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Neptun-Gras: Dieser Klimaheld liefert mehr Sauerstoff als der Regenwald

  • Veröffentlicht: 02.07.2020
  • 09:00 Uhr
  • Carina Neumann-Mahlkau
Article Image Media
© Getty Images

Hast du schon mal vom Neptun-Gras gehört? Aus dieser Wasserpflanze werden später die "Seebälle" am Strand. Sie ist ein wahrer Klimaheld - und in Gefahr. So kannst du sie schützen.

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Das Wichtigste zum Thema Neptun-Gras

  • Neptun-Gras (Posidonia oceanica) ist einzigartig, denn es wächst ausschließlich im Mittelmeer. Einziger Verwandter: die "Posidonia australis" vor Australien.

  • Die Mittelmeerbewohner nennen das Neptun-Gras auch liebevoll die "grünen Lungen" oder "Regenwälder" der Meere.

  • Denn 1 Hektar der unscheinbaren Pflanzen liefert laut Meeresbiologen 5 Mal mehr Sauerstoff als die gleiche Fläche an Regenwald. Der Grund: Sie können mehr davon in ihren Zellen speichern als die Tropenpflanzen an Land.

  • Wo das Neptun-Gras wächst, ist das Wasser türkis und kristallklar. Es sorgt für eine hervorragende Wasserqualität und ist ein wichtiger Lebensraum für rund 1.000 verschiedene Meeresbewohner.

  • Das größte und älteste Vorkommen liegt zwischen den Balearen-Inseln Ibiza und Formentera. Die "Unterwasser-Wiese" ist 8 KIlometer lang und über 100.000 Jahre alt. Die UNESCO kürte sie 1999 zum Welterbe.

  • Durch Umweltverschmutzung, Schiffsverkehr und Klimaerwärmung ist das Neptun-Gras in Gefahr. Stirbt es, gerät das Ökosystem aus der Balance - und die Wasserqualität kippt. Wie du helfen kannst, liest du weiter unten.

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So entstehen die "Seebälle" - und diesen Tieren bietet das Gras Schutz

Das Neptun-Gras zählt zu den ältesten Lebewesen der Erde.
Das Neptun-Gras zählt zu den ältesten Lebewesen der Erde. © Getty Images
Jedes Jahr im Herbst wirft es seine alten Blätter ab.
Jedes Jahr im Herbst wirft es seine alten Blätter ab. © Getty Images
Die abgestorbenen Gräser treiben an die Küsten und türmen sich dort auf. Im Winter schützen sie die Strände bei Stürmen und starkem Wellengang vor Erosionen.
Die abgestorbenen Gräser treiben an die Küsten und türmen sich dort auf. Im Winter schützen sie die Strände bei Stürmen und starkem Wellengang vor Erosionen.© Getty Images
Traditionell nutzen die Bauern die abgestorbenen Reste als Einstreu für ihre Tierställe. In der alten Medizin diente Neptun-Gras aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung als Wundheilmittel. Getrocknet und gepresst kommt es heute in Spanien sogar als Isolierung im ökologischen Hausbau zum Einsatz.
Traditionell nutzen die Bauern die abgestorbenen Reste als Einstreu für ihre Tierställe. In der alten Medizin diente Neptun-Gras aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung als Wundheilmittel. Getrocknet und gepresst kommt es heute in Spanien sogar als Isolierung im ökologischen Hausbau zum Einsatz.© Getty Images
Durch den Wellengang und den ständigen Abrieb am Sandboden zersetzt sich das Neptun-Gras in kleine Fasern und formt sich schließlich zu Bällchen, die im Frühjahr zu Scharen am Strand liegen. Für ihre typische Form brauchen sie Sand - deshalb liegen die "Seebälle" typischerweise an den Sand- und nicht an den Felsenbuchten des Mittelmeeres.
Durch den Wellengang und den ständigen Abrieb am Sandboden zersetzt sich das Neptun-Gras in kleine Fasern und formt sich schließlich zu Bällchen, die im Frühjahr zu Scharen am Strand liegen. Für ihre typische Form brauchen sie Sand - deshalb liegen die "Seebälle" typischerweise an den Sand- und nicht an den Felsenbuchten des Mittelmeeres.© Getty Images
Seepferdchen verstecken sich im Neptun-Gras vor Fressfeinden und jagen dort kleine Salzkrebschen.
Seepferdchen verstecken sich im Neptun-Gras vor Fressfeinden und jagen dort kleine Salzkrebschen.© Getty Images
Das Neptun-Gras ist außerdem die Kinderstube vieler verschiedener Arten. Im Dickicht sind die kleinen Fische, Krebse, Muscheln und Schnecken geschützt vor Strömungen und Feinden.
Das Neptun-Gras ist außerdem die Kinderstube vieler verschiedener Arten. Im Dickicht sind die kleinen Fische, Krebse, Muscheln und Schnecken geschützt vor Strömungen und Feinden.© Getty Images
Das Neptun-Gras zählt zu den ältesten Lebewesen der Erde.
Jedes Jahr im Herbst wirft es seine alten Blätter ab.
Die abgestorbenen Gräser treiben an die Küsten und türmen sich dort auf. Im Winter schützen sie die Strände bei Stürmen und starkem Wellengang vor Erosionen.
Traditionell nutzen die Bauern die abgestorbenen Reste als Einstreu für ihre Tierställe. In der alten Medizin diente Neptun-Gras aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung als Wundheilmittel. Getrocknet und gepresst kommt es heute in Spanien sogar als Isolierung im ökologischen Hausbau zum Einsatz.
Durch den Wellengang und den ständigen Abrieb am Sandboden zersetzt sich das Neptun-Gras in kleine Fasern und formt sich schließlich zu Bällchen, die im Frühjahr zu Scharen am Strand liegen. Für ihre typische Form brauchen sie Sand - deshalb liegen die "Seebälle" typischerweise an den Sand- und nicht an den Felsenbuchten des Mittelmeeres.
Seepferdchen verstecken sich im Neptun-Gras vor Fressfeinden und jagen dort kleine Salzkrebschen.
Das Neptun-Gras ist außerdem die Kinderstube vieler verschiedener Arten. Im Dickicht sind die kleinen Fische, Krebse, Muscheln und Schnecken geschützt vor Strömungen und Feinden.

Diese Faktoren bedrohen das Neptun-Gras

😯 In den vergangenen 100 Jahren hat sich der Bestand des Neptun-Grases im Mittelmeer um rund 30 Prozent reduziert. Gründe dafür:

🛥️ Schiffsanker: Die vielen Boote in den Mittelmeer-Buchten ankern im weichen Sandboden - dort, wo auch das Neptun-Gras wächst. Beim Herausziehen des Ankers werden große Teile der verwurzelten Gräser herausgerissen - und erholen sich davon nur sehr langsam.

🌅 Klimawandel: Das Neptun-Gras mag gemäßigte Temperaturen zwischen 17 und 20 Grad. Bei 22 Grad kann die Pflanze bereits absterben - und die Sommer werden immer heißer.

🍬 Umweltverschmutzung: Neptun-Gras reagiert empfindlich auf Schadstoffe und Plastik.

🐟 Schleppnetze: Die Gräser bleiben in den Netzen hängen und werden massenweise herausgerissen.

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So kannst du helfen

🌊 Vermeide Plastikmüll und Sonnencreme mit umweltschädlichen Inhaltsstoffen im Wasser.

🗣️ Erzähle deinen Freunden von der Bedeutung des Neptun-Grases für das Mittelmeer.

⚓ Weise Boots-Touristen am Mittelmeer auf die Anker-Problematik hin: An hellen Stellen darf man ankern, an dunklen nicht - denn dort sind entweder Felsen oder Neptun-Gras!

Meerjungfrauen unterwegs für den Umweltschutz

Viele Bootsbesitzer wissen gar nicht, dass sie das Neptun-Gras mit ihren Ankern zerstören. Deshalb fahren Umweltschützer auf den Baleareninseln regelmäßig mit Schlauchbooten oder Kayaks zu den Yachten und verteilen dort wasserfeste Info-Broschüren - manchmal auch im Meerjungfrauen-Kostüm.  

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1 Quadratmeter Neptun-Gras für 1 Euro - werde Posidonia-Pate

Auch du kannst das Neptun-Gras schützen - sogar bequem von zu Hause aus. "Save Posidonia Project" ist eine Initiative zur Rettung der Unterwasserwiesen zwischen Ibiza und Formentera.

Für 1 Euro wirst du symbolisch Pate von 1 Quadratmeter Posidonia. Von den fast 60.000 Hektar Neptun-Gras-Wiesen haben bereits mehr als 250.000 Quadratmeter einen Paten.

Das Geld fließt in Aufklärungsarbeit und Projekte zum Schutz des Neptun-Grases.

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