Anzeige
Riesenplanet

Neptun: Der Eisriese am Rand des Sonnensystems

  • Aktualisiert: 16.04.2024
  • 11:48 Uhr
  • Peter Michael Schneider
Die schönsten Bilder des blau leuchtenden Neptun, seinen Stürmen und Wolken stammen von der Raumsonde Voyager 2, die 1989 an ihm vorbeiflog.
Die schönsten Bilder des blau leuchtenden Neptun, seinen Stürmen und Wolken stammen von der Raumsonde Voyager 2, die 1989 an ihm vorbeiflog.© NASA/JPL

Der Neptun befindet sich am Rand des Sonnensystems. Der Riesenplanet beherrscht unter anderem das Ursprungsgebiet vieler Kometen, die an unserer Erde vorbeiziehen. Warum der riesige Gasball als Eisriese gilt und trotzdem glühend heiß ist, erfährst du in unserem Steckbrief.

Anzeige

Das Wichtigste in Kürze

  • Neptun ist der Grenzgänger der Planeten: Hinter seinem Orbit kommen nur noch Zwergplaneten und Eisbrocken und dann das große Nichts.

  • Weil er so weit weg ist, lässt sich der Gasplanet trotz seiner enormen Größe als einziger der acht Planeten nicht mit dem bloßen Auge beobachten - sogar einige von Jupiters Monde und sogar der Asteroid Vesta leuchten heller.

  • Im Teleskop ist Neptun als blaues Scheibchen zu erkennen, weil das Methangas in seiner Atmosphäre den roten Anteil des Lichts herausfiltert. Warum er so aber viel blauer leuchtet als der blaßgrüne Uranus, ist noch nicht geklärt.

Inhalt

Lust auf mehr "Galileo"?
Schau dir jetzt auf Joyn die neueste Folge an

Im Video: Diese Geheimnisse birgt Neptun

Grafik: Steckbrief Neptun

Neptun: Der Planet im Steckbrief
Neptun: Der Planet im Steckbrief© Galileo
Anzeige
Anzeige

Die 10 wichtigsten Facts zu Neptun

  1. Masse: 17 Erdmassen. Damit nimmt er den dritten Platz im Sonnensystem ein - nach Jupiter, Saturn - und vor Uranus
  2. Umlaufzeit um die Sonne: knapp 165 Jahre. Erst 2011 war er wieder an dem Ort am Himmel zu sehen, an dem ihn Johann Gottfried Galle 1846 entdeckt hat.
  3. Dauer eines Neptuntags: 15 Stunden, 57 Minuten und 59 Sekunden. Weil er so schnell rotiert, misst der Durchmesser an den Polen 1000 Kilometer weniger als am Äquator.
  4. Besteht aus: Wasserstoff (etwa. 80 Prozent), Helium (19) und Methan (1).
  5. Dichte: Weil er hauptsächlich aus Gas besteht, ist Neptun mit 1638 Kilogramm pro Kubikmeter viel weniger dicht als die Erde (5514).
  6. Temperatur: An der Oberflächen etwa minus 218 Grad Celsius. In seinem Inneren herrschen dagegen bis zu 7000 Grad Celsius.
  7. Monde: 14 Monde, zwischen etwa 18 und 2700 Kilometer groß.
  8. Name: nach dem römischen Gott des Meeres. Sein Zeichen ist ein stilisierter Dreizack (♆).
  9. Entfernung von der Sonne: durchschnittlich 4,5 Milliarden Kilometer.
  10. Durchmesser: 49.500 Kilometern - fast das Vierfache der Erde. Damit gilt er als Riesenplanet.

Planeten: Gasriesen im Vergleich

Das Innere der GasplanetenJupiter, Saturn, Uranus und Neptun
Das Innere der GasplanetenJupiter, Saturn, Uranus und Neptun© JPL / Caltech

Mit dem Raumschiff auf Neptun zu landen, ist nicht möglich: Es würde keine feste Oberfläche finden, um aufzusetzen (hier liest du was passieren würde, wenn du auf Jupiter fällst). Wie Jupiter, Saturn und Uranus besteht auch der achte Planet vor allem aus Wasserstoff und Helium, wenn auch in leicht unterschiedlicher Zusammensetzung und mit Beimengungen anderer Gase.

Weil Neptuns Bestandteile in der Kälte des äußeren Sonnensystems normalerweise als Eis vorliegen, nennen Wissenschaftler:innen ihn auch Eisriese -obwohl sein Inneres mit fast 7000 Grad heißer glüht als der Erdkern.

Neptun hat mit seiner Schwerkraft entlang seiner Umlaufbahn freigeräumt und bestimmt auch die Form des Kuipergürtels, einem Ring weitverteilter Eis- und Gesteinsbrocken weit hinter Neptuns Orbit.

Diamantenschauer: Das Methan von Neptun zerfällt nach Ansicht von Wissenschaftler:innen in 7000 Kilometern Tiefe in seine Einzelteile. Der Kohlenstoffanteil regnen dabei in Form von Diamanten Richtung Inneres.

Die Entdeckung Neptuns: ein Rechentrick

Eigentlich hat ein Mathematiker Neptun entdeckt. Aber nicht mit dem Fernrohr, sondern auf dem Papier. Weil sich der Planet Uranus auf anderen Bahnen bewegt als die Gesetze der Physik voraussagen, vermuteten Astronomen schon im 19. Jahrhundert, dass es einen weiteren Planeten geben musste, der Uranus ablenkt.

Der französische Mathematiker Urbain Le Verrier errechnete daraufhin die Bahn des unentdeckten Himmelskörpers und auch den Ort, an dem er sich befinden musste. Und siehe da: Der Berliner Astronom Johann Gottfried Galle fand ich 1846 fast genau dort, wo Le Verrier ihn rechnerisch vorhergesagt hatte.

Kurios: Schon Superastronom Galileo Galilei hatte Neptun vor der Linse. Entdeckerpech: Er hielt den Planeten aber fälschlicherweise für einen Jupitermond.

Schwacher Staubglimmer: die Ringe des Neptun

Neptun besitzt auch Ringe, hier aufgenommen vom neuen James-Webb-Weltraum-Teleskop. Die Ringe enthalten viel mikroskopische kleinen Staub und sind viel schwerer zu erkennen als die von Saturn.
Neptun besitzt auch Ringe, hier aufgenommen vom neuen James-Webb-Weltraum-Teleskop. Die Ringe enthalten viel mikroskopische kleinen Staub und sind viel schwerer zu erkennen als die von Saturn.© Nasa
Anzeige
Anzeige

Die Rätsel des Neptun

  • Ewiger Sommer: Weil seine Drehachse noch stärker geneigt ist als die der Erde, gibt es auch auf Neptun Jahreszeiten. Allerdings ist der Sommer nur etwa 10 Grad Celsius wärmer als der Winter – dafür dauert er wegen seiner langen Umlaufzeit mehr als 40 Jahre.
  • Perfekte Runde: Neptun läuft in nahezu im Kreis um die Sonne. Sonnennächster und sonnenfernster Punkt liegen "nur" etwa 100 Millionen Kilometer auseinander - ein Klacks für Astronom:innen.
  • Wanderplanet: Wissenschaftler:innen rätseln seit langem, wie Neptun entstanden sein könnte. Denn als sich das Sonnensystem bildete, gab es in seinen Randregionen gar nicht ausreichend Masse für solch große Planeten. Daher nehmen sie an, dass Neptun viel näher an der Sonne geboren wurde, und im Laufe der Zeit immer weiter nach außen wanderte (das so genannte "Nizza Modell").
  • Planetares Kollisionsverhinderungssystem: Zwergplanet Pluto läuft auf einem so stark gestreckten Orbit, dass er ab und zu Neptuns Bahn scheinbar kreuzt und so der Sonne manchmal näherkommt als sein Riesennachbar. Doch die Bahnen der beiden Planeten verlaufen so, dass ihre Wege sich nie kreuzen.
  • Mondsuche: Zwölf der 14 Monde wurde erst nach 1988 entdeckt, davon sechs allein von der die Raumsonde Voyager 2. Erst 2013 fand das Weltraumteleskop Hubble mit Hippocamp den vorerst letzten.

Eingefangener Mond?

converted PNM file
converted PNM file© Nasa

Neptuns größter Mond Triton misst etwa 2700 Kilometer im Durchmesser, sein Südpol ist mit minus 235 Grad Celsius einer der kältesten Orte des Sonnensystems. Da er sich entgegengesetzt zu Neptuns Rotation bewegt, gehen Wissenschaftlerinnen davon aus, dass Neptun Triton zufällig aus dem Kuipergürtel eingefangen hat.

Häufige Fragen zum Planeten Neptun

Das könnte dich auch interessieren
Nasa Der Neunte Planet
News

Planet 9: Existiert er wirklich? Das spricht dafür

  • 12.07.2024
  • 04:18 Uhr

© 2024 Seven.One Entertainment Group