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Was ist eigentlich Gummi? Herstellung, Verwendung und weitere Fakten

  • Veröffentlicht: 16.08.2020
  • 17:30 Uhr
  • Galileo
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Gummi ist elastisch, wasserabweisend und widerstandsfähig - ideal für Autoreifen, Dichtungen, Handschuhe und Kondome. Schon die Mayas verwendeten Kautschuk, doch es war nicht elastisch. Dies schaffte erst die Vulkanisation.

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Kautschuk: die Basis für Gummi

🌳 Naturkautschuk wird aus dem Milchsaft (Latex) der Kautschuk-Bäume gewonnen. Es gibt aber auch synthetisch hergestelltes Kautschuk. Es basiert auf Erdöl.

🛶 Schon die Mayas formten aus Kautschuk Gummi-Bälle. Und die Ureinwohner im Amazonasgebiet nutzen Latex schon lange zum Abdichten ihrer Boote.

🌋 Richtig elastischen und stabilen Gummi gibt es aber erst seit 1839, als die Vulkanisation erfunden wurde.

🌡 Hierbei wird dem Kautschuk Schwefel zugegeben und die Masse dann unter Druck auf rund 150 Grad für etwa 10 Minuten erhitzt. Der Schwefel bildet Brücken zwischen den Kautschuk-Molekülen und macht die Masse so elastisch.

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Galileo

Alltagsheld Gummiband: die wichtigsten Life-Hacks

So ein Gummiband ist ein kleines Wunder: Immer wieder schrumpft es in seine Ursprungsgröße zurück. Daher ermöglicht es unzäglige Life-Hacks. Doch wie wird es so elastisch? Wir begeben uns auf die Suche nach seinem Ursprung: Thailand.

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  • 11:35 Min
  • Ab 12

Der "weinende" Kautschukbaum

Kautschukbäume wachsen in den Tropen. Sie werden zwischen 15 und 30 Meter hoch. Große Plantagen gibt es vor allem in Thailand, Indonesien und Malaysia.
Kautschukbäume wachsen in den Tropen. Sie werden zwischen 15 und 30 Meter hoch. Große Plantagen gibt es vor allem in Thailand, Indonesien und Malaysia. © picture alliance / pacific pressagency
Erst nach 5 Jahren werden die Bäume für die Latex-Produktion angezapft. Hierfür wird der Baum eingeritzt und eine Schale zum Auffangen angebracht. Nach und nach wird dann ein Rinden-Streifen mehr gelöst.
Erst nach 5 Jahren werden die Bäume für die Latex-Produktion angezapft. Hierfür wird der Baum eingeritzt und eine Schale zum Auffangen angebracht. Nach und nach wird dann ein Rinden-Streifen mehr gelöst.© Getty Images
Pro Tag liefert ein Baum 20 bis 30 Gramm Latex. In großen Tanks wird das dann abtransportiert. Übrigens: An sich dient der klebrige Milchsaft dem Baum zum Schutz bei Verletzungen.
Pro Tag liefert ein Baum 20 bis 30 Gramm Latex. In großen Tanks wird das dann abtransportiert. Übrigens: An sich dient der klebrige Milchsaft dem Baum zum Schutz bei Verletzungen.© picture alliance / Pacific PressAgency
Kautschukbäume wachsen in den Tropen. Sie werden zwischen 15 und 30 Meter hoch. Große Plantagen gibt es vor allem in Thailand, Indonesien und Malaysia.
Erst nach 5 Jahren werden die Bäume für die Latex-Produktion angezapft. Hierfür wird der Baum eingeritzt und eine Schale zum Auffangen angebracht. Nach und nach wird dann ein Rinden-Streifen mehr gelöst.
Pro Tag liefert ein Baum 20 bis 30 Gramm Latex. In großen Tanks wird das dann abtransportiert. Übrigens: An sich dient der klebrige Milchsaft dem Baum zum Schutz bei Verletzungen.
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Kondom: Eine Revolution

🐑 Bereits Ende des 19. Jahrhunderts gab es aufgerollte Kondome aus Kautschuk zu kaufen. Vorher nutzte man oft Schafsdärme.

🌋 Ab 1930 wurden die Kondome aus flüssigem Latex hergestellt, indem ein Glaskolben darin eingetaucht wurde. Dann wurde das Latex vulkanisiert.

😷 Bis heute sind die meisten Kondome aus Naturlatex. Für Allergiker gibt es aber auch welche aus anderen Materialien.

🎈 Übrigens: Von Latex-Produkten spricht man, wenn sie durch Eintauchen einer Form in flüssigen Latex entstehen, also zum Beispiel Kondome, Latexhandschuhe und Luftballons.

Der große Vorteil von Kondomen: Sie schützen auch vor Geschlechtskrankheiten.
Der große Vorteil von Kondomen: Sie schützen auch vor Geschlechtskrankheiten.© Getty Images
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Latex-Allergie: Die Eiweiße sind schuld

Einige Menschen haben eine Allergie auf Naturlatex. Sie vertragen bestimmte Eiweiß-Bestandteile nicht und bekommen einen Hautausschlag oder auch Atemprobleme. Synthetischer Kautschuk wird dagegen gut vertragen.

Autoreifen: Hier steckt der meiste Kautschuk drin

  • Durch die Erfindung der Autoreifen stieg die Kautschuk-Nachfrage ab Mitte des 19. Jahrhunderts enorm an.

  • Heute ist die Autoreifen-Industrie der mit Abstand größte Abnehmer von Naturkautschuk. Für die Produktion wird aber auch synthetischer Kautschuk beigemischt.

  • Das Problem: Der Abrieb. Der Großteil des Mikroplastiks in der Umwelt stammt von Reifen.

  • Unglaublich: Ein Reifen wiegt nach 40.000 Kilometer gerade mal 1,5 Kilogramm weniger. Allein in Deutschland entstehen so pro Jahr 120.000 Tonnen Reifenabrieb.

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Gummistiefel: Hättest du das gewusst?

Der Prototyp des Gummistiefels ist schon über 3.500 Jahre alt. Südamerikanische Ureinwohner tunkten ihre Schuhe in den Latex-Saft. Und wusstest du das Taihape die Hauptstadt der Treter ist und das Nokia früher Gummistiefel produzierte. Mehr kuriose Fakten gibt es hier.

Was wären wir nur ohne Kautschuk

Schuhsohlen sind meist aus Kautschuk oder Kunststoff.
Schuhsohlen sind meist aus Kautschuk oder Kunststoff.© Getty Images
Babysauger auf Flaschen und Schnuller bestehen entweder aus Latex oder Silikon.
Babysauger auf Flaschen und Schnuller bestehen entweder aus Latex oder Silikon.© Getty Images
Schon 1770 entdeckte ein Brite, dass Kautschuk Bleistiftstriche entfernt. Radiergummis bestehen heute entweder aus Naturkautschuk oder Kunststoff wie PVC.
Schon 1770 entdeckte ein Brite, dass Kautschuk Bleistiftstriche entfernt. Radiergummis bestehen heute entweder aus Naturkautschuk oder Kunststoff wie PVC.© Getty Images
Luftballons sind meist aus Kunststoff oder Naturkautschuk.
Luftballons sind meist aus Kunststoff oder Naturkautschuk.© Getty Images
Eine Waschmaschine ohne Dichtungen und Schläuche möchte wohl keiner haben.
Eine Waschmaschine ohne Dichtungen und Schläuche möchte wohl keiner haben.© Getty Images
In der modernen Industrie ist Gummi nicht mehr wegzudenken: Ohne Förderbänder, Antriebsriemen, Schaumgummis, Dämpfer, Wärme- und Schalldämmung ständen viele Betriebe still.
In der modernen Industrie ist Gummi nicht mehr wegzudenken: Ohne Förderbänder, Antriebsriemen, Schaumgummis, Dämpfer, Wärme- und Schalldämmung ständen viele Betriebe still. © Getty Images
Schuhsohlen sind meist aus Kautschuk oder Kunststoff.
Babysauger auf Flaschen und Schnuller bestehen entweder aus Latex oder Silikon.
Schon 1770 entdeckte ein Brite, dass Kautschuk Bleistiftstriche entfernt. Radiergummis bestehen heute entweder aus Naturkautschuk oder Kunststoff wie PVC.
Luftballons sind meist aus Kunststoff oder Naturkautschuk.
Eine Waschmaschine ohne Dichtungen und Schläuche möchte wohl keiner haben.
In der modernen Industrie ist Gummi nicht mehr wegzudenken: Ohne Förderbänder, Antriebsriemen, Schaumgummis, Dämpfer, Wärme- und Schalldämmung ständen viele Betriebe still.
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