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Mars-Helikopter: Ingenuity fliegt das 25. Mal

  • Veröffentlicht: 07.01.2022
  • 11:45 Uhr
  • Peter Schneider
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© NASA/JPL-Caltech

Ein Jahr nach dem ersten Start ist Ingenuity zum Vielflieger geworden und schon 25 Male abgehoben. Dabei sollte der Mars-Hubschrauber nur beweisen, dass er funktioniert. Nun unterstützt der neue Star auf dem roten Planeten sogar den Rover Persverance als Kundschafter. Sieh selbst!

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Das Wichtigste zum Thema Mars-Helikopter Ingenuity

  • Ingenuity ist am vergangenen Freitag zum 25. Mal abgehoben. Der Marscopter flog 5,5 Meter pro Sekunde (etwa 20 Stundenkilometer), Geschwindigkeitsrekord! Dabei flog das kleine Gerät 161 Sekunden lang und 704 Meter weit, ebenfalls ein Rekord.

  • Mittlerweile verbrachte er insgesamt mehr als 30 Minuten in der Luft und legte dabei mehr als 4 Kilometer zurück!

  • Vielflieger: Ursprünglich sollte der würfelförmige Helikopter nur 5-mal abheben. Sein Auftrag war lediglich der Beweis, dass Hubschrauber auf dem Mars überhaupt funktionieren. Doch er ist so zuverlässig, dass die NASA ihn nun auf Erkundungsflüge schickt.

  • Der Helikopter landete am 12. Februar 2021 auf dem Mars - damals noch als Passagier des neuen Mars-Rovers Perseverance.

  • Der Erfolg von Ingenuity eröffnet der Marsforschung völlig neue Perspektiven. Denn Hubschrauber könnten Orte auskundschaften, die für fahrende Roboter unzugänglich sind - beispielsweise Schluchten und Höhlen.

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Landeplatz für Flug 19

Die Ingeniuer:innen der NASA haben sich schon einen Landeplatz für Flug 19 ausgesucht. Problem: Seine Route dorthin führt über eine öde Sandwüste. Der Heli mag das aber nicht, weil er Steine als Wegweiser benötigt. Die Ingenieur:innen fürchten nun, Ingenuitys Navi könnte den Flug abbrechen.
Die Ingeniuer:innen der NASA haben sich schon einen Landeplatz für Flug 19 ausgesucht. Problem: Seine Route dorthin führt über eine öde Sandwüste. Der Heli mag das aber nicht, weil er Steine als Wegweiser benötigt. Die Ingenieur:innen fürchten nun, Ingenuitys Navi könnte den Flug abbrechen.© NASA / JPL-Caltech

So fliegt der Mars-Heli

Der Mini-Helikopter Ingenuity ist das erste Fluggerät mit eigenem Antrieb auf einem anderen Planeten. Er wiegt nur 2 Kilogramm.

Die Mars-Atmosphäre ist etwa 100-mal dünner als die Atmosphäre auf der Erde. Also muss der Heli unter Bedingungen abheben, die denen der Erde in 30 Kilometern Höhe entsprechen. Daher drehen sich die beiden solarbetriebenen Rotoren bis zu 2.900-mal pro Minute. Zum Vergleich: Bei einem normalen Helikopter auf der Erde rotieren sie 400- bis 600-mal pro Minute.

Flugroute von Ingenuity: Der Strom reicht für 90 Sekunden Flugzeit.
Flugroute von Ingenuity: Der Strom reicht für 90 Sekunden Flugzeit.© NASA/JPL-Caltech

Der Hubschrauber hat 90 Sekunden Zeit, um Bilder auf dem Mars zu schießen - dann muss er seine Batterien wieder aufladen. Da er dafür nur einen Tag benötigt, könnte er theoretisch täglich fliegen.

Pointe: 2/3 seiner Power (etwa so stark wie 3 Smartphone-Batterien) braucht er für die Heizung, um in der eiskalten Mars-Nacht nicht einzufrieren.

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Der erste Flug des Mars-Heli Ingenuity

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Schnellstraße auf dem roten Planeten

Teamwork: Wie nützlich er als Kundschafter sein kann, hat der Helikopter schon demonstriert. Bei seinem 12. Flug hat er aus der Vogelperspektive eine wissenschaftlich interessante Location gefunden - und dazu noch eine Art Schnellstraße für den fahrenden Rover.
Teamwork: Wie nützlich er als Kundschafter sein kann, hat der Helikopter schon demonstriert. Bei seinem 12. Flug hat er aus der Vogelperspektive eine wissenschaftlich interessante Location gefunden - und dazu noch eine Art Schnellstraße für den fahrenden Rover.© NASA / JPL
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Wer steuert den Mars-Helikopter eigentlich?

👨‍✈️ Der Mars-Helikopter hat einen Chefpiloten: den Norweger Håvard Grip. Dieser legt die Flugroute aber schon vorm Flug fest. Sobald Ingenuity anhebt, fliegt der Heli völlig auf sich allein gestellt.

🌡️ Marsianischer Warmduscher! Ingenuity fliegt immer am späten Vormittag. Dann ist es auf dem Mars vergleichsweise warm.

💨 Stürme können dem Heli laut Chefpilot Grip nicht viel anhaben, dafür sei die Marsluft zu dünn. Trotzdem: Ab 10 Meter pro Sekunde Windgeschwindigkeit hebt der Helikopter nicht ab, sicher ist sicher.

📐 Die NASA denkt bereits nach über größere und bis zu 30 Kilo schwere Nachfolger von Ingenuity.

🚁 Laut Grip wird es aber voraussichtlich keinen Marshubschrauber für Astronautinnen und Astronauten geben. Das Problem: Der Hubschrauber müsste gigantisch ausfallen, um auf dem Mars einen Menschen anzuheben.

Ingenuity vor dem Start

Ingenuity beim Test auf der Erde: Die 2 Rotoren des Mars-Hubschraubers wiegen zusammen nur 70 Gramm.
Ingenuity beim Test auf der Erde: Die 2 Rotoren des Mars-Hubschraubers wiegen zusammen nur 70 Gramm. © NASA/Cory Huston
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Ausgesetzt auf dem Mars

Ingenuity reiste unter dem Rover montiert und geschützt von einer Abdeckung zum Mars. Ein paar Tage nach der Landung setzte Perseverance den Heli auf dem Boden ab.
Ingenuity reiste unter dem Rover montiert und geschützt von einer Abdeckung zum Mars. Ein paar Tage nach der Landung setzte Perseverance den Heli auf dem Boden ab.© NASA / JPL

FAQs zum Mars-Helikopter

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