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ICARUS: Sind Naturkatastrophen dank Tierverhalten früher vorhersagbar?

  • Veröffentlicht: 04.11.2021
  • 19:30 Uhr
  • Galileo
Article Image Media
© picture alliance / dpa | MaxCine

Tiere reagieren durch auffälliges Verhalten früher auf nahende Naturkatastrophen als technische Messgeräte. Das wollen Forschende um Martin Wikelski nutzbar machen. In der Kooperation ICARUS entwickeln sie mit speziellen Mini-Sendern ein Frühwarnsystem der Tiere.

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Das Wichtigste zur Kooperation ICARUS

  • Der Name ist eine Abkürzung für "International Cooperation for Animal Research Using Space", also "Internationale Kooperation zur Erforschung von Tieren mithilfe des Weltraums".

  • Wissenschaftler:innen aus aller Welt haben sich zusammengefunden, um mithilfe von Mini-Sendern ein satellitengestütztes System zur Beobachtung von Tieren zu entwickeln.

  • Mit der Animal Tracker App kannst auch du ein Teil von ICARUS werden und deine Tier-Beobachtungen teilen.

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Online-Datenbank zu Tierverhalten

Unter der Ko-Leitung von Martin Wikelski vom Max-Planck-Institut in Konstanz haben sich mit ICARUS internationale Wissenschaftler:innen zusammengeschlossen. Sie rüsten Tiere verschiedener Arten mit Mini-Sendern aus.

Diese schicken Messdaten über Satelliten im Weltall, mit der Internationalen Raumstation (ISS) als Basis, an Bodenstationen überall auf der Welt.

Dort werten Fach-Teams die Daten aus und speichern die Ergebnisse in der frei zugänglichen Datenbank Movebank. Dank der Arbeit von mehr als 5.000 Wissenschaftler:innen finden sich in der Datenbank weltweit rund 600 Millionen Positionen von etwa 750 Tierarten.

Auch bei der Technologie der Mini-Sender verfolgt ICARUS einen "Open-Source"-Ansatz. Das heißt, die technischen Einzelheiten sollen auch für andere Herstellende verfügbar sein.

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Künftiges Frühwarnsystem der Tiere?

Grundsätzlich möchten die Forschenden mit ICARUS mehr über das Leben und Verhalten der Tiere auf der Erde herausfinden: Wo halten sie sich oft und gern auf? Wann und wohin flüchten sie?

Mit Antworten auf solche Fragen wollen die Wissenschaftler:innen den Artenschutz stärken. Auch könnten die Erkenntnisse zu den tierischen Wanderwegen Rückschlüsse auf die Verbreitung von Infektionskrankheiten wie das Corona-Virus oder die Vogelgrippe liefern.

Darüber hinaus könnte ICARUS die Grundlage für eine Art Frühwarnsystem der Tiere werden. Bisherige Forschung deutet an: Noch bevor technische Messgeräte bei einem Erdbeben oder Vulkanausbruch Alarm schlagen, verhalten sich Tiere auffällig - umso auffälliger, je näher sie sich am Zentrum der Naturkatastrophe befinden.

Den tierischen 6. Sinn der Wahrnehmung wollen die Expert:innen nutzbar machen. Mit den Daten zum Tierverhalten sollen Naturkatastrophen früher vorhersagbar werden. Vorzeitige Schutzmaßnahmen wie Evakuierungen könnten viele Leben retten und Sachschäden erheblich verringern.

Bis zu so einem möglichen Frühwarnsystem der Tiere braucht es aber noch weitere Forschung. Für verlässliche Erkenntnisse brauchen die Wissenschaftler:innen mehr Daten und Auswertungen, woran sie mit ICARUS arbeiten.

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Werde ein Teil von ICARUS mit der Animal-Tracker-App

🧐 Dank der Mini-Sender erhalten die Wissenschaftler:innen auf wenige Meter exakte Standort-Informationen der Tiere.

🐘 Um darüber hinaus mehr über das genaue Verhalten der Tiere an den jeweiligen Orten zu erfahren, haben die Fachleute von ICARUS die kostenlose Animal Tracker App entwickelt.

📷 Darüber können auch alle, die weltweit hobbymäßig Tiere beobachten, ihre Beobachtungen von mit Sendern bestückten Tieren mitteilen. Durch den Upload von Fotos und Beschreibungen erweitern sie den Bestand der Forschungsdatenbank Movebank.

🙏 Im Zweifel können durch die aktive Mithilfe der Öffentlichkeit auch Tiere oder verloren gegangene Sender wiedergefunden finden.

📲 Die Animal-Tracker-App gibt's sowohl im Play-Store von Google als auch im App-Store von Apple. Eine Anleitung zur App findest du auf der ICARUS-Webseite.

Willst du noch mehr über ICARUS erfahren?

ICARUS-Webseite

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