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Horn ist wertvoller als Gold: Deshalb werden Nashörner gejagt

  • Veröffentlicht: 09.12.2021
  • 16:00 Uhr
  • Gerda Naumann

Nashörner werden brutal gejagt. Ihr Horn gilt in Asien als Wunderheilmittel und ist doppelt so wertvoll wie Gold. Deshalb werden die Wilderer immer gieriger. Im Clip: Wie Forschende die bedrohten Tiere retten wollen.

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Das Wichtigste zum Thema Wilderei von Nashörnern

  • Nashörner kommen in Afrika und Asien vor, sind jedoch vom Aussterben bedroht.

  • Der Grund: Wilderei. Der Preis für das Horn der Tiere ist oft doppelt so hoch wie Gold: 20.000 bis 60.000 US-Dollar pro Kilo.

  • Naturschutzgruppen wie der WWF schätzen: Die Händler:innen setzen jedes Jahr zwischen 8 und 19 Milliarden Dollar um.

  • Wie katastrophal die Wilderei zuschlägt, zeigt eine Statistik des WWF: Im ersten Halbjahr 2021 fielen demnach 249 Nashörner der Wilderei zum Opfer. Das sind 50 Prozent mehr als im Vorjahr. 2020 waren die Zahlen gesunken - vermutlich aufgrund der Corona-Lockdowns.

  • Größter Abnehmer ist Asien. Hier gilt das Horn als Heilmittel.

  • Ähnlich bedroht sind Elefanten wegen ihrer Stoßzähne aus Elfenbein.

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Eine Eliteeinheit schützt die Nashörner im Kruger Nationalpark: Unsere Galileo-Reporterin war vor Ort!

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Verbreitungsgebiete von Nashörnern

Historisch war das Breitmaulnashorn fast über den ganzen afrikanischen Kontinent verbreitet. Heute kommen die Dickhäuter nur noch in den südlichen Ländern zwischen Sambia und Südafrika vor.
Historisch war das Breitmaulnashorn fast über den ganzen afrikanischen Kontinent verbreitet. Heute kommen die Dickhäuter nur noch in den südlichen Ländern zwischen Sambia und Südafrika vor.© Getty Images / mARTi
Einst war das Spitzmaulnashorn über weite Teile des afrikanischen Kontinents südlich der Sahara verbreitet - heute erstreckt sich sein Lebensraum nur noch von Kenia die Küste hinab bis nach Südafrika.
Einst war das Spitzmaulnashorn über weite Teile des afrikanischen Kontinents südlich der Sahara verbreitet - heute erstreckt sich sein Lebensraum nur noch von Kenia die Küste hinab bis nach Südafrika.© Getty Images / mARTi
Vom Fuß des Himalajas in Bhutan und dem äußersten Osten Indiens über Bangladesch, Myanmar, Thailand bis auf die Malaiische Halbinsel, Sumatra und Borneo lebte das Sumatranashorn einst. Nun kommt es nur noch in Indonesien vor.
Vom Fuß des Himalajas in Bhutan und dem äußersten Osten Indiens über Bangladesch, Myanmar, Thailand bis auf die Malaiische Halbinsel, Sumatra und Borneo lebte das Sumatranashorn einst. Nun kommt es nur noch in Indonesien vor.© Picture Alliance / mARTi
Das Panzernashorn bewohnte früher den gesamten Norden des indischen Subkontinents. Heute ist es nur noch im östlichen Indien und im Tieflandsgebiet Nepals beheimatet.
Das Panzernashorn bewohnte früher den gesamten Norden des indischen Subkontinents. Heute ist es nur noch im östlichen Indien und im Tieflandsgebiet Nepals beheimatet.© Picture Alliance / mARTi
Java, Bangladesh, Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam, Borneo, Sumatra und der Süden Chinas - alles Länder, in denen das Javanashorn einst lebte. Heute gibt es nur noch eine Restpopulation im Ujung-Kulon-Nationalpark an der Westspitze von Java.
Java, Bangladesh, Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam, Borneo, Sumatra und der Süden Chinas - alles Länder, in denen das Javanashorn einst lebte. Heute gibt es nur noch eine Restpopulation im Ujung-Kulon-Nationalpark an der Westspitze von Java. © Picture Alliance / mARTi
Historisch war das Breitmaulnashorn fast über den ganzen afrikanischen Kontinent verbreitet. Heute kommen die Dickhäuter nur noch in den südlichen Ländern zwischen Sambia und Südafrika vor.
Einst war das Spitzmaulnashorn über weite Teile des afrikanischen Kontinents südlich der Sahara verbreitet - heute erstreckt sich sein Lebensraum nur noch von Kenia die Küste hinab bis nach Südafrika.
Vom Fuß des Himalajas in Bhutan und dem äußersten Osten Indiens über Bangladesch, Myanmar, Thailand bis auf die Malaiische Halbinsel, Sumatra und Borneo lebte das Sumatranashorn einst. Nun kommt es nur noch in Indonesien vor.
Das Panzernashorn bewohnte früher den gesamten Norden des indischen Subkontinents. Heute ist es nur noch im östlichen Indien und im Tieflandsgebiet Nepals beheimatet.
Java, Bangladesh, Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam, Borneo, Sumatra und der Süden Chinas - alles Länder, in denen das Javanashorn einst lebte. Heute gibt es nur noch eine Restpopulation im Ujung-Kulon-Nationalpark an der Westspitze von Java.
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Deshalb wird gewildert

In Asien, vor allem in China, zahlen Käufer:innen Spitzenpreise. Nashorn-Pulver gilt als Wundermittel gegen Entzündungen, Fieber und sogar Krebs. Was natürlich Quatsch ist, sagt auch die Wissenschaft! Das Horn der Nashörner besteht aus der gleichen Substanz wie unsere Fingernägel oder Haare Keratin.

Vom Handel profitieren sowohl Privatleute als auch Regierungen. Denn die versuchen, den Handel mit Horn wieder zu legalisieren.

So grauenvoll gehen Wilderer vor

🦏 Mit Betäubungspfeilen, Armbrust-Bolzen oder Gewehren werden die Tiere zur Strecke gebracht. Auch Gift kommt zum Einsatz.

🦏 Dann entfernen die Wilderer die Hörner brutal mit Macheten oder Kettensägen. Ein Schnitt direkt unterhalb des Horns ist lässt es „wie von allein“ abbrechen.

🦏 Meist leben die Tiere bei der blutigen Prozedur noch, aber die Wildhüter:innen kommen meist zu spät.

🦏 Oft sind die Wilderer bewaffnet und haben einen militärischen Hintergrund – Rebellengruppen, die häufig auch mit Drogen oder Menschen handeln.

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Maßnahmen gegen die Wilderei

Nach einer Konvention der Vereinten Nationen ist der internationale Handel mit Nashornhörnern seit 1977 verboten – 2009 untersagte Südafrika auch den inländischen Handel, hob 2016 das Verbot allerdings wieder auf.

Eindämmung durch Legalisierung?

Die Hornhandel-Legalisierung ist seit Jahren heftiger Streitpunkt: Gegner:innen befürchten den Anstieg der Nachfrage, wie es bei vorrübergehenden Lockerungen des Elfenbeinhandelsverbots der Fall war. Tierschützer:innen finden die Vorstellung absurd, Wildtiere zu Lieferanten einer nachwachsenden Ressource herabzustufen. Eine Einigung ist nicht in Sicht.

Ranger bezahlen mit ihrem Leben

Bei dem Kampf gegen die Wilderei sterben viele meist nicht so gut ausgerüstete Wildhüter:innen. Mit allen Mitteln versuchen sie, die Tiere zu sichern. So zum Beispiel durch:

  • DNA-Proben: Die Proben können von Wilderern verkaufte Hörner mit getöteten Nashörnern in Verbindung bringen.
  • Farbstoff oder Gift in den Hörnern: Die Hörner sollen so für das organisierte Verbrechen unbrauchbar werden.
  • Hörner präventiv absägen: Leider wächst das Horn sehr schnell nach und die Betäubung belastet die Tiere.

Ein Sender im Horn

Tierschützer:innen bohren am im Phinda Naturschutzreservat (Südafrika) ein Loch in das Horn eines betäubten Breitmaulnashorns, um einen batteriebetriebenen Sender einzusetzen.
Tierschützer:innen bohren am im Phinda Naturschutzreservat (Südafrika) ein Loch in das Horn eines betäubten Breitmaulnashorns, um einen batteriebetriebenen Sender einzusetzen.© picture alliance / dpa
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Das Ausmaß der Ausrottung

Bis 10.000 Jahre v. Chr. besiedelten historische Nashornarten sogar Teile Europas - darunter das Waldnashorn, Wollnashorn und Steppennashorn. Heute leben nur noch 5 Arten in Afrika und Asien:

  • Breitmaulnashorn
  • Spitzmaulnashorn
  • Sumatranashorn
  • Panzernashorn
  • Javanashorn
Galileo

Last Male Standing: Das letzte Nashorn

Sudan ist das letzte Männchen unter den nordlichen Breitmaulnashörnern. Stirbt er, stirbt seine Art. Darum wird er Tag und Nacht von schwerbewaffneten Rangern bewacht. Wir haben den einsamen Bullen besucht.

  • Video
  • 09:47 Min
  • Ab 12

Welche Tiere sind noch durch Wilderei vom Aussterben bedroht?

🐘 Elefanten-Stoßzähne aus Elfenbein sind ähnlich gefragt wie das Horn der Nashörner: Jährlich kommen in Afrika etwa 20.000 deshalb ums Leben.

🦈 Auch Haie und Rochen werden gejagt: Ihre Flossen gelten in vielen asiatischen Ländern als Potenzmittel.

🐅 Großkatzen werden vorrangig wegen ihrer Körperteile gejagt. Weil die Tiger-Population mittlerweile auf weniger als 4.000 geschrumpft ist, widmen sich Wilderer nun Löwen, Leoparden und Jaguaren.

🦍 In Afrika und Asien werden verschiedenste Affenarten für den Verzehr und den illegalen Handel mit sogenanntem "Buschfleisch" gejagt, darunter auch die hochbedrohten Gorillas und Schimpansen.

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