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Lufthoheit: Wem gehört der Himmel?

  • Veröffentlicht: 15.02.2023
  • 11:21 Uhr
  • Galileo

Flugzeuge, Ballons, Drohnen - im Himmel herrscht oft viel Verkehr. Dabei ist die Lufthoheit von zentraler Bedeutung. Wer sorgt für die Sicherheit und überwacht die Flugobjekte? Im Clip: Was es mit einer Luftraumsperrung auf sich hat.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Auch wenn es von dem Erdboden oft nicht so wirkt - aber im Himmel bewegen sich oft unterschiedlichste Flugkörper.

  • Neben Flugzeugen tauchen auch Ballons beispielsweise für Forschungszwecke und Drohnen in den unterschiedlichsten Flughöhen auf.

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Lufthoheit: Die aktuelle Lage

🇺🇸 Im Februar 2023 haben die örtlichen Sicherheitsbehörden über Nordamerika zahlreiche unbekannte Flugobjekte abgeschossen.

🚀 Anfang Februar 2023 war ein chinesischer Ballon durch den US-Luftraum geflogen. Chinesische Regierungsvertreter sagen, es sei ein abgedrifteter Wetterballon gewesen, während die US-Behörden von einem Spionage-Ballon sprechen. US-Militärflugzeuge haben ihn über der Ostküste der USA abgeschossen.

💨 Ein weiterer chinesischer Ballon wurde über Südamerika gesichtet. Auch hier sprach die chinesische Regierung von einem Wetterballon und entschuldigte sich für den Vorfall.

🇨🇳 Inzwischen hat das chinesische Außenministerium erklärt, 2022 seien mehrere US-Ballons illegal in großen Höhen den chinesischen Luftraum geflogen.

US-Marineeinheiten bergen den Anfang Februar abgeschossenen chinesischen Ballon vor der US-Ostküste.
US-Marineeinheiten bergen den Anfang Februar abgeschossenen chinesischen Ballon vor der US-Ostküste.© picture alliance / ZUMAPRESS.com | U.S. Navy

Die Lufthoheit und Regeln im Luftraum

Das Hoheitsgebiet eines Staates umfasst Land- und Seegebiete. Der Luftraum über beiden ist Teil des Hoheitsgebietes des Staates. Bis in welche Höhen das Hoheitsgebiet gilt, ist völkerrechtlich umstritten. Expert:innen gehen davon aus, dass ab 110 Kilometer über der Erdoberfläche das Hoheitsgebiet eines Staates nicht mehr gilt.

Auch in der Luft gelten Gesetze: So regelt das Abkommen über die internationale Zivilluftfahrt von 1944 vor allem den zivilen Luftverkehr. Darunter fallen unter anderem Luftfahrtregeln, Vereinbarungen zu Überflugsrechten sowie die Einigung auf Mess-Einheiten.

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Wie funktioniert Luftraum-Überwachung?

🔭 Der Luftraum eines Landes wird mit Primär- und Sekundärradar überwacht. Das Sekundärradar erhält dabei Rückmeldungen von den Transpondern von Flugobjekten und hat vor allem den zivilen Luftverkehr im Fokus.

📡 Das Primärradar hingegen nimmt Flugobjekte nur über deren Reflexion von elektromagnetischen Wellen wahr. Auch Flugobjekte ohne Transponder können so aufgespürt werden.

🔎 Über Filter kann das Primärradar eingestellt werden. Wird die Einstellung des Radars verfeinert, kann es sein, dass mehr Flugobjekte entdeckt werden als zuvor.

⛈ Zu unbekannten Flugobjekten zählen oft Ballons in unterschiedlichen Formen, unbemannte Flugobjekte oder aber auch sogenannte Clutter. Darunter werden Dinge wie Vogelschwärme oder dichte Wolken verstanden - beides wird vom Radar als Stördaten wahrgenommen.

Spekulationen um Aliens

Sichtungen von unbekannten Objekten am Himmel schüren oft Spekulationen um Aliens. Wissenschaftler:innen verweisen aber immer wieder darauf, dass es bisher keinerlei Belege für außerirdisches Leben gebe.

Über den USA wurden seit 2021 366 Ufos - unidentifizierbare Flugobjekte - gesichtet. Ein Großteil stellte sich später als Ballons heraus. Nicht alle Sichtungen konnten aufgeklärt werden - Expert:innen gehen aber auch von Fehlern bei der Bedienung von Radargeräten aus.

In den USA wurde 2022 das All-domain Anomaly Resolution Office (AARO) geschaffen. Diese dem Verteidigungsministerium zugeordnete Einrichtung soll sich ausschließlich mit unbekannten Flugobjekten und vergleichbaren Phänomenen beschäftigen.

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Wie wird der Luftraum in Deutschland überwacht?

✈️ Der deutsche Luftraum wird von der Deutschen Flugsicherung (DFS) überwacht. Dafür nutzen die Fluglots:innen Primär- und Sekundärradar. Sie geben Flugzeug-Pilot:innen Anweisungen für deren Flugrouten.

🌍 Bis in eine Höhe von 20 Kilometern kann der Flugverkehr über Deutschland so im Blick behalten werden. Für größere Höhen gibt es das Nationale Lage- und Führungszentrum für Sicherheit im Luftraum.

📞 Die DFS arbeitet eng mit Bundeswehr, Bundespolizei und dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz zusammen. Sollte es nicht möglich sein, zu einem Flugzeug im deutschen Luftraum Funkkontakt aufzunehmen, können Kampfjets der Bundeswehr aufsteigen, um das Flugzeug abzufangen und die Situation aufzuklären.

Häufige Fragen zum Thema Lufthoheit

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