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Bedrohte Tierart

Okapis: Darum gehört die Waldgiraffe zu den seltensten Tieren der Welt

  • Aktualisiert: 18.11.2023
  • 05:30 Uhr
  • Claudia Frickel
Ein Okapi
Ein Okapi© imago images / UIG

Okapis sind sehr scheu und es gibt nur noch wenige von ihnen. Obwohl sie ganz anders aussehen, sind sie mit Giraffen verwandt. Alles zu Lebensraum, Nahrung und Fortpflanzung der Waldgiraffen mit dem ungewöhnlichen Fell.

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Okapis: Das Wichtigste zu den Tieren

  • Okapis sehen aus wie eine Mischung aus Zebra und Reh. Tatsächlich sind sie aber eng mit Giraffen verwandt, auch wenn sie viel kleiner sind. Die Kurzhalsgiraffen gehören zu den seltensten Tieren weltweit.

  • Ein weiterer Name ist Waldgiraffen: Der Begriff hat mit ihrem Lebensraum zu tun. Die scheuen und seltenen Tiere wohnen im Regenwald. Sie sind ausschließlich in der Demokratischen Republik Kongo daheim.

  • Okapis haben ein auffälliges Äußeres, das aber paradoxerweise dafür sorgt, dass die Tiere besser getarnt sind. Die Beine tragen ein schwarz-weißes Streifenmuster, der Rumpf ist rotbraun gefärbt.

  • Die kleinen Giraffen besitzen eine besondere Fähigkeit: Mit ihrer sehr langen Zunge können sie Blätter pflücken - und sich praktischerweise die Augen und Ohren säubern.

So steht es um bedrohte Tierarten weltweit

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Alles zu Okapis auf einen Blick

Die wichtigsten Eckdaten zum seltenen Okapi auf einem Blick
Die wichtigsten Eckdaten zum seltenen Okapi auf einem Blick© Galileo

Der Okapi-Steckbrief

Wissenschaftlicher Name: Okapia johnstoni

Ordnung: Paarhufer

Familie: Giraffenartige

Lebensraum: Regenwälder der Demokratischen Republik Kongo

Größe: im Schnitt 2,5 Meter lang, Schulterhöhe 1,50 Meter

Farbe: braun mit rotem Schimmer, schwarz-weiße Beine

Lebenserwartung: 15 bis 20 Jahre, in Gefangenschaft 30 Jahre

Nahrung: Blätter, Früchte, Gräser, Farne und Pilze

Feinde: Menschen, Leoparden, Serval-Katzen

Verhalten: tagaktiv

Aktueller Bestand: stark gefährdet

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Zu Besuch bei Okapis im Frankfurter Zoo

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Okapi: Was ist das eigentlich für ein Tier und warum wurde es so spät entdeckt?

🦒 Das Okapi gehört zur Familie der giraffenartigen Tiere. Die einzige andere Gattung der Familie sind die dreimal so hohen Giraffen.

🐷 Die kleinen Waldgiraffen sind Paarhufer, genau wie ihre großen Verwandten sowie Kühe, Schweine, Rentiere oder Antilopen.

🧮 Okapis sind selten: Es leben nur noch geschätzte 10.000 bis 35.000 Tiere. Bis heute bleiben sie geheimnisvoll: In freier Natur sind sie bisher kaum erforscht worden.

📅 Die Kurzhalsgiraffen waren die letzten großen Säugetiere Afrikas, die von westlichen Forscher:innen entdeckt wurden - und das sehr spät. Wissenschaftlich beschrieben wurde das Okapi erst 1901.

🔍 Der englische Forschungsreisende Henry Hamilton Johnston hatte sich Ende des 19. Jahrhunderts auf die Suche nach Okapis gemacht. Er war neugierig, weil er von dem merkwürdigen Tier gehört hatte. Ein lebendiges Exemplar fand er allerdings nicht: Er bekam nur Fell mit dem charakteristischen Muster in die Hände.

Okapis haben eine ungewöhnliche Fellfärbung und große Ohren
Okapis haben eine ungewöhnliche Fellfärbung und große Ohren© IMAGO/Pond5 Images
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Das Aussehen von Okapis

Okapis messen in der Regel um die 2,5 Meter und haben eine Schulterhöhe von 1,5 Meter. Damit sind sie ungefähr so hoch wie Pferde, erreichen aber nur ein Drittel der Höhe von Giraffen.

Eine Besonderheit von Waldgiraffen ist ihr samtiges Fell: Am Körper ist es dunkelbraun gefärbt und glänzt rötlich. Gesicht und Hals sind grau. Die Beine mit der schwarz-weißen Zeichnung scheinen gar nicht dazu zu passen.

Im Regenwald dient die Färbung von Okapis als Tarnung: In der dichten Vegetation sind sie aus der Ferne schwer zu erkennen. Aus der Entfernung lösen sich die Umrisse für Feinde wie Leoparden auf. 

Wie Giraffen tragen Okapis fellbedeckte Hörner an der Stirn. Zu sehen sind diese nur bei Männchen. Ihr Hals ist lang gestreckt - aber bei Weitem nicht so lang wie bei ihren Verwandten. Mit ihren großen Ohren können die Waldgiraffen sehr gut hören.

Okapis haben sehr lange Zungen - sie sind 34 bis 45 Zentimeter lang. Das nutzen die Tiere zur Nahrungsbeschaffung, aber auch zur Reinigung: Sie können sich mit der Zunge Ohren und Augen lecken.

Mit seiner langen Zunge pflückt ein Okapi Blätter
Mit seiner langen Zunge pflückt ein Okapi Blätter© IMAGO/Avalon.red

Lebensraum und Lebensweise von Okapis

  • 🌳 Okapis sind ausschließlich im Regenwald der Demokratischen Republik Kongo zu Hause. Sie leben in 500 bis 1.000 Meter Höhe. Früher gab es die Tiere ebenfalls in Uganda, dort sind sie aber ausgestorben.
  • 👩‍👦 Die Waldgiraffen sind scheue und schreckhafte Einzelgänger. Allein durchstreifen sie ihre Reviere. Zu zweit sind sie normalerweise nur unterwegs, wenn es sich um Mutter und Kind handelt.
  • 🌲 Ihre Territorien markieren die Tiere mit Urin. Beide Geschlechter reiben zudem ihre Köpfe an Baumstämmen.
  • 😴 Die tagaktiven Okapis sind immer auf der Hut vor Feinden. Zwar schlafen sie nachts, aber immer nur fünf Minuten am Stück. Insgesamt kommen sie so auf eine halbe Stunde Schlaf pro Nacht. Sie können aber zusätzlich mehrere Stunden lang dösen.
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Gefährdete Okapis: Warum sind die Kurzhalsgiraffen vom Aussterben bedroht?

Okapis stehen auf der Roten Liste des IUCN. Sie sind vom Aussterben bedroht und gelten als gefährdet. Ihr Bestand nimmt laut Expert:innen weiter ab.

Dafür gibt es verschiedene Gründe. Zum einen schwindet der ohnehin schon begrenzte Lebensraum der Waldgiraffen. 

Außerdem werden sie von Wilderern wegen ihres Fleischs und Fells gejagt. In der Demokratischen Republik Kongo gibt es immer wieder gewalttätige Auseinandersetzungen, auch dabei werden Tiere getötet.

Es gibt nicht mehr viele Okapis. Aber obendrein vermehren sich die Tiere sehr langsam: Die Mütter bringen pro Jahr nur ein Junges zur Welt.

In Zoos leben weltweit über 100 der Tiere. Im Kongo selbst wurden Schutzgebiete eingerichtet, um den Tieren eine Überlebenschance zu geben, so wie das Okapi-Wildtierreservat

Okapis und ihre Nahrung: Was die Tiere fressen

  • 🍃 Okapis sind reine Pflanzenfresser. Sie nehmen nur Blätter, Gräser, Früchte, Farne und Pilze zu sich.
  • 🐄 Die Waldgiraffen sind Wiederkäuer, genau wie Kühe.
  • 👅 Ihre lange Zunge hilft Okapis, Nahrung zu erreichen, an die andere Tiere nicht herankommen: Sie pflücken mit ihr Blätter und Knospen, ohne die Zweige abzureißen.
  • 🍽 Manchmal fressen die Kurzhalsgiraffen salzhaltige Erde oder lecken Lehm ab. Das machen sie wahrscheinlich, um Mineralien aufzunehmen.
  • 💧 Die Tiere sind nicht in der Lage, den Kopf weit nach unten zu strecken. Darum können nur Wasser trinken, wenn sie die Beine weit spreizen.
Eine Okapi-Mutter mit ihrem Baby
Eine Okapi-Mutter mit ihrem Baby© imago images/Cover-Images

Fortpflanzung von Okapis: Alles zu Paarung und Nachwuchs

Männchen und Weibchen von Okapis kommen nur zur Paarung zusammen, sonst gehen sie sich aus dem Weg.  

Dafür gibt es keine bestimmte Zeit: Die Tiere können das ganze Jahr über paaren. Wenn es so weit ist, schlecken sich Bullen und Kühe zunächst gegenseitig das Fell ab.

Nach rund 15 Monaten Tragezeit bringt die Mutter ein Jungtier zur Welt. 

Die Kleinen können oft schon nach 30 Minuten aufrecht stehen. Die meiste Zeit ihrer ersten Lebensmonate bleiben sie aber versteckt, damit Feinde sie nicht entdecken. Im nächsten Frühjahr verlässt das Jungtier die Mutter.

Hörner bekommen Männchen ab dem dritten Lebensjahr. Nach zwei Jahren sind sie geschlechtsreif, die Weibchen nach 1,5 Jahren. In freier Wildbahn werden Okapis 15 bis 20 Jahre alt.

Bei "The Masked Singer" 2023 war das seltene Okapi zu bestaunen

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