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Inventur im Wald: Die Vermessung der Bäume

  • Veröffentlicht: 11.03.2022
  • 07:45 Uhr
  • Alena Brandt

Wald, wie geht's dir? Das klärt die Bundeswald-Inventur. Inventur-Trupps erfassen, welche Baumarten besonders verbreitet sind und wie groß die Waldfläche ist. Eine Mitarbeiterin erzählt, warum die Messpunkte geheim sind. Im Clip: Der Wald als Investmentobjekt.

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Das Wichtigste zum Thema Bundeswaldinventur

  • Die Bundeswald-Inventur erfasst den Zustand der deutschen Wälder. Sie klärt etwa folgende Fragen: Welche Baumarten wachsen? Wie groß ist die Waldfläche? Wie viel Holz wächst nach? Wer bewirtschaftet den Wald?

  • Derzeit sind landesweit Mess-Trupps für die 4. Waldinventur unterwegs. Alle Daten sollen bis Ende 2022 erhoben werden. Die vorigen Bundeswald-Inventuren gab es 2012, 2002 und 1987.

  • Auftraggeber für die Bundeswald-Inventur ist das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Die Bundeswald-Agentur ist ein gesetzlicher Auftrag.

  • Und warum der Aufwand? Der Zustand des Waldes) soll Daten für die Holzindustrie und für Klimaberichte liefern. So lässt sich etwa leichter abschätzen, wie viel CO2 deutsche Wälder speichern können.

  • Rund 75.000 Messpunkte gibt es, die sich wie ein Raster über ganz Deutschland ziehen. Wo diese liegen, ist geheim.

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Welche Bäume wachsen in Deutschland am häufigsten?

Diese Bäume wachsen in Deutschland am häufigsten.
Diese Bäume wachsen in Deutschland am häufigsten.

Inventur im Wald - so sieht das in Hessen aus

Inventur im Wald: Die Vermessung der Bäume

Katrin Beitsch vom Inventur-Team sucht nach der im Boden versteckten Markierung des Stichproben-Mittelpunktes.
Katrin Beitsch vom Inventur-Team sucht nach der im Boden versteckten Markierung des Stichproben-Mittelpunktes.© HessenForst
Den Umfang der Bäume misst Thomas Ullrich auf Brusthöhe. Mit den Daten errechnet das Team, wie viel Holz im Wald vorhanden ist.
Den Umfang der Bäume misst Thomas Ullrich auf Brusthöhe. Mit den Daten errechnet das Team, wie viel Holz im Wald vorhanden ist.© HessenForst
Frauke Thorade misst den Umfang einer Buche und gibt die Daten in einen wetterfesten Laptop ein.
Frauke Thorade misst den Umfang einer Buche und gibt die Daten in einen wetterfesten Laptop ein.© HessenForst
Thomas Ullrich von HessenForst checkt Bäume mit einem Kompass, um sie in 10 Jahren bei der nächsten Inventur wiederzufinden.
Thomas Ullrich von HessenForst checkt Bäume mit einem Kompass, um sie in 10 Jahren bei der nächsten Inventur wiederzufinden.© HessenForst
So sieht der Kompass aus.
So sieht der Kompass aus.© HessenForst
Katrin Beitsch vom Inventur-Team sucht nach der im Boden versteckten Markierung des Stichproben-Mittelpunktes.
Den Umfang der Bäume misst Thomas Ullrich auf Brusthöhe. Mit den Daten errechnet das Team, wie viel Holz im Wald vorhanden ist.
Frauke Thorade misst den Umfang einer Buche und gibt die Daten in einen wetterfesten Laptop ein.
Thomas Ullrich von HessenForst checkt Bäume mit einem Kompass, um sie in 10 Jahren bei der nächsten Inventur wiederzufinden.
So sieht der Kompass aus.
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Interview mit Frauke Thorade, Landesinventurleitung HessenForst

Sie koordinieren die Inventur-Trupps in Hessen und vermessen auch selbst den Wald. Wie läuft das ab?

💬 Am Computer erhalte ich die GPS-Daten für die Messpunkte im Wald. Dann heißt es, Wanderstiefel anziehen, Ausrüstung einpacken und los geht’s. Wir sind mindestens zu zweit unterwegs. Wir fahren möglichst nah an den Messpunkt heran und orientieren uns dann anhand von Karten und Skizzen weiter, um die Markierungen zu finden. Das sind Metallstäbe, die im Boden versteckt sind und den zu vermessenden Bereich im Wald markieren. Meistens sind sie leicht zu finden. Manchmal haben auch Wildschweine sie verschleppt.

Warum sind die Markierungen für die Messpunkte denn so gut versteckt?

💬 Die Messpunkte bleiben für alle Inventuren gleich. So können wir analysieren, wie sich der Wald entwickelt. Wir können natürlich nicht den ganzen Wald vermessen, sondern gehen stichprobenartig vor. Die Messpunkte sind geheim, damit sie nicht absichtlich für die Inventur verändert werden. Es soll beispielsweise verhindern, dass die Messpunkte besonders schön bewirtschaftet werden. Wir wollen eine unabhängige Datenaufnahme.

Und wenn Sie am Messpunkt im Wald sind – was machen Sie dann dort genau?

💬 Wir notieren, welche Baumarten wachsen, messen die Höhe und den Brusthöhen-Durchmesser der größeren Bäume und berechnen, wie viel sie gewachsen sind. Dabei helfen uns die Daten aus den Vorjahren. Außerdem erfassen wir, wie viele junge Bäume nachwachsen und wie viel Totholz es gibt.

Wie ermitteln Sie denn die Höhe eines Baumes?

💬 Dafür habe ich ein Ultraschall-Messinstrument dabei. Ich bringe einen Transponder am Baum an und entferne mich ein paar Meter. Dann ziele ich mit dem Ultraschall-Gerät auf den Transponder und auf den höchsten Punkt des Baumes. Aus dem Winkel berechnet das Gerät die Baumhöhe.

Wie oft sind Sie für die Bundeswald-Inventur im Wald unterwegs?

💬 Ich bin ungefähr 1 bis 2 Tage pro Woche draußen. Das Wetter spielt auch eine Rolle. Bei hohem Schnee ist die Arbeit kaum möglich. Gerade kommen wir durch die Nässe nur schwer zu den Messpunkten.

Welche Qualifikation braucht man eigentlich für die Arbeit?

💬 Mindestens eine Person im Team hat ein Forst-Studium. Die Person kann dann die zweite Person im Team einweisen. Außerdem gibt es spezielle Schulungen vom Thünen-Institut.

Dem Wald geht es nicht gut

Deutschland ist Waldmeister in Mitteleuropa! Rund 1/3 der deutschen Gesamtfläche ist bewaldet. Doch Stürme und Dürren haben dem Wald zugesetzt in den vergangenen Jahren. Viele Bäume vertrockneten und starben. "Der Wald sieht ziemlich übel aus", sagt Frauke Thorade, die für die Bundeswald-Inventur den Zustand des Waldes prüft.

Aus der Luft betrachtet: Der deutsche Wald ist in einem schlechten Zustand.
Aus der Luft betrachtet: Der deutsche Wald ist in einem schlechten Zustand.© Getty Images

Für Hessen gilt: Es gibt mehr abgestorbene Bäume. Der Anteil an Fichten hat sich schätzungsweise halbiert - und gerade dieser Nadelbaum ist neben der Kiefer einer der häufigsten Bäume in deutschen Wäldern.

"Was man stattdessen anpflanzen soll, ist die große Preisfrage", sagt die Expertin. Die Forschung arbeitet auf Hochtouren für bessere Vorhersagen, welche Bäume wirklich robust sind, wenn die Temperaturen durch den Klimawandel weiter steigen.

Trauriges Bild im Wald: Besonders Nadelbäume sterben ab.
Trauriges Bild im Wald: Besonders Nadelbäume sterben ab.© Getty Images
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Das steckt im Waldboden

So ist die Zusammensetzung des Waldbodens
So ist die Zusammensetzung des Waldbodens

Kohlenstoff-Inventur: Wie viel CO2 speichert der Wald?

🏞️ Zwischen den großen Bundeswald-Inventuren gibt es die Kohlenstoff-Inventur. Sie erfasst die Treibhausgas-Bilanz unserer Wälder, also wie viel CO2 der Wald speichert.

🧐 Die aktuellsten Daten der Kohlenstoff-Inventur 2017 wurden im Mai 2019 veröffentlicht. Dabei kam heraus:

🏭 Laut Thünen-Institut entlastet der deutsche Wald das Klima mit 62 Millionen Tonnen CO2 jährlich und kompensiert etwa 7 Prozent der Gesamt-Emissionen.

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Bodenzustandserhebung: So geht es dem Waldboden

Gesunde Böden sind wichtig für gesunde Wälder. Denn sie ernähren die Bäume. Wusstest du, dass es mindestens 100 Jahre dauert, bis sich 1 Zentimeter Boden bildet? Klima, Gestein, Tiere, Pflanzen und Feuchtigkeit beeinflussen die Boden-Entwicklung. Hier erfährst du, wie du Lebewesen im Boden entdecken kannst.

Mach mit beim Quiz

Extreme Waldbrände werden häufiger werden

🔥 Der Klimawandel wird zukünfig zu noch mehr verheerenden Waldbränden führen, prognostiziert ein akuteller UN-Bericht.

☀️ Es werde mehr Trocken- und Dürre-Perioden geben, die wiederum die Brandgefahr erhöhen.

⤴️ Fachleute rechnen damit, dass es bis 2050 1/3 mehr extreme Waldbrände geben wird.

KW 37

Das hilft gegen Waldbrände

Waldbrände zerstören Wälder auf der ganzen Welt - auch bei uns in Deutschland. Trockenheit und Monokulturen spielen dabei eine wichtige Rolle. Aber welche Erfindungen gibt es, mit denen man Waldbrände verhindern oder schneller bekämpfen kann?

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