Anzeige

Weltraum-Taxi: Wie Astronaut:innen mit dem Crew Dragon zur ISS pendeln

  • Veröffentlicht: 29.10.2021
  • 08:45 Uhr
  • Peter Schneider

Das private Raumfahrt-Unternehmen SpaceX von Elon Musk fliegt regelmäßig mit seinem Crew Dragon zur Internationalen Raumstation ISS - und hat auch schon einen Deutschen als Passagier mitgenommen: Matthias Maurer. Im Clip: So spät ist es auf der ISS.

Anzeige

Das Wichtigste zum Thema Crew Dragon

🐉 Der Crew Dragon (auf Deutsch: "Mannschafts-Drache“) ist das bemannte Raumschiff des kalifornischen Raumfahrt-Unternehmens SpaceX von Technik-Guru Elon Musk.

💦 50 Jahre altes Déjà-vu: Das Raumschiff landet wie einst die Mondastronauten des Apollo-Programms. Nach dem Eintritt in die Erdatmosphäre fällt die Dragon-Kapsel am Fallschirm ins Wasser und wird von einem Schiff an Bord geholt.

✔️ Historisch: Beim Testflug im Frühjahr 2020 dockte nach 9 Jahren wieder ein US-amerikanisches Raumschiff an die ISS.

🤞 Bisher ist der 8 Meter hohe und 4 Meter breite Crew Dragon ohne größere Pannen geflogen, alle Astronaut:innen blieben unversehrt.

📷 SpaceX nutzt den Dragon auch als Raumschiff für Tourist:innen. Die ersten 4 zahlenden Weltraumtouristen sind gerade zurückgekehrt von ihrem Trip ins All.

🚀 Mit dem Crew Dragon startete am 11. November auch der deutsche ESA-Astronaut Matthias Maurer zur ISS gestartet. Knapp einen Tag später dockte sein Dragon an die ISS an.

Anzeige
Anzeige

Mit der Crew Dragon zur ISS: So sieht das Raumschiff aus

So ist das Crew Dragon Raumschiff von SpaceX aufgebaut.
So ist das Crew Dragon Raumschiff von SpaceX aufgebaut.

Weltraumtaxi für die ISS

Mittlerweile nutzt die NASA den Crew Dragon und dessen unbemanntes Pendant als Weltraumtaxi. Das Raumschiff fliegt Astronauten und Astronautinnen sowie Fracht zur ISS. Im Bild: Im September 2021 dockten gleich 2 Dragons zur selben Zeit an die Station: oben der Crew Dragon "Endeavour", unten ein Versorgungs-Dragon - der unter anderem Eiscreme mit auf die ISS brachte.
Mittlerweile nutzt die NASA den Crew Dragon und dessen unbemanntes Pendant als Weltraumtaxi. Das Raumschiff fliegt Astronauten und Astronautinnen sowie Fracht zur ISS. Im Bild: Im September 2021 dockten gleich 2 Dragons zur selben Zeit an die Station: oben der Crew Dragon "Endeavour", unten ein Versorgungs-Dragon - der unter anderem Eiscreme mit auf die ISS brachte.© ESA/NASA–T. Pesquet
Anzeige

Kurze Quizfrage zwischendurch: Weißt du, wie groß die Solar-Paneelen der ISS sind?

Fun Facts zum Dragon

🚀 Am Ende hängt eine Mission auch von der Trägerrakete ab. Beruhigend: Die Falcon 9 ist mit 128 Starts (Stand September 2021) die am häufigsten gestartete Rakete der Welt. Ihr letzter Unfall liegt bereits 5 Jahre zurück.

🚐 Die Apollo-Astronauten fuhren mit dem sogenannten "Astrovan" zur Startrampe. Und die Besatzung des Crew Dragon? Standesgemäß mit einem Tesla. Logo! Es ist das Elektro-Auto des anderen großen Unternehmens von Milliardär Elon Musk.

👩‍🚀 Im Crew Dragon hätten theoretisch 7 Personen Platz. Für die Flüge zur ISS bucht die NASA aber bisher für maximal 4 Personen.

♻️ Fachleute haben das Raumschiff so konstruiert, dass es mindestens 2-mal wiederverwendbar ist. So sinken die Kosten pro Flug.

🤵 SpaceX ließ für die ISS-Missionen komplett neue Raumanzüge schneidern. Elon Musk wollte höchstpersönlich dafür sorgen, dass diese stylisher aussehen als die alten NASA-Anzüge.

Anzeige

3, 2, 1 ... and Lift off! Der erste reguläre Taxiflug zur ISS

Externer Inhalt

Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie Facebook, Instagram oder Youtube. Aktiviere bitte Personalisierte Anzeigen und Inhalte sowie Anbieter außerhalb des CMP Standards, um diese Inhalte anzuzeigen.

Der Weg zur Rakete

Funktionskleidung im wahrsten Sinne des Wortes: Falls der Luftdruck in der Kapsel absinkt, halten die Raumanzüge ihre Träger und Trägerinnen stundenlang am Leben. Vor dem Start ist daher eine ganze Mannschaft dafür verantowrtlich, dass sie gut sitzen und funktionieren.
Funktionskleidung im wahrsten Sinne des Wortes: Falls der Luftdruck in der Kapsel absinkt, halten die Raumanzüge ihre Träger und Trägerinnen stundenlang am Leben. Vor dem Start ist daher eine ganze Mannschaft dafür verantowrtlich, dass sie gut sitzen und funktionieren.© NASA
Bevor sie sich auf den Weg zur Startrampe machen, muss die Crew von den Liebsten Abschied nehmen – allerdings auch nur aus der Entfernung, hier beim Douglas Hurley und Robert beim ersten bemannten Testflug.
Bevor sie sich auf den Weg zur Startrampe machen, muss die Crew von den Liebsten Abschied nehmen – allerdings auch nur aus der Entfernung, hier beim Douglas Hurley und Robert beim ersten bemannten Testflug.© NASA TV
Der Crew Dragon auf der Spitze einer Falcon-9-Rakete montiert. Über den Arm gelangen die Astronauten und Astronautinnen ins Raumschiff. Er wird später zurückgeklappt, so dass die Rakete beim Starten freie Bahn hat.
Der Crew Dragon auf der Spitze einer Falcon-9-Rakete montiert. Über den Arm gelangen die Astronauten und Astronautinnen ins Raumschiff. Er wird später zurückgeklappt, so dass die Rakete beim Starten freie Bahn hat. © SpaceX
Klappe zu: Wenn die Luke zum Raumschiff geschlossen wird (hier bei der Crew-2-Mission), sind die AstronautInnen auf sich allein gestellt. Die Außen-Crew muss noch vor der gefährlichen Betankung den Start-Turm verlassen.
Klappe zu: Wenn die Luke zum Raumschiff geschlossen wird (hier bei der Crew-2-Mission), sind die AstronautInnen auf sich allein gestellt. Die Außen-Crew muss noch vor der gefährlichen Betankung den Start-Turm verlassen.© NASA
Eine Rakete zu betanken, ist einer der heikelsten Momente, denn das Kerosin und der Sauerstoff dürfen sich nirgendwo mischen und entzünden. Daher wird sie erst unmittelbar vor dem Start befüllt. Der Dampf, der aus der Rakete strömt, deutet aber nicht auf ein Leck, es ist lediglich verdampfender Sauerstoff, der aus einem Überdruckventil strömt.
Eine Rakete zu betanken, ist einer der heikelsten Momente, denn das Kerosin und der Sauerstoff dürfen sich nirgendwo mischen und entzünden. Daher wird sie erst unmittelbar vor dem Start befüllt. Der Dampf, der aus der Rakete strömt, deutet aber nicht auf ein Leck, es ist lediglich verdampfender Sauerstoff, der aus einem Überdruckventil strömt.© NASA
Lift off! Das ist der Moment auf den Matthias Maurer wartet. Maurer: "Ich glaube erst dran, wenn ich drin sitze und die Rakete startet!"
Lift off! Das ist der Moment auf den Matthias Maurer wartet. Maurer: "Ich glaube erst dran, wenn ich drin sitze und die Rakete startet!"© NASA
Funktionskleidung im wahrsten Sinne des Wortes: Falls der Luftdruck in der Kapsel absinkt, halten die Raumanzüge ihre Träger und Trägerinnen stundenlang am Leben. Vor dem Start ist daher eine ganze Mannschaft dafür verantowrtlich, dass sie gut sitzen und funktionieren.
Bevor sie sich auf den Weg zur Startrampe machen, muss die Crew von den Liebsten Abschied nehmen – allerdings auch nur aus der Entfernung, hier beim Douglas Hurley und Robert beim ersten bemannten Testflug.
Der Crew Dragon auf der Spitze einer Falcon-9-Rakete montiert. Über den Arm gelangen die Astronauten und Astronautinnen ins Raumschiff. Er wird später zurückgeklappt, so dass die Rakete beim Starten freie Bahn hat.
Klappe zu: Wenn die Luke zum Raumschiff geschlossen wird (hier bei der Crew-2-Mission), sind die AstronautInnen auf sich allein gestellt. Die Außen-Crew muss noch vor der gefährlichen Betankung den Start-Turm verlassen.
Eine Rakete zu betanken, ist einer der heikelsten Momente, denn das Kerosin und der Sauerstoff dürfen sich nirgendwo mischen und entzünden. Daher wird sie erst unmittelbar vor dem Start befüllt. Der Dampf, der aus der Rakete strömt, deutet aber nicht auf ein Leck, es ist lediglich verdampfender Sauerstoff, der aus einem Überdruckventil strömt.
Lift off! Das ist der Moment auf den Matthias Maurer wartet. Maurer: "Ich glaube erst dran, wenn ich drin sitze und die Rakete startet!"
Anzeige

Wasserlandung! So kehrt das Raumschiff zurück

Externer Inhalt

Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie Facebook, Instagram oder Youtube. Aktiviere bitte Personalisierte Anzeigen und Inhalte sowie Anbieter außerhalb des CMP Standards, um diese Inhalte anzuzeigen.

Rückblick: Darum schrieb der Crew Dragon-Testflug im Mai 2020 Geschichte

  • Ein historischer Moment war die Test-Mission vom 30. Mai 2020 für die USA, weil erstmals ein privates Raumfahrt-Unternehmen Astronaut:innen beförderte. SpaceX hatte zuvor nur Fracht zur ISS transportiert.

  • Beim ersten Flug saßen zwei alte Hasen im Dragon. Die NASA-Astronauten Robert Behnken und Douglas Hurley waren jeweils schon zweimal mit dem Space-Shuttle im All. Für die SpaceX-Test-Mission blieben die Astronaut:innen insgesamt 2 Monate auf der Internationalen Raumstation, bevor sie am 2. August wieder auf der Erde landeten.

  • Delay für den Dragon: Das Raumschiff hätte seinen Pendelbetrieb zum Forschungslabor in 400 Kilometer Höhe eigentlich schon 2017 aufnehmen sollen - doch es wurde erst mit 3 Jahren Verspätung fertig.

  • Glück für SpaceX: Die NASA hatte den Flugzeug-Hersteller Boeing zwar ein zweites Raumschiff entwickeln lassen. Doch ein Software-Fehler verhinderte, dass Boeings "Starliner" 2019 bei einem unbemannten Testflug die ISS erreichte.

2011 war der letzte Flug eines Space Shuttles

Wiederhergestellter Nationalstolz: Der Crew Dragon war das erste US-Raumfahrzeug, mit dem Amerikaner zur ISS starteten - seit die Space Shuttles 2011 stillgelegt wurden. Die US-Astronauten mussten lange in den russischen Sojus-Raumschiffen auf dem Beifahrersitz Platz nehmen. Der Preis dafür lag etwa bei 80 Millionen Dollar.
Wiederhergestellter Nationalstolz: Der Crew Dragon war das erste US-Raumfahrzeug, mit dem Amerikaner zur ISS starteten - seit die Space Shuttles 2011 stillgelegt wurden. Die US-Astronauten mussten lange in den russischen Sojus-Raumschiffen auf dem Beifahrersitz Platz nehmen. Der Preis dafür lag etwa bei 80 Millionen Dollar.© NASA

Starship: das neue Raumschiff von SpaceX

Vielleicht haben der Crew Dragon und die Falcon-9-Rakete in wenigen Jahren bereits ausgedient. Denn SpaceX baut an einem viel größeren Raumschiff (hier im Bild ein fast fertiger Prototyp im US-texanischen Boca Chica). Das zweiteilige Gespann aus Raumschiff und Rakete ist fast 5.000 Tonnen schwer. Das Starship soll Satelliten ins All transportieren und eines Tages Astronauten und Astronautinnen zum Mars fliegen.
Vielleicht haben der Crew Dragon und die Falcon-9-Rakete in wenigen Jahren bereits ausgedient. Denn SpaceX baut an einem viel größeren Raumschiff (hier im Bild ein fast fertiger Prototyp im US-texanischen Boca Chica). Das zweiteilige Gespann aus Raumschiff und Rakete ist fast 5.000 Tonnen schwer. Das Starship soll Satelliten ins All transportieren und eines Tages Astronauten und Astronautinnen zum Mars fliegen.© SpaceX

Willst Du noch mehr über den Bau des Starships von Elon Musk erfahren?

Das kommende Raumschiff von SpaceX

Der Mars-Plan des Dragon

Elon Musk hatte ursprünglich einen anderen Plan für den Dragon: Als "Red Dragon" sollte er zum Mars fliegen und dort mit Hilfe seiner integrierten Raketentriebwerke aufsetzen. Stattdessen lässt der SpaceX-Chef derzeit das deutlich größere "Starship" bauen.
Elon Musk hatte ursprünglich einen anderen Plan für den Dragon: Als "Red Dragon" sollte er zum Mars fliegen und dort mit Hilfe seiner integrierten Raketentriebwerke aufsetzen. Stattdessen lässt der SpaceX-Chef derzeit das deutlich größere "Starship" bauen.© SpaceX

FAQs zum Crew Dragon

Mehr News und Videos
Rot, scharf, würzig: Reporter Christoph bei der Chili-Ernte

Rot, scharf, würzig: Reporter Christoph bei der Chili-Ernte

  • Video
  • 14:31 Min
  • Ab 12

© 2024 Seven.One Entertainment Group