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Geringverdiener und Mittelschicht: Wer zählt dazu?

  • Veröffentlicht: 12.10.2022
  • 16:45 Uhr
  • Galileo
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© picture alliance/dpa | Kay Nietfeld

Energiekosten schießen in die Höhe und Produkte des täglichen Bedarfs werden teurer: Vor allem Menschen, die wenig verdienen, spüren das schmerzhaft, denn ihr Einkommen lässt wenig finanziellen Spielraum. Wer zählt eigentlich als Geringverdiener:in und wer zur Mittelschicht?

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Das Wichtigste zum Thema Geringverdiener

  • Welches Einkommen als Geringverdienst gilt, ist unterschiedlich definiert. Entsprechend uneinheitlich können die Grenzen sein, wer als Geringverdiener:in und wer schon zur Mittelschicht zählt.

  • Von Bedeutung ist die Einordnung, damit der Staat Menschen mit niedrigem Einkommen bei steigenden Ausgaben vor dem Abrutschen in die Armut bewahren kann.

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Aktuelle Debatte um Entlastungen

💶 Im Zuge der hohen Inflation und stark steigender Energiepreise wurden zahlreiche Entlastungen gerade für Geringverdiener:innen beschlossen. Dazu zählen die Energie-Pauschale, eine Entlastung bei den Sozialversicherungsbeiträgen sowie eine Anhebung des Kindergeldes.

📈 Zum 1. Januar 2023 steigt zudem die Zahl der Menschen, die Anspruch auf Wohngeld haben. Und aus der Grundsicherung Hartz IV wird das Bürgergeld - Erhöhung des Regelsatzes inklusive.

🔋 Ein Nachfolger des Neun-Euro-Tickets für den bundesweiten Personennahverkehr wird angestrebt, ebenso sollen Energiekosten zumindest für einen Basisverbrauch gedeckelt werden.

Niedriglohn nach OECD-Konvention: Welches Gehalt zählt dazu?

Laut der Definition der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gilt als Niedriglohn, was unterhalb von zwei Dritteln des mittleren Bruttolohns liegt.

Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) liegt die untere Grenze der Mittelschicht bei 15.719 Euro netto im Jahr.

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Welche Faktoren wirken sich laut Statistik auf das Verdienst aus?

  • Studien haben verschiedene Faktoren ausgemacht, die dazu beitragen, in der Gruppe der Geringverdiener:innen zu landen. Dazu gehört unter anderem das Geschlecht: Mehr Frauen als Männer zählen zu den Geringverdiener:innen.

  • Auch das Alter spielt eine Rolle: Junge Vollzeitbeschäftigte sind überdurchschnittlich oft betroffen.

  • Vollzeitbeschäftigte mit ausländischer Staatsangehörigkeit sowie Vollzeitbeschäftigte ohne Berufsabschluss müssen ebenfalls überdurchschnittlich oft mit einem geringen Lohn auskommen.

  • Zudem spielt der Wohnort eine wichtige Rolle: Im Osten Deutschlands sind im Verhältnis mehr Menschen Geringverdiener:innen als im Westen.

Welche Branchen besonders betroffen sind

🍻 Gastgewerbe

📑 Leiharbeit

🪓 Land- und Forstwirtschaft

📦 Logistik

🛒 Handel

🎤 Unterhaltungsbranche

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Erhöhung des Mindestlohnes

Seit dem 1. Oktober 2022 liegt der Mindestlohn bei 12 Euro pro Stunde. Davor betrug der Mindestlohn 10,45 Euro. Von der aktuellen Erhöhung sollen nach Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung etwa acht Millionen Beschäftigte profitieren.

2015 wurde der gesetzliche Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro eingeführt. Damals konnten sich vier Millionen Beschäftigte über eine Lohnerhöhung freuen - bis dahin hatten sie weniger als 8,50 Euro verdient.

So hat sich die Mittelschicht verändert

📊 Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) definiert die Mittelschicht als Einkommens-Gruppe, die zwischen 70 und 150 Prozent des mittleren Einkommens liegt. 2016 gehörte zur Mittelschicht, wer zwischen 15.719 Euro und 33.684 Euro netto im Jahr zur Verfügung hatte.

📉 Laut DIW schrumpft die Mittelschicht. So zählten 1996 65 Prozent der Bevölkerung dazu, 2016 waren es noch 56 Prozent.

↕️ Der Rückgang der Mittelschicht bedeutet auch: Die Gruppe der Besserverdiener:innen und Gruppe der Einkommensschwachen wachsen.

➡️ Durch die Polarisierung wird es für Mitglieder der unteren Einkommensschicht schwerer, aufzusteigen. Damit nimmt die Chancengleichheit beim Einkommen in Deutschland ab.

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