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Atlantis, Tsunamis und Geisterschiffe? Die versunkenen Geheimnisse der Nordsee

  • Veröffentlicht: 17.04.2022
  • 20:45 Uhr
  • Carina Neumann-Mahlkau

Wo liegt der ägyptische Schatz des Geisterschiffs "Gottfried"? Wie konnte eine ganze Stadt verschwinden, und was steckt hinter der Riesenwelle von 1858? Tauche mit uns ein in eine Welt voller Geheimnisse. Im Clip: Versunkene Schätze im Ozean.

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Schon gewusst? Facts über die Nordsee

🌍 Das Wattenmeer zählt zum UNESCO Weltnaturerbe! Denn die Landschaft ist weltweit einzigartig und außerdem das größte zusammenhängende Wattenmeer der Erde. Es reicht vom Norden Dänemarks bis in den Süden der Niederlande.

🌊 Auch Deutschlands größtes frei lebendes Raubtier tummelt sich hier - die bis zu 2,5 Meter große Kegelrobbe.

🐬 Flipper, bist du's? Bis zu 6 verschiedene Delfin-Arten schwimmen durchs deutsche Meer.

🐑 In der Nordsee gibt es 13 Inseln und 10 Halligen. Das sind winzige, grasbewachsene Landflächen auf dem Meer - Bauernhöfe und Schaf-Zucht inklusive! Bei Flut verschluckt das Meer die Inselchen fast komplett. Deshalb stehen die Höfe auf künstlich aufgeschütteten Hügeln.

💬 Die Vorratskammern sind immer gefüllt - falls die Sturmflut mal wieder den Weg zum Festland kappt. Die Insulaner:innen der Nordsee plaudern in 13 verschiedenen Sprachen: Hochdeutsch, Plattdeutsch, Dänisch sowie zehn friesische Dialekte.

⚓ Die Nordsee ist ein wahrer Schiffs-Friedhof. Allein aus den beiden Weltkriegen schlummern schätzungsweise 680 Wracks auf dem Meeresboden. Hinzu kommen Hunderte historische Wracks aus den vergangenen Jahrhunderten - teils aus der Zeit der Wikinger.

🚢 Durch die Gezeiten herrschen in der Nordsee starke Natur-Gewalten. Die meisten Schiffe, die dadurch verunglückten, sind heute stark versandet oder gar ganz vom Erdboden verschluckt. Das macht die Schatz-Jagd auch so herausfordernd. Mehr dazu gleich. Übrigens: Noch heute zählt die Nordsee zu den am meisten befahrenen Schifffahrtsregionen der Welt.

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Rungholt - Deutschlands "Atlantis"

Welche Schätze wurden denn hier aus der Nordsee gefischt? Es war einmal vor langer Zeit ein Ort namens Rungholt.
Welche Schätze wurden denn hier aus der Nordsee gefischt? Es war einmal vor langer Zeit ein Ort namens Rungholt. © picture alliance / DUMONT Bildarchiv | Olaf Meinhardt
Er lag an der Nordsee-Küste, nahe der Hallig Südfall, westlich von Schleswig-Holstein. Eine heftige Sturmflut überschwemmte den Ort 1362.
Er lag an der Nordsee-Küste, nahe der Hallig Südfall, westlich von Schleswig-Holstein. Eine heftige Sturmflut überschwemmte den Ort 1362.© picture-alliance/ dpa | Horst Pfeiffer
… mitsamt seiner Bevölkerung. Legenden beschreiben Rungholt als reichen, prunkvollen Handelsort in Nordfriesland. Die Rungholter:innen lebten demnach aber so sündenhaft, dass Gott sie mit der Sintflut bestrafte. Bei ruhiger See soll man noch immer die Kirchglocken der versunkenen Stadt hören. Laut heutigem Forschungsstand war der Ort aber tatsächlich eher so etwas wie ein bäuerliches Dorf mit einem kleinen Handelshafen und ge
… mitsamt seiner Bevölkerung. Legenden beschreiben Rungholt als reichen, prunkvollen Handelsort in Nordfriesland. Die Rungholter:innen lebten demnach aber so sündenhaft, dass Gott sie mit der Sintflut bestrafte. Bei ruhiger See soll man noch immer die Kirchglocken der versunkenen Stadt hören. Laut heutigem Forschungsstand war der Ort aber tatsächlich eher so etwas wie ein bäuerliches Dorf mit einem kleinen Handelshafen und ge© picture alliance / dpa | Wolfgang Runge
Bei Ebbe sind die Überreste der Stadt immer noch sichtbar. Weil Rungholt als versunkene Stadt für allerlei Sagen und Legenden sorgte, trägt sie auch den Beinamen „Atlantik der Nordsee“. Rungholt ist übrigens nicht der einzige Ort, der im Laufe der Jahrhunderte versank. Sturmfluten sorgten immer wieder dafür, dass sich die Küsten-Landschaft stark veränderte.
Bei Ebbe sind die Überreste der Stadt immer noch sichtbar. Weil Rungholt als versunkene Stadt für allerlei Sagen und Legenden sorgte, trägt sie auch den Beinamen „Atlantik der Nordsee“. Rungholt ist übrigens nicht der einzige Ort, der im Laufe der Jahrhunderte versank. Sturmfluten sorgten immer wieder dafür, dass sich die Küsten-Landschaft stark veränderte.© picture-alliance/ dpa | Horst Pfeiffer
Welche Schätze wurden denn hier aus der Nordsee gefischt? Es war einmal vor langer Zeit ein Ort namens Rungholt.
Er lag an der Nordsee-Küste, nahe der Hallig Südfall, westlich von Schleswig-Holstein. Eine heftige Sturmflut überschwemmte den Ort 1362.
… mitsamt seiner Bevölkerung. Legenden beschreiben Rungholt als reichen, prunkvollen Handelsort in Nordfriesland. Die Rungholter:innen lebten demnach aber so sündenhaft, dass Gott sie mit der Sintflut bestrafte. Bei ruhiger See soll man noch immer die Kirchglocken der versunkenen Stadt hören. Laut heutigem Forschungsstand war der Ort aber tatsächlich eher so etwas wie ein bäuerliches Dorf mit einem kleinen Handelshafen und ge
Bei Ebbe sind die Überreste der Stadt immer noch sichtbar. Weil Rungholt als versunkene Stadt für allerlei Sagen und Legenden sorgte, trägt sie auch den Beinamen „Atlantik der Nordsee“. Rungholt ist übrigens nicht der einzige Ort, der im Laufe der Jahrhunderte versank. Sturmfluten sorgten immer wieder dafür, dass sich die Küsten-Landschaft stark veränderte.

Als ein Tsunami 1858 über die Nordsee fegte

5. Juni 1858 - mehrere Augen-Zeug:innen berichten von einer monsterhaften "Riesenwelle", welche die Inseln Sylt, Helgoland und Wangerooge heimsucht. Forschende fanden mehr als 15 historische Belege dafür, dass tatsächlich eine über sechs Meter große Welle auf der Nordsee-Küste aufschlug - an einem sonst sonnigen, windstillen Tag.

Wissenschaftler:innen vermuten, dass es sich bei der Riesenwelle um einen Tsunami handelte, der wahrscheinlich durch einen Hang-Abrutsch im Atlantik ausgelöst wurde. Theoretisch könnte so etwas auch wieder passieren - das Risiko ist jedoch gering.

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Diese Wracks kannst du besuchen

Dieses mystisch anmutende historische Wrack liegt vor dem niederländischen Ort Wierum und ist ein beliebtes Foto-Motiv.
Dieses mystisch anmutende historische Wrack liegt vor dem niederländischen Ort Wierum und ist ein beliebtes Foto-Motiv.© Getty Images
Die "Capella" stach einst zur Muschel-Ernte in die See, heute ist sie ein beliebtest Ausflugsziel für Abenteuerlustige auf der Insel Norderney. Sie strandete 1968 während eines Sturms.
Die "Capella" stach einst zur Muschel-Ernte in die See, heute ist sie ein beliebtest Ausflugsziel für Abenteuerlustige auf der Insel Norderney. Sie strandete 1968 während eines Sturms.© picture alliance / Michael Narten | Michael Narten
Viel ist nicht mehr übrig von der "Mariann", die nur rund 200 Meter vor der Küste Sylts liegt. In den 60er-Jahren wollten Sylter Künstler:innen ein Café auf dem Schiff aus Schweden eröffnen. Als die Behörden das verboten, wurde die "Mariann" zur Bühne für Partys. 1981 fing sie Feuer und verrottet seitdem im Watt. Die Umstände ihres Untergangs bleiben bis heute ein Rätsel.
Viel ist nicht mehr übrig von der "Mariann", die nur rund 200 Meter vor der Küste Sylts liegt. In den 60er-Jahren wollten Sylter Künstler:innen ein Café auf dem Schiff aus Schweden eröffnen. Als die Behörden das verboten, wurde die "Mariann" zur Bühne für Partys. 1981 fing sie Feuer und verrottet seitdem im Watt. Die Umstände ihres Untergangs bleiben bis heute ein Rätsel. © picture alliance / Zoonar | Kay Augustin
Das jüngste Opfer ist die "Pallas". Nachdem das Frachtschiff unter der Flagge der Bahamas einige Tage lang brennend und führerlos über die Nordsee fuhr, lief es schließlich vor der Insel Amrum auf Grund. Das Schiffsunglück endete mit einer schlimmen Ölpest und Dutzenden toten Meeresbewohnern.
Das jüngste Opfer ist die "Pallas". Nachdem das Frachtschiff unter der Flagge der Bahamas einige Tage lang brennend und führerlos über die Nordsee fuhr, lief es schließlich vor der Insel Amrum auf Grund. Das Schiffsunglück endete mit einer schlimmen Ölpest und Dutzenden toten Meeresbewohnern.© picture alliance/dpa | Carsten Rehder
Ein Schiffsunglück mit Happy End: Die "Ulpiano" strandete am Heiligabend 1870. Die Besatzung brachte sich auf dem hölzernen Rettungsturm in Sicherheit und wurde gerettet. Jahrhunderte später legte eine Sturmflut das Wrack im nordfriesischen Süderoogsand frei.
Ein Schiffsunglück mit Happy End: Die "Ulpiano" strandete am Heiligabend 1870. Die Besatzung brachte sich auf dem hölzernen Rettungsturm in Sicherheit und wurde gerettet. Jahrhunderte später legte eine Sturmflut das Wrack im nordfriesischen Süderoogsand frei.© picture alliance / blickwinkel/C. Kaiser | C. Kaiser
Dieses mystisch anmutende historische Wrack liegt vor dem niederländischen Ort Wierum und ist ein beliebtes Foto-Motiv.
Die "Capella" stach einst zur Muschel-Ernte in die See, heute ist sie ein beliebtest Ausflugsziel für Abenteuerlustige auf der Insel Norderney. Sie strandete 1968 während eines Sturms.
Viel ist nicht mehr übrig von der "Mariann", die nur rund 200 Meter vor der Küste Sylts liegt. In den 60er-Jahren wollten Sylter Künstler:innen ein Café auf dem Schiff aus Schweden eröffnen. Als die Behörden das verboten, wurde die "Mariann" zur Bühne für Partys. 1981 fing sie Feuer und verrottet seitdem im Watt. Die Umstände ihres Untergangs bleiben bis heute ein Rätsel.
Das jüngste Opfer ist die "Pallas". Nachdem das Frachtschiff unter der Flagge der Bahamas einige Tage lang brennend und führerlos über die Nordsee fuhr, lief es schließlich vor der Insel Amrum auf Grund. Das Schiffsunglück endete mit einer schlimmen Ölpest und Dutzenden toten Meeresbewohnern.
Ein Schiffsunglück mit Happy End: Die "Ulpiano" strandete am Heiligabend 1870. Die Besatzung brachte sich auf dem hölzernen Rettungsturm in Sicherheit und wurde gerettet. Jahrhunderte später legte eine Sturmflut das Wrack im nordfriesischen Süderoogsand frei.

Geisterschiff "Gottfried": dieser Real Life-Krimi fesselt Schatz-Suchende bis heute

Ja, es gibt sie noch - kostbare, Jahrtausende alte Schätze in der Nordsee. Ein prominentes Beispiel hierfür ist die Fracht des verschollenen Schiffs "Gottfried". 1822 lief es während eines schweren Orkans in der Elbmündung bei Cuxhaven auf Grund. Mit an Bord: Dutzende Kostbarkeiten aus dem alten Ägypten, mit denen der adelige Entdecker Heinrich Menu von Minutoli in Berlin ein Museum errichten und der Stadt zu einem Mekka für Kultur und Fortschritt verhelfen wollte. Kurz vor dem sicheren Hafen in Hamburg ging sein Lebenswerk verloren.

Einige Schätze wurden an Land gespült und für wahre Vermögen versteigert, andere stecken bis heute tief vergraben im dicken Schlick der Elbmündung. Durch die Gezeiten, starke Strömungen und schnelle Versandung sind Schätze aus der Nordsee besonders schwer zu bergen. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt. 2003 tauchte eine 2.000 Jahre alte Mumien-Locke im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe auf. Sie stammt von der Fracht der Gottfried - und hauchte dem Krimi neues Leben ein.

Du liebst Abenteuer? Lies hier mehr über das Suchen und Finden von Schätzen!

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