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Natur

Gefährlichste Schlange der Welt: So giftig ist der Inlandstaipan

  • Aktualisiert: 20.07.2024
  • 05:40 Uhr
  • Sven Hasselberg
Giftigste Schlange der Welt: Auf Grund des hochkonzentrierten Giftes erhielt der australische Inlandtaipan diesen Titel. Sein Gift kann mit einem Biss, vergleicht man die notwendige Menge, die meisten Menschen töten. Das Foto zeigt die Schlange mit ihrer dunkleren Winterfärbung.
Giftigste Schlange der Welt: Auf Grund des hochkonzentrierten Giftes erhielt der australische Inlandtaipan diesen Titel. Sein Gift kann mit einem Biss, vergleicht man die notwendige Menge, die meisten Menschen töten. Das Foto zeigt die Schlange mit ihrer dunkleren Winterfärbung.© picture alliance / blickwinkel/R. Koenig

Das Gift eines einzigen Bisses dieser Schlange könnte mehr als 200 Menschen töten - theoretisch. Zum Glück für die Menschheit fressen Inlandtaipane lieber Ratten. Was die australische Schlange so giftig macht, wo sie zu finden ist und welche Symptome ein Biss nach sich zieht.

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Inlandtaipan: Das Wichtigste in Kürze

  • Der australische Inlandtaipan gilt als giftigste Schlange der Welt. Mit einem Biss könnte die Giftnatter bis zu 250 Menschen töten oder 250.000 Mäuse.

  • Die Schlange lebt aber in so abgelegenen, trockenen Gebieten, dass sie nur selten auf Menschen trifft. Bisher ist noch kein Todesfall durch ihren Biss bekannt.

  • Inlandtaipane werden bis zu 2,5 Metern lang. Grundsätzlich bräunlich, wechseln sie ihre Farbe je nach Sommer oder Winter.

  • Ihre bevorzugte Beute sind Langhaar-Ratten. Wie sie diese mit ihrem gefährlichen Gift jagt, und wie die Schlange lebt, erfährst du, wenn du weiterliest.

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Inlandtaipan: Diese wichtigsten Fakten

Steckbrief des Inlandtaipans - Die giftigste Schlange der Welt
Steckbrief des Inlandtaipans - Die giftigste Schlange der Welt© Galileo

📏 Länge: im Schnitt 1,7 Meter, bis zu 2,5 Meter

🏋 Gewicht: bis zu 5 Kilo, meist weniger

⏳ Alter: zehn bis 15 Jahre

🎨 Farbe: olivgrün, gelblich bis dunkelbraun. Ändert sich je nach Jahreszeit

🇦🇺 Verbreitung:  Australien, Bundesstaat Queensland, seltener Südaustralien

🐀 Nahrung: Kleinsäuger, hauptsächlich Langhaarratten

📜 Andere Namen: Fierce Snake, Western Taipan, Small Scalled Snake oder deutsch: Zornschlange, Schreckensotter, Kleinschuppenschlange, Westlicher Taipan

So gefährlich ist das Gift des Inlandtaipan

Der Inlandtaipan besitzt ein hochtoxisches Nervengift. Es gilt als 50-mal stärker als das der indischen Kobras oder 500-mal stärker als das von einigen Klapperschlangen. Trockene Bisse, also Bisse, bei denen kein Gift injiziert wird, gibt es nur sehr selten. Einige Quellen geben 110 Milligramm Gift pro Biss an.

Das Gift zerstört unter anderem die roten Blutkörperchen, kann das Muskelgewebe angreifen und stört vor allem auch die Blutgerinnung. Dank eines bestimmten Enzyms verbreitet es sich auch noch sehr schnell im Körper. Für einen Menschen wäre es innerhalb von 45 Minuten tödlich. Davor zeigen sich Symptome wie Kopfschmerzen, Erbrechen und Lähmungen. Deshalb muss sofort nach dem Biss ein:e Ärzt:in aufgesucht und ein Gegengift injiziert werden.

Dies gilt jedoch in der Theorie. Da der Inlandtaipan in extrem heißen und dünn besiedelten Gebieten in Queensland, Australien, lebt, trifft er selten auf Menschen. Außerdem versteckt sich das scheue Tier schnell. Fühlt sich die Schlange bedroht, richtet sie zur Warnung ihren Oberkörper in einer S-Kurve auf. In der Praxis gab es bisher noch keinen Todesfall durch den Biss eines Inlandtaipans.

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Der Lebensraum des Inlandtaipan?

Zum ersten Mal wurde der Inlandtaipan 1879 von Sir Frederick McCoy beschrieben. Während die Schlange früher auch in anderen australischen Bundesstaaten gesichtet wurde, kommt sie heute nur noch in den heißen, trockenen Wüsten-Gebieten von West-Queensland und seltener im Nord-Osten des Bundesstaats Südaustralien vor.

Die Schlange ist tagaktiv, kommt vor allem in den frühen Morgenstunden aus ihren Verstecken. Sonst lebt sie in Erdspalten und verlassenen Tierhöhlen. In der kühleren Jahreszeit ist sie auch am Nachmittag über der Erde.

Sommeroutfit: Diese Inlandstaipane zeigen die typisch hellere Sommerfärbung. Sie reicht von olivgrün bis hellbraun-gelblich. Der Inlandtaipan ist die einzige Schlange Australiens, die ihre Farbe je nach Jahreszeit wechselt.
Sommeroutfit: Diese Inlandstaipane zeigen die typisch hellere Sommerfärbung. Sie reicht von olivgrün bis hellbraun-gelblich. Der Inlandtaipan ist die einzige Schlange Australiens, die ihre Farbe je nach Jahreszeit wechselt.© picture alliance / Winfried Rothermel

Nicht nur die Tarnung, sondern auch die Sonne und die gut 50 Grad Hitze sind der Grund für den Farbwechsel der Schlangen. Im Winter ist der Inlandtaipan dunkelbraun. Die dunkleren Schuppen können Sonnenlicht besser absorbieren und helfen der wechselwarmen Schlange, sich besser warmzuhalten. Im Sommer nimmt das Tier eine olivgrüne bis hellbraun-gelbliche Färbung an, die es auch vor Überhitzung schützt.

Männchen werden mit 16 Monaten, Weibchen mit 28 Monaten geschlechtsreif. Haben sich die Schlangen gepaart, legt das Weibchen ungefähr im November, dem australischen Frühjahr, rund zehn bis 20 Eier. Diese sind zwischen 3,5 und sechs Zentimeter groß. Gut neun bis elf Wochen später schlüpfen die Jungtiere, die schon gut 47 Zentimeter groß sind.

Was fressen Inlandtaipane?

Die Schlangen jagen Kleinsäuger, hauptsächlich die Australische Langhaar-Ratte oder Mäuse. Diese treiben sie in deren Bau oder einer Erdspalte in die Enge. Dann beißen sie mehrmals schnell hintereinander zu. Das Gift ist so hoch konzentriert, damit es schnell wirkt. So muss die Schlange die Beute nicht loslassen und wird selbst von den Ratten im Todeskampf nicht gebissen. Außerdem erspart ihr das, dem Opfer in der Hitze Australiens lange folgen zu müssen, bis das Gift anschlägt.

Das Aufkommen ihrer Leibspeise, der Langhaar-Ratten, verläuft in Zyklen. In Zeiten der Trockenheit gibt es so gut wie keine der Säuger. In guten Zeiten vermehren sich die Ratten unglaublich schnell. Deshalb frisst sich der Inlandtaipan dann eine Fettreserve an. Gibt es dann fast keine Ratten mehr, weicht er natürlich auch auf andere Kleinsäuger und Nager, wie Mäuse, aus, aber zehrt auch von seinem Fett.

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Welche Schlangen sind noch giftig?

Es ist immer schwer, eine Top-Ten der gefährlichsten Schlangen weltweit zu erstellen. Denn wer die Liste anführt, ist eine Frage der Statistik. Zählt die Anzahl der Angriffe, die schnelle Wirkung des Giftes, zählen die menschlichen Todesopfer? Während der Inlandtaipan die Schlange mit dem höchst konzentrierten Gift ist, gibt es weltweit noch andere giftige Kandidat:innen. Hier stellen wir dir einige vor.

🐍 Küstentaipan: Dieser direkte Verwandte des Inlandtaipan ist zwar etwas weniger giftig, aber begegnet dafür öfter Menschen. Er kommt in den feuchten Wäldern Australiens und Papua-Neuguineas vor. Oft wird er auch Östlicher Taipan oder einfach nur Taipan genannt. Auch er ist sehr scheu und versteckt sich eher. Allerdings kam es schon zu Todesfällen.

🐍 Braunschlange: Auch sie ist weitläufig mit dem Inlandtaipan verwandt und kommt ausschließlich in Australien und Neuguinea vor. Es gibt neun Arten. Besonders die Gewöhnliche Braunschlange gilt als aggressiv und beißt sehr schnell. Immer wieder kommt es dadurch auch zu Todesfällen, obwohl sie vergleichsweise geringe Mengen Gift abgibt, dieses aber auch hochtoxisch wirkt.

🐍 Mambas: Insgesamt gibt es vier Arten. Alle leben in Afrika. Zu den bekanntesten zählen die Grüne und die Schwarze Mamba. Letztere heißt so aufgrund ihrer schwarzen Mundhöhle. Sie ist nicht nur hochgiftig, sondern auch sehr aggressiv. Das Opfer stirbt nach dem Biss an Atemlähmung. Die Schwarze Mamba zählt zu den schnellsten Schlangen der Welt. Sie bringt es auf bis zu 20 Stundenkilometer und wird bis zu vier Metern lang.

🐍 Kobras: In Afrika und Asien kommen gut 30 Arten vor. Neben den "Echten Kobras" gibt es verschiedene andere, wovon die Speikobras ihr Gift auf ihr Opfer spucken. Sie können sehr gut zielen und versuchen, den Kopf zu treffen. Gelangt ihr Gift in die Augen, kann das Opfer sogar erblinden. Auch sie töten allerdings mit einem Biss. Die indische Kobra ist auch unter dem Begriff Brillenschlange bekannt. Diesen Namen verdankt sie einer Zeichnung auf dem Nackenschild, die einer Brille ähnelt.

Königskobra: Mit einer Länge von bis zu fünf Metern gilt die indische Königskobra als die größte Giftschlange der Welt. Das Foto zeigt sie in ihrer typischen Drohgebärde. Die Schlange stellt sich auf und spreizt den Nackenschild. Dieser ist schmaler als bei den gewöhnlichen „Echten Kobras“.
Königskobra: Mit einer Länge von bis zu fünf Metern gilt die indische Königskobra als die größte Giftschlange der Welt. Das Foto zeigt sie in ihrer typischen Drohgebärde. Die Schlange stellt sich auf und spreizt den Nackenschild. Dieser ist schmaler als bei den gewöhnlichen „Echten Kobras“.© picture alliance / imageBROKER/FLPA/Malcolm Schuyl

🐍 Sandrasselotter: Sie ist nicht nur hochgiftig, sondern auch weitverbreitet. Die unterschiedlichen Arten kommen von Afrika über den Mittleren Osten bis nach Indien und Pakistan vor. Da sie sich gerne in der Nähe von menschlichen Siedlungen aufhält, kommt es oft zu tödlichen Bissen. Damit gilt sie als eine der gefährlichsten Giftschlangen für den Menschen. Manchmal wird sogar behauptet, es sei die Schlange, die die meisten Todesfälle pro Jahr fordert. Zahlen von 5.000 bis 10.000 sind im Umlauf. Sie gehört zur Familie der Vipern. Sie werden nur 30 bis 50 Zentimeter lang

🐍 Gabunviper: Es gibt die Östliche und die Westliche Gabunviper. Östliche Gabunvipern werden bis zu zwei Meter lang und zehn Kilo schwer. Dadurch zählen sie zu den schwersten Giftschlangen der Welt. Wie ihr Name schon sagt, kommen sie nur in Afrika vor. Ihre Giftzähne werden bis zu fünf Zentimeter lang und gehören damit zu den längsten weltweit. Da sie sehr langsam sind, werden sie sogar als Nahrungsmittel gejagt. Ihr Gift ist zwar sehr wirksam, aberr sie wehren sich nicht besonders. Deshalb sind Todesfälle sehr selten.

🐍 Klapperschlangen: Bekannt durch das typische Warnsignal ihrer Schwanzspitze, leben die Klapperschlangen alle in Amerika. Das Klappern wird durch Hornplatten erzeugt. Sie gehören zur Familie der Vipern und zur Unterfamilie der Grubenottern. Nicht alle Arten sind tödlich für den Menschen. Die großen, wie die Diamant-Klapperschlange und die Texas-Klapperschlange mit bis zu zwei Metern, aber schon. Allerdings kommt es trotz häufigerer Bisse selten zu Todesopfern. In Nordamerika sind die Schlangen so verbreitet, dass es überall Gegengifte gibt und die medizinische Behandlung ist allgemein bekannt.

Die wichtigsten Fragen zum Inlandtaipan

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