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Kalk im Wasser: Ist es wirklich schädlich oder gar gesund?

  • Veröffentlicht: 24.05.2023
  • 16:41 Uhr
  • Alena Brandt

Wer Leitungswasser trinkt, trinkt auch Kalk. Aber ist das schädlich für uns? Wir verraten dir, wie sich der Härtegrad des Wassers auf deine Gesundheit, Haushaltsgeräte und den Geschmack deines Kaffees auswirkt und was du gegen Kalkflecken machen kannst. Im Clip zeigen wir, wie du Kondome gegen Kalk einsetzt.

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Das Wichtigste zum Thema Kalk im Wasser

  • Mit der Wasserhärte messen wir den Gehalt an Mineralien in unserem Leitungswasser. Was wir als Kalk im Wasser bezeichnen, sind Kalzium- und Magnesium-Verbindungen.

  • Hartes Wasser enthält viel Kalzium und Magnesium, weiches Wasser wenig. Die Wasserhärte unterscheidet sich von Region zu Region.

  • Sie hängt etwa davon ab, wie der Boden sich zusammensetzt. Fließt Wasser durch viele Gesteins-Schichten, löst es mehr Mineralstoffe daraus und ist härter.

  • Die Wasserhärte beeinflusst den Geschmack. Weiter unten erfährst du, wie sie sich auf Kaffee, Tee und Trinkwasser auswirkt.

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Wie ungesund ist kalkhaltiges Wasser wirklich?

💔 Angeblich ist Kalk im Wasser schlecht für die Arterien. Aber: Es gibt keinen nachweisbaren Zusammenhang zwischen kalkhaltigem Wasser und Arterien-Verkalkung.

🍔 Was sich an den Herzgefäß-Wänden absetzt und dem Herzen schadet, sind Fette - und nicht Kalk. Die Gefahr eines Herzinfarktes steigt also nicht durch Leitungswasser, sondern eher durch ungesunde Ernährung.

💧 Kalkhaltiges Wasser ist sogar eher gesund, denn es enthält Kalzium und Magnesium. Dieses setzt sich auch nirgends im Körper fest. Wir scheiden es einfach aus, wenn wir es nicht benötigen.

Vorteile von weichem Wasser

☕ Weiches Wasser hat weniger Eigengeschmack. So verfälscht es auch nicht das Aroma von Tee und Kaffee. Feinschmecker:innen sollten für Heißgetränke also auf weiches Wasser setzen.

🧽 Die Armaturen und Fliesen in Bad und Küche haben weniger Kalk-Ablagerungen. Auch im Wasserkocher bleibt weniger Kalk zurück. Das spart Zeit beim Putzen.

🤑 Du benötigst pro Waschgang zwischen rund 20 und 40 Milliliter weniger Waschmittel bei weichem Wasser. Das spart Geld - und schont die Umwelt. Achte auf die Angaben auf der Verpackung.

🚿 Weiches Wasser schont die Haut bei der Körperpflege. Kalkrückstände auf der Haut hingegen können die Haut reizen und austrocknen.

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Vorteile von hartem Wasser

✔ Es enthält mehr Kalzium und Magnesium, was wir für Stoffwechsel-Vorgänge, Knochen-Wachstum und starke Nerven brauchen. Allerdings: Den Großteil an Nährstoffen nehmen wir über feste Nahrung auf, nicht übers Wasser. Den Bedarf decken wir also eher übers Essen und eine gesunde Ernährung.

✔ Bei kaltem Trinkwasser aus der Leitung bevorzugen viele Menschen hartes Wasser. Die enthaltenen Mineralstoffe haben oft einen guten Eigengeschmack.

Härtegrade für Trinkwasser: Wasserhärte von weich bis hart
Härtegrade für Trinkwasser: Wasserhärte von weich bis hart

Von weich bis hart: So wird die Wasserhärte definiert

Wasserhärte wird in "Grad deutscher Härte" kurz °dH gemessen. Die Einheit misst den Gehalt der Kalzium- und Magnesium-Ionen im Wasser. Je mehr Ionen das Leitungswasser beinhaltet, desto härter ist es im Umkehrschluss.

Wasser mit einer Härte von 1°dH beinhaltet umgerechnet 7,14 Milligramm Kalzium pro Liter oder 4,33 Milligramm Magnesium pro Liter. Weiches Wasser hat einen Härtegrad von 0 bis 8,4 °dH. Bei Werten von 8,4 bis 14 °dH spricht man von einem mittleren Härtegrad. Ab 14 °dH spricht man von hartem Wasser.

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Wasserhärte herausfinden: So geht’s

Die Wasserhärte unterscheidet sich je nach Wohngegend. Du kannst dich bei deinem örtlichen Wasserversorger erkundigen, wie hart dein Leitungswasser ist.

Hier findest du Adressen der Versorger für ausgewählte Städte:

Im Handel gibt es zudem Teststreifen- und stäbchen, mit denen du dein Leitungswasser selbst checken kannst.

So entfernst du Kalk in Küche und Bad

  • Säuren lösen Kalk – können aber auch Armaturen, Fliesen und Co. angreifen. Tipp: Bevor du einen Kalkentferner wie Essig und Zitronensäure im Haushalt anwendest, teste die Wirkung erst auf einer unauffälligen Stelle. Abwarten nicht vergessen. Säuren müssen einwirken, damit sie Kalk lösen können. Danach spülst du die Säure mit Wasser ab. Trage beim Putzen unbedingt Handschuhe.
  • Wasserfilter gehören für Baristas zur Grundausstattung. Das optimale Kaffeewasser hat ungefähr 8 Grad deutscher Härte. In den meisten Regionen ist das Wasser härter. Gieße es in dem Fall frisch aus der Leitung durch einen Tischfilter und koche dann mit dem gefilterten Wasser deinen Kaffee.
  • Duschkopf mit Perlen und Noppen: Es gibt Duschköpfe mit Anti-Kalk-Noppen aus Silikon. Achte beim Kauf darauf, dass wirklich alle Düsen mit Noppen ausgestattet sind. Den Kalk kannst du einfach abwischen von den Düsen. Es gibt auch Duschköpfe, die mit Mineralperlen gefüllt sind. Die Perlen filtern das Wasser. Du musst sie etwa alle sechs Monate wechseln.
  • Spülmaschinentabs und Gebissreiniger bekämpfen Kalkflecken an Armaturen. Du kannst dir auch eine Mischung in einer Sprühflasche ansetzen, mit der du den Wasserhahn einsprühst. Mische dafür Wasser, Spülmaschinentab/Gebissreiniger und Essig (ungefähr die Hälfte im Vergleich zur Wassermenge).
  • Cola löst Kalk im Klo. Ein Glas über Nacht in die Schüssel gießen - und am nächsten Morgen kannst du den Kalk abbürsten.
  • Kondom mit Essigessenz gefüllt, einfach über den Wasserhahn stülpen. So löst sich der Kalk - siehe Clip oben auf der Seite.
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Zerstört Kalk die Waschmaschine?

Die Verbraucherzentrale NRW gibt Entwarnung: Kalk ist nicht schädlich für die Waschmaschine oder den Geschirrspüler. Worauf man jedoch achten sollte, ist die Menge des Wasch- oder Spülmittels. Bei hartem Wasser benötigen die Maschinen mehr Mittel als bei weichem Wasser. Die genaue Menge kannst du jeweils auf der Rückseite der Verpackung nachlesen.

Wer allerdings umweltschonend Wäsche waschen möchte, sollte nicht so viel Waschmittel benutzen. Denn darin befinden sich Phosphate bzw. Ersatzstoffe von Phosphaten (Silikate). Diese sind dazu da, dass deine Wäsche trotz hohem Härtegrad sauber wird. Der Nachteil: Sie gelangen in das Abwassersystem und können die Erde "überdüngen". Das bedeutet, dass sich dann zu viele Nährstoffe in unserem Abwasser befinden.

Was also tun bei hartem Wasser? Die Lösung: Folge der Packungsanweisung für einen "weichen Waschgang" und nutze zusätzlich einen Enthärter (z.B.: Calgon).

Wie viel soll es sein? Der Härtegrad des Wasser beeinflusst die Dosierung des Waschmittels.
Wie viel soll es sein? Der Härtegrad des Wasser beeinflusst die Dosierung des Waschmittels.© Getty Images
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