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Miniatur-Lebewesen im Meer: Darum sind die Winzlinge so wichtig

  • Veröffentlicht: 07.08.2023
  • 08:45 Uhr
  • Galileo

Wetten, du hast die meisten Mini-Meeresbewohner aus diesem Artikel noch nie gesehen? Sie sind teils kleiner als eine Erbse und leisten doch Großes. Im Clip: Warum Plankton so wichtig für uns ist.

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Das Wichtigste zum Thema Miniatur-Lebewesen im Meer

  • Im Meer verstecken sich noch viel mehr faszinierende Wesen als jene, die wir kennen und sehen.

  • Die allermeisten Lebewesen in den Ozeanen (und auch auf der Erde) sind nämlich Winzlinge, die wir teils gar nicht mit bloßem Auge erkennen können.

  • Rate mal, von welchen Tieren es auf der Welt am meisten gibt? Es ist Krill, also winziges tierisches Plankton. Seine Population wiegt geschätzt 500 Millionen Tonnen.

  • Näher betrachtet sind die Winzlinge nicht weniger faszinierend als große Fische oder Wale – die ohne sie übrigens gar nicht überleben könnten.

  • Das pinke, pummelige Zwerg-Seepferdchen auf unserem Titelbild wird nicht größer als zwei Zentimeter. Lerne noch mehr bunte Mini-Meeresbewohner kennen.

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Die Winzlinge kommen: Miniatur-Wunderland Meer

Dieser flauschige Geselle wird zurecht Märchenkrabbe ("fairy crab") oder auch "Pink hairy squat crab" genannt. Mit 1,5 Zentimetern Körperlänge wird er gerade mal so groß wie ein Daumennagel.
Dieser flauschige Geselle wird zurecht Märchenkrabbe ("fairy crab") oder auch "Pink hairy squat crab" genannt. Mit 1,5 Zentimetern Körperlänge wird er gerade mal so groß wie ein Daumennagel.@Tobias Ehrit
Sieht süß aus, aber in seinem Mikrokosmos ist dieser erdnussgroße Baby-Anglerfisch ein gefürchteter Jäger. Er kann sein Maul auf die zehnfache Größe ausdehnen. Die Familie der Anglerfische ist groß, und manche Mitglieder sind winzig klein. Wenn er mal "groß" ist, misst dieser Anglerfisch rund fünf Zentimeter. Manche Verwandten von ihm werden nicht größer als einen Zentimeter (siehe Video unter der Galerie).
Sieht süß aus, aber in seinem Mikrokosmos ist dieser erdnussgroße Baby-Anglerfisch ein gefürchteter Jäger. Er kann sein Maul auf die zehnfache Größe ausdehnen. Die Familie der Anglerfische ist groß, und manche Mitglieder sind winzig klein. Wenn er mal "groß" ist, misst dieser Anglerfisch rund fünf Zentimeter. Manche Verwandten von ihm werden nicht größer als einen Zentimeter (siehe Video unter der Galerie).© Tobias Ehrit
Dieser bis zu 3 Zentimeter kleine Zwergtintenfisch leuchtet nachts so hell wie der Mond, denn im Mondlicht will er nicht als dunkler Schatten auffliegen, wenn er zum Fressen an die Oberfläche steigt. Kleine biolumineszente Bakterien helfen ihm dabei - er lebt mit ihnen in Symbiose.
Dieser bis zu 3 Zentimeter kleine Zwergtintenfisch leuchtet nachts so hell wie der Mond, denn im Mondlicht will er nicht als dunkler Schatten auffliegen, wenn er zum Fressen an die Oberfläche steigt. Kleine biolumineszente Bakterien helfen ihm dabei - er lebt mit ihnen in Symbiose.© Tobias Ehrit
Nudibranchia, liebevoll auch "Nudis" genannt, sind nicht einfach nur Meeresnacktschnecken - sie sind die Stars der Makro-Unterwasser-Fotografie, die das kleine Leben mit einem riesigen Objektiv festhält.
Nudibranchia, liebevoll auch "Nudis" genannt, sind nicht einfach nur Meeresnacktschnecken - sie sind die Stars der Makro-Unterwasser-Fotografie, die das kleine Leben mit einem riesigen Objektiv festhält.© Tobias Ehrit
Kein Wunder, denn es gibt sie in den verschiedensten Farben …
Kein Wunder, denn es gibt sie in den verschiedensten Farben …© Tobias Ehrit
... und Formen.
... und Formen.© Tobias Ehrit
Die maximal fünf Zentimeter große Harlequin-Garnele sieht jeden Tag aus, als gehe sie zum Kostümball. Sie ist außerdem ein wichtiger Bodyguard für Korallenriffe - Parasiten kommen an diesem bunten Türsteher nicht vorbei.
Die maximal fünf Zentimeter große Harlequin-Garnele sieht jeden Tag aus, als gehe sie zum Kostümball. Sie ist außerdem ein wichtiger Bodyguard für Korallenriffe - Parasiten kommen an diesem bunten Türsteher nicht vorbei.© Tobias Ehrit
Der bis zu drei Zentimeter kleine Korallen-Goby verschmilzt optisch mit seinem Lebensraum, denn er ist fast durchsichtig.
Der bis zu drei Zentimeter kleine Korallen-Goby verschmilzt optisch mit seinem Lebensraum, denn er ist fast durchsichtig. © Tobias Ehrit
Ebenfalls perfekt getarnt sind die nicht mal einen Zentimeter kleinen Korallen-Shrimps, die aussehen wie die Organismen, auf denen sie leben.
Ebenfalls perfekt getarnt sind die nicht mal einen Zentimeter kleinen Korallen-Shrimps, die aussehen wie die Organismen, auf denen sie leben.© Tobias Ehrit
Was aussieht wie ein transparenter Grashüpfer unter Wasser, ist in Wirklichkeit ein Gespensterkrebs. Maximal zwei Zentimeter klein ist er eine große tierische Filtrierhilfe, die das Wasser von Partikeln reinigt.
Was aussieht wie ein transparenter Grashüpfer unter Wasser, ist in Wirklichkeit ein Gespensterkrebs. Maximal zwei Zentimeter klein ist er eine große tierische Filtrierhilfe, die das Wasser von Partikeln reinigt.© Tobias Ehrit
Die maximal zwei Zentimeter große Coleman-Garnele lebt paarweise mit ihrem Schatz auf einem giftigen Feuerseeigel. Den Shrimps macht das Gift jedoch nichts aus - in ihrem nesselnden Heim sind sie vor Feinden geschützt. Eine clevere Symbiose.
Die maximal zwei Zentimeter große Coleman-Garnele lebt paarweise mit ihrem Schatz auf einem giftigen Feuerseeigel. Den Shrimps macht das Gift jedoch nichts aus - in ihrem nesselnden Heim sind sie vor Feinden geschützt. Eine clevere Symbiose.© Tobias Ehrit
Dieser flauschige Geselle wird zurecht Märchenkrabbe ("fairy crab") oder auch "Pink hairy squat crab" genannt. Mit 1,5 Zentimetern Körperlänge wird er gerade mal so groß wie ein Daumennagel.
Sieht süß aus, aber in seinem Mikrokosmos ist dieser erdnussgroße Baby-Anglerfisch ein gefürchteter Jäger. Er kann sein Maul auf die zehnfache Größe ausdehnen. Die Familie der Anglerfische ist groß, und manche Mitglieder sind winzig klein. Wenn er mal "groß" ist, misst dieser Anglerfisch rund fünf Zentimeter. Manche Verwandten von ihm werden nicht größer als einen Zentimeter (siehe Video unter der Galerie).
Dieser bis zu 3 Zentimeter kleine Zwergtintenfisch leuchtet nachts so hell wie der Mond, denn im Mondlicht will er nicht als dunkler Schatten auffliegen, wenn er zum Fressen an die Oberfläche steigt. Kleine biolumineszente Bakterien helfen ihm dabei - er lebt mit ihnen in Symbiose.
Nudibranchia, liebevoll auch "Nudis" genannt, sind nicht einfach nur Meeresnacktschnecken - sie sind die Stars der Makro-Unterwasser-Fotografie, die das kleine Leben mit einem riesigen Objektiv festhält.
Kein Wunder, denn es gibt sie in den verschiedensten Farben …
... und Formen.
Die maximal fünf Zentimeter große Harlequin-Garnele sieht jeden Tag aus, als gehe sie zum Kostümball. Sie ist außerdem ein wichtiger Bodyguard für Korallenriffe - Parasiten kommen an diesem bunten Türsteher nicht vorbei.
Der bis zu drei Zentimeter kleine Korallen-Goby verschmilzt optisch mit seinem Lebensraum, denn er ist fast durchsichtig.
Ebenfalls perfekt getarnt sind die nicht mal einen Zentimeter kleinen Korallen-Shrimps, die aussehen wie die Organismen, auf denen sie leben.
Was aussieht wie ein transparenter Grashüpfer unter Wasser, ist in Wirklichkeit ein Gespensterkrebs. Maximal zwei Zentimeter klein ist er eine große tierische Filtrierhilfe, die das Wasser von Partikeln reinigt.
Die maximal zwei Zentimeter große Coleman-Garnele lebt paarweise mit ihrem Schatz auf einem giftigen Feuerseeigel. Den Shrimps macht das Gift jedoch nichts aus - in ihrem nesselnden Heim sind sie vor Feinden geschützt. Eine clevere Symbiose.

87 Millimeter großer Winzling: der Psychedelische Anglerfisch

Eigentlich müsste man mit diesem Outfit auffallen, aber dieser kleine bunte Freak misst nicht mal einen Zentimeter - vermutlich wurde er deshalb auch erst 2009 entdeckt. Und ja, die Art heißt wirklich Psychedelischer Anglerfisch (Histiophryne psychedelica). Warum ist selbsterklärend, wenn man die Aufnahmen von ihm sieht.

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Sie entdecken Miniatur-Lebewesen: die Spotter

Namhafte Spotter:innen sind in der Forschungs- und Makro-Foto-Szene teils echte Berühmtheiten. Sie "spotten", also erspähen, mit geübtem Auge auch die kleinsten Lebewesen zu Forschungszwecken oder für die Unterwasser-Fotografie.

Da man für die kleinsten Lebewesen die größten Makro-Objektive braucht, wird die Fotografie kleiner Lebewesen auch Makro-Fotografie genannt.

Hier siehst du Unterwasser-Makro-Fotograf Tobias Ehrit in Aktion - mit diesem Sammelsurium verschiedener Makro-Linsen, Lampen, Blitze und Co. taucht Tobias gern ins tiefe Blau des Indopazifiks ab. Dort entstanden auch die farbenfrohen Aufnahmen der obigen Foto-Galerie. Tobias' Lieblings-Models sind Nudis, also Meeresnacktschnecken.
Hier siehst du Unterwasser-Makro-Fotograf Tobias Ehrit in Aktion - mit diesem Sammelsurium verschiedener Makro-Linsen, Lampen, Blitze und Co. taucht Tobias gern ins tiefe Blau des Indopazifiks ab. Dort entstanden auch die farbenfrohen Aufnahmen der obigen Foto-Galerie. Tobias' Lieblings-Models sind Nudis, also Meeresnacktschnecken.© Tobias Ehrit

Unbekannte Tierarten: die Dark Taxa

🔎 Schätzungen zufolge sind erst zehn bis 20 Prozent aller Tiere auf der Welt erforscht. Ein Großteil der Arten blieb bisher unentdeckt. Solche unbekannten Arten nennt man in der Wissenschaft "Dark Taxa". Besonders viele davon werden im Reich der Insekten, der Tiefsee und der Kleinstlebewesen im Meer vermutet.

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Revolution der Winzlinge

Wie entwickelt sich die Größe von Tieren in den nächsten 100 Jahren? Diese Frage erforschte ein Team um Robert Cooke der Universität Southampton. Klein gewinnt - laut den Forschenden werden Tiere stetig kleiner, genauer genommen soll ihre Körpermasse laut der Studie im nächsten Jahrhundert sogar um ganze 25 Prozent schrumpfen. Rasanter Prozess, wenn man bedenkt, dass die Tierwelt seit der letzten Eiszeit vor rund 130.000 Jahren bis heute "nur" rund 15 Prozent ihrer Körpermasse einbüßte.

Auf der roten Liste der über eine Million bedrohten Tierarten stehen vor allem große Vögel und  Säugetiere, wie der Raubadler oder das Spitzmaulnashorn. Die Gewinner sind kleinere, fruchtbare und insektenfressende Tiere wie Nagetiere und Singvögel, die ein breites Nahrungsspektrum haben und sich flexibler an die ökologischen Veränderungen der Erde anpassen können.

Häufige Fragen zu Miniatur-Lebewesen im Meer

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