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Keine Panik vor Impfstoff-Mangel! Warum Moderna für den Booster genauso effektiv ist

  • Veröffentlicht: 24.11.2021
  • 19:45 Uhr
  • Nicole Lemberg

Die Nachfrage nach Booster-Impfungen steigt, dennoch drosselt Gesundheitsminister Spahn die Biontech-Lieferungen. Aber keine Sorge: Es gibt genug Impfstoff! Wie groß der Vorrat ist und warum der Wirkstoff von Moderna besser als sein Ruf ist. Extra im Clip: So unterscheiden sich die Impfstoffe.

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Die aktuelle Lage beim Impfstoff-Vorrat

  • Für die Auffrischungs-Impfung werden ausschließlich mRNA-Impfstoffe eingesetzt. Sowohl der Impfstoff von BioNTech/Pfizer, als auch das Mittel von Moderna sind geeignet.

  • Der Wirkstoff von BioNTech bleibt trotzdem die Nummer 1 für viele Deutsche. Zuletzt fielen laut dem Gesundheitsministerium 90 Prozent aller Bestellungen von Arztpraxen und Behörden auf diesen Impfstoff.

  • Bis Jahresende sollen weitere 24 Millionen Dosen von BioNTech verfügbar sein. Zu wenig, wenn man von knapp 30 Millionen Erst-, Zweit- und Auffrischungsimpfungen ausgeht, die dieses Jahr noch anstehen.

  • Gleichzeitig hat Deutschland noch 16 Millionen Impfdosen vom Moderna-Vakzin vorrätig, die nächstes Jahr zu verfallen zu drohen.

  • Gesundheitsminister Jens Spahn hat deshalb die Lieferung an Impfdosen von BioNTech eingeschränkt und wirbt mit Moderna als gleichwertige Alternative.

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Der Vorrats-Speicher von BioNTech leert sich

Der Impfstoff des Mainzer Biotechnologie-Unternehmens BioNTech genießt den besten Ruf in Deutschland. Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov vom Frühjahr gilt der Wirkstoff in der Bevölkerung als am vertrauenswürdigsten.

Zugleich wollen immer mehr Menschen eine Auffrischungs-Impfung. Geboostert wird aktuell vorwiegend mit dem Wirkstoff von BioNTech - und der Vorrat wird langsam knapp. Das Bundesgesundheitsministerium hat die Lieferung deshalb rationiert - Arztpraxen bekommen nur noch 30 Impfdosen in der Woche.

Das Vakzin von BioNTech könnte außerdem bald für die Impfung von Kindern gebraucht werden. Eine Entscheidung der europäischen Arzneimittelbehörde EMA über die Zulassung des Impfstoffs für Kinder zwischen 5 und 11 Jahren wird zeitnah erwartet.

So wirken mRNA-Impfstoffe in unserem Körper

Auf der Oberfläche der Corona-Viren befinden sich kleine Proteine mit einer ganz spezifischen Form, die sogenannten Spike-Proteine. Die nutzt man bei der Herstellung von mRNA-Impfstoffen. Zuerst identifizieren Forschende die mRNA im Corona-Virus, die diese Spike-Proteine herstellt, und vervielfältigen sie dann im Labor. Im nächsten Schritt umhüllen sie die Kopien der mRNA mit Fett und impfen sie in den Oberarm-Muskel. Das Fet
Auf der Oberfläche der Corona-Viren befinden sich kleine Proteine mit einer ganz spezifischen Form, die sogenannten Spike-Proteine. Die nutzt man bei der Herstellung von mRNA-Impfstoffen. Zuerst identifizieren Forschende die mRNA im Corona-Virus, die diese Spike-Proteine herstellt, und vervielfältigen sie dann im Labor. Im nächsten Schritt umhüllen sie die Kopien der mRNA mit Fett und impfen sie in den Oberarm-Muskel. Das Fet© Galileo
… in die Körperzellen. Diese nehmen die mRNA nämlich mit dem Bauplan für die Spike-Proteine aus dem Blut auf …
… in die Körperzellen. Diese nehmen die mRNA nämlich mit dem Bauplan für die Spike-Proteine aus dem Blut auf …© Galileo
… und produzieren nach kurzer Zeit selbst Spike-Proteine. Die haben dieselbe Struktur wie Corona-Viren.
… und produzieren nach kurzer Zeit selbst Spike-Proteine. Die haben dieselbe Struktur wie Corona-Viren.© Galileo
Das Immunsystem erkennt die Spike-Proteine als "fremd" und produziert dagegen Antikörper. Zudem "merken" sich die Immun-Gedächtniszellen die Struktur der Antikörper. Die Impfung regt außerdem die Bildung von T-Zellen an, welche später das Immunsystem beim Kampf gegen die Viren unterstützen.
Das Immunsystem erkennt die Spike-Proteine als "fremd" und produziert dagegen Antikörper. Zudem "merken" sich die Immun-Gedächtniszellen die Struktur der Antikörper. Die Impfung regt außerdem die Bildung von T-Zellen an, welche später das Immunsystem beim Kampf gegen die Viren unterstützen.© Galileo
Wenn sich nun später die oder der Geimpfte mit dem echten Corona-Virus infiziert, erkennt das Immunsystem sofort die Spike-Proteine und beginnt mit der Antikörper-Produktion. Diese binden an die Viren und verhindern so, dass sie in Körperzellen eindringen können. Die T-Zellen helfen dabei, bereits infizierte Zellen zu zerstören, bevor sich die Viren darin vermehren.
Wenn sich nun später die oder der Geimpfte mit dem echten Corona-Virus infiziert, erkennt das Immunsystem sofort die Spike-Proteine und beginnt mit der Antikörper-Produktion. Diese binden an die Viren und verhindern so, dass sie in Körperzellen eindringen können. Die T-Zellen helfen dabei, bereits infizierte Zellen zu zerstören, bevor sich die Viren darin vermehren. © Galileo
Auf der Oberfläche der Corona-Viren befinden sich kleine Proteine mit einer ganz spezifischen Form, die sogenannten Spike-Proteine. Die nutzt man bei der Herstellung von mRNA-Impfstoffen. Zuerst identifizieren Forschende die mRNA im Corona-Virus, die diese Spike-Proteine herstellt, und vervielfältigen sie dann im Labor. Im nächsten Schritt umhüllen sie die Kopien der mRNA mit Fett und impfen sie in den Oberarm-Muskel. Das Fet
… in die Körperzellen. Diese nehmen die mRNA nämlich mit dem Bauplan für die Spike-Proteine aus dem Blut auf …
… und produzieren nach kurzer Zeit selbst Spike-Proteine. Die haben dieselbe Struktur wie Corona-Viren.
Das Immunsystem erkennt die Spike-Proteine als "fremd" und produziert dagegen Antikörper. Zudem "merken" sich die Immun-Gedächtniszellen die Struktur der Antikörper. Die Impfung regt außerdem die Bildung von T-Zellen an, welche später das Immunsystem beim Kampf gegen die Viren unterstützen.
Wenn sich nun später die oder der Geimpfte mit dem echten Corona-Virus infiziert, erkennt das Immunsystem sofort die Spike-Proteine und beginnt mit der Antikörper-Produktion. Diese binden an die Viren und verhindern so, dass sie in Körperzellen eindringen können. Die T-Zellen helfen dabei, bereits infizierte Zellen zu zerstören, bevor sich die Viren darin vermehren.
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Herrscht also bald wieder Impfstoff-Mangel in Deutschland?

✅ Das Gesundheitsministerium gibt Entwarnung: Es ist genug Impfstoff vorhanden. Insgesamt sollen rund 50 Millionen Impfdosen bis Ende Dezember zur Verfügung stehen.

🏆 Aktuell hat Deutschland rund 16 Millionen Impfdosen von Moderna vorrätig. Jens Spahn ruft deshalb aktiv zur Nutzung des Moderna-Wirkstoffes auf. Das Vakzin von BioNTech sei der Mercedes und der von Moderna der Rolls-Royce, sagte der Gesundheitsminister. 

💉 Auch Klaus Cichutek, Chef des Paul-Ehrlich-Institutes bestätigte: "Beide Impfstoffe sind gleichwertig."

Galileo vom 2020-09-29

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Was unterscheidet die Impfstoffe von Moderna und BioNTech?

🤝 Hinsichtlich der Wirkung unterscheiden sich die Impfstoffe kaum. Beide nutzen die mRNA-Technologie, bei der genetische Informationen von Krankheitserregern an Körper-Zellen übermittelt werden.

❄ Einen großen Unterschied gibt es allerdings in der Lagerung. Der Impfstoff Corminaty von BioNTech muss bei -90 bis -60 Grad gelagert werden und ist dadurch 9 Monate haltbar - unverdünnt hält er im Kühlschrank bei 2 bis 8 Grad maximal 31 Tage.

Spikevax von Moderna kann hingegen knapp 7 Monate lang bei -25 bis -15 Grad gelagert werden. Im Kühlschrank hält sich der Wirkstoff ungeöffnet weitere 31 Tage lang.

🤧 Die möglichen Nebenwirkungen sind bei beiden ähnlich niedrig.

🚫 Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Moderna allerdings nur Menschen über 30 Jahren, da bei Jüngeren das Risiko einer Herzmuskel-Entzündung etwas höher ist.

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