nicht passieren kann. Erreger können also nicht in den Anzug gelangen.

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Und wenn doch mal was passiert?

Eines vorweg: Aufgrund der oben beschriebenen Maßnahmen ist es extrem unwahrscheinlich, dass gefährliche Viren aus einem der Labore gelangen. Sollte trotzdem mal etwas passieren - ein Mitarbeiter sticht sich zum Beispiel aus Versehen mit einer Spritze - ist das zwar für die Mitarbeiter gefährlich, aber nicht für die Bevölkerung.

Im Labor sind immer nur sehr kleine Mengen der verschiedenen Erreger vorhanden. Diese würden draußen so stark verdünnt ankommen, dass sie instabil werden und zerfallen würden.

Sollte ein Mitarbeiter Fieber bekommen, muss er sich sofort beim Laborleiter und einem Durchgangsarzt melden. Diese prüfen dann, ob es zu einer Infektion im Labor gekommen ist.

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