Anzeige

mRNA-Impfstoffe gegen Krebs: Erste Studienergebnisse machen Hoffnung

  • Veröffentlicht: 30.10.2023
  • 15:46 Uhr
  • Nicole Lemberg

Bei mRNA denken wir zuerst an die Impfstoffe gegen das Corona-Virus. Dabei stammt die Technik eigentlich aus dem Bereich der Krebs-Forschung - und könnte schon bald weiter Erfolgsgeschichte schreiben. Im Clip zeigen wir dir, wie das Biotech-Unternehmen BioNTech mRNA-Impfstoffe gegen Krebs einsetzen will.

Anzeige

Das Wichtigste zum Thema mRNA-Impfstoffe gegen Krebs

  • Die mRNA-Technik hat sich während der Corona-Pandemie als wichtiges Mittel bewährt. Ursprünglich stammt dieser Ansatz aber aus einem anderen Medizin-Bereich: der Krebs-Forschung.

  • Seit knapp 30 Jahren beschäftigen sich Forschende mit der messenger-RNA - kurz mRNA, um damit Krebs-Zellen zu bekämpfen.

  • Dabei gibt es aktuell mehrere vielversprechende Ansätze. Eine neue Behandlungs-Methode, genannt CARVac, kombiniert einen mRNA-Impfstoff und die CAR-T-Zellen-Immuntherapie. Die ersten Studienergebnisse machen Forscher:innen Hoffnung.

  • Das deutsche Biotechnologie-Unternehmen BioNTech plant bis 2030 eine Behandlung von bis zu 10.000 Krebspatient:innen.

Anzeige
Anzeige

Funktionsweise der mRNA-Impfung gegen Krebs

Wir zeigen, wie mRNA-Impfstoffe auch bei Krebspatient:innen wirken können.
Wir zeigen, wie mRNA-Impfstoffe auch bei Krebspatient:innen wirken können. © Galileo
Wir zeigen, wie mRNA-Impfstoffe auch bei Krebspatient:innen wirken können.
Wir zeigen, wie mRNA-Impfstoffe auch bei Krebspatient:innen wirken können. © Galileo
Wir zeigen, wie mRNA-Impfstoffe auch bei Krebspatient:innen wirken können.
Wir zeigen, wie mRNA-Impfstoffe auch bei Krebspatient:innen wirken können. © Galileo
Wir zeigen, wie mRNA-Impfstoffe auch bei Krebspatient:innen wirken können.
Wir zeigen, wie mRNA-Impfstoffe auch bei Krebspatient:innen wirken können. © Galileo
Wir zeigen, wie mRNA-Impfstoffe auch bei Krebspatient:innen wirken können.
Wir zeigen, wie mRNA-Impfstoffe auch bei Krebspatient:innen wirken können. © Galileo
Wir zeigen, wie mRNA-Impfstoffe auch bei Krebspatient:innen wirken können.
Wir zeigen, wie mRNA-Impfstoffe auch bei Krebspatient:innen wirken können.
Wir zeigen, wie mRNA-Impfstoffe auch bei Krebspatient:innen wirken können.
Wir zeigen, wie mRNA-Impfstoffe auch bei Krebspatient:innen wirken können.
Wir zeigen, wie mRNA-Impfstoffe auch bei Krebspatient:innen wirken können.

Wie funktioniert die mRNA-Technologie?

Im Dezember 2020, knapp zehn Monate nach Beginn der Corona-Pandemie, präsentierten die Biotechnologie-Unternehmen BioNTech und Pfizer den ersten Corona-Impfstoff - auf mRNA-Basis. Dieser schnellen Entwicklung gehen aber knapp 30 Jahre alter Forschung voraus.

Schon Ende der 80er-Jahre spielten Wissenschaftler:innen mit der Vision eines mRNA-Impfstoffes. Messenger-Ribonukleinsäuren - kurz mRNA - spielen für die Produktion von Eiweißen eine wichtige Rolle. Damit der Körper die Baupläne der Proteine aus der DNA herauslesen kann, fertigt er eine "Abschrift" des Gens an - in Form von einsträngiger mRNA.

Die Wissenschaft hat sich diese "Boten-Funktion" der mRNA zunutze gemacht: Mit Hilfe von mRNA-Impfstoffen ist es möglich, menschlichen Zellen den genetischen Bauplan für bestimmte Eiweiße zu injizieren. Daraufhin kann der Körper spezielle Antikörper produzieren und Erreger bekämpfen.

Was sich bei den Corona-Impfstoffen als Erfolg bestätigte, war ursprünglich für den Kampf gegen Krebs gedacht. Die mRNA-Technologie macht auch im Bereich der Krebs-Immuntherapie immer größere Fortschritte.

Anzeige

mRNA in der Krebs-Forschung: Maßgeschneiderte Immun-Therapie

💉 Im Gegensatz zu einem Virus ist die Bekämpfung von Krebs noch komplizierter. Denn eine Krebs-Impfung muss körpereigene Strukturen angreifen, anstatt einen Erreger von außen abzuwehren.

🔬 Bei allen Patient:innen sind die Krebs-Zellen außerdem unterschiedlich - um diese zu bekämpfen, braucht es also individuelle Behandlungen. Weltweit forschen Mediziner:innen deshalb aktuell daran, maßgeschneiderte Therapien zu entwickeln.

🧬 Dazu analysieren die Forschenden Krebs-Zellen von einzelnen Erkrankten. Gelingt dem Team die Entschlüsselung der kranken Zellen, können sie die Informationen aus den Tumor-Zellen in die mRNA als Bauplan einfügen.

🧫 Kleine Eiweiß-Bauteile der Krebs-Zellen können so künstlich hergestellt und verimpft werden. Gelingt dieser Schritt, erkennt der Körper die Tumor-Zellen als fremd und stellt daraufhin eigene Krebs-Proteine her, die als Erkennungs-Merkmal gelten.

⚔ Das Immunsystem bekommt dadurch das Signal, welche Zellen gut und welche schlecht sind - und kann die Krebs-Zellen entsprechend bekämpfen.

❗ Das bedeutet aber gleichzeitig, dass eine Impfung gegen Krebs erst möglich ist, wenn die Krankheit bereits ausgebrochen ist - im Gegensatz zu präventiven Impfungen wie beispielsweise gegen Corona.

T-Zellen und mRNA-Impfstoff gegen Krebs: Studie verzeichnet erste Erfolge

Das Mainzer Biotech-Unternehmen BioNTech ist aktuell an mehreren Forschung-Ansätzen, die mRNA-Technik gegen Krebs einzusetzen, beteiligt.

Dass eine dieser Bekämpfungs-Methoden auch der Einsatz von modifizierten T-Zellen sein kann, hat die CAR-T-Zellen-Immuntherapie bereits beim Kampf gegen Blutkrebs erfolgreich bewiesen. T-Lymphozyten - auch T-Zellen genannt - übernehmen als Abwehr-Zellen wichtige Aufgabe in unserem Immunsystem.

Bei der CAR-T-Immuntherapie werden die T-Zellen im Labor so angepasst, dass sie spezielle Strukturen auf den Tumor-Zellen - sogenannte Antigene - erkennen und die befallenen Zellen daraufhin bekämpfen.

In einer neuen Behandlungs-Methode wurde diese Therapie jetzt mit der Anwendung eines mRNA-Impfstoffs verknüpft, um die Vermehrung der T-Zellen zu beschleunigen. Ende Oktober 2023 präsentierte BioNTech dazu erfolgversprechende Studien-Ergebnisse.

Getestet wurde der Impfstoff an 44 Krebspatient:innen mit verschiedenen Tumoren. Bei 38 von ihnen seien laut Unternehmen Aussagen zur Wirksamkeit der Behandlung möglich. Konkret bedeutet das: Bei 74 Prozent der untersuchten Personen konnte das Tumorwachstum eingedämmt werden. Bei 45 Prozent konnte sogar eine Verkleinerung der Tumore beobachtet werden.

Trotz erster positiver Ergebnisse ist der Impfstoff von einer möglichen Zulassung noch weit entfernt. Aktuell (Stand Oktober 2023) befindet er sich in der ersten (von drei notwendigen) klinischen Testphase(n). Phase 2 soll laut Unternehmen 2024 beginnen.

Anzeige
Galileo vom 2020-05-13

Die Pioniere der Impfforschung

Was haben Emil von Behring, Robert Koch und Edward Jenner gemeinsam? Sie sind alle Pioniere und Helden der Impfforschung. Wir stellen die drei Wissenschaftler und ihre Errungenschaften genauer vor.

  • Video
  • 10:58 Min
  • Ab 12

Hat die Corona-Pandemie die Krebsforschung vorangebracht?

Im ersten Schritt ist es vor allem andersrum: Nur durch die jahrzehntelange Grundlagenforschung der mRNA-Technologie war eine so schnelle Entwicklung der Corona-Impfstoffe überhaupt möglich. Aber dieser Durchbruch hat auch die Krebsforschung enorm weitergebracht.

Zahlreiche Studien und Daten aus millionenfachen Impfungen haben wichtige Erkenntnisse, beispielsweise hinsichtlich möglicher Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten hervorgebracht. Im gewohnten Forschungs-Rhythmus wäre die Datensammlung in dieser Geschwindigkeit nicht möglich gewesen.

Anzeige

Wann die mRNA-Impfstoffe gegen Krebs verfügbar sein könnten

💬 Die BioNTech-Gründerin Özlem Türeci sagte in einem Interview mit der BBC, sie rechne mit einer Impfung gegen Krebs noch vor 2030.

🔬 Aktuell werden in insgesamt 14 klinischen Studien spezielle mRNA-Impfstoffe gegen Bauchspeicheldrüsen-, Kopf- und Hals-, Prostata- oder Darmkrebs getestet. Teilweise bereits in mehreren Phasen.

💊 Als Therapieform wird die Impfung gegen Krebs zunächst wohl in Kombination mit anderen Behandlungsmethoden wie Chemotherapie zum Einsatz kommen.

♾ Ein Universalmittel zur Heilung werden die mRNA-Impfstoffe gegen Krebs also zunächst nicht. Wissenschaftler:innen hoffen jedoch, Krebs damit von einer tödlichen zur chronischen Krankheit umzuwandeln.

FAQ zu mRNA-Impfstoffen gegen Krebs

Mehr News und Videos
Stinkender Tofu China Stinky Tofu Delikatesse 213864241
News

Stinky Tofu: Bei uns eklig, in Asien eine Delikatesse

  • 29.05.2024
  • 15:00 Uhr

© 2024 Seven.One Entertainment Group