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Zwischen Grausamkeit und Heldentum: Die berühmtesten Pirat:innen der Geschichte

  • Veröffentlicht: 01.06.2022
  • 08:45 Uhr
  • Heike Predikant

Sie machten die Weltmeere unsicher und fette Beute. Wer die berühmtesten Pirat:innen der Geschichte waren, erfährst du gleich. Außerdem verraten wir dir, welches Schiff den größten Piratenschatz aller Zeiten an Bord hatte und warum sich unter den Rum-Marken ein "Captain Morgan" tummelt. Im Clip: die Piratenbucht von Nigeria.

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Das Wichtigste zum Thema Piraterie

  • Bei Piraterie oder Seeräuberei handelt es sich um die gewaltsame Übernahme eines Schiffes auf hoher See. Verbunden damit sind Delikte wie Gewalttaten, Diebstahl oder Geiselnahme, die unter das Strafrecht fallen.

  • In Europa wurde Piraterie schon in der Antike betrieben. Zunächst überwog die Küsten-Piraterie, im 6. Jahrhundert v. Chr. dann ermöglichten Trieren (rudergetriebene Kriegsschiffe) die Verfolgung von Schiffen.

  • Mit der Entdeckung Amerikas 1492 begann die Blütezeit der Piraterie (16. bis 18. Jahrhundert): Die Schiffe, die auf den Handelsrouten zwischen der Neuen und Alten Welt verkehrten, hatten wertvolle Fracht geladen. "Sagenumwobene" Reichtümer wie Gold, Edelsteine, Elfenbein, Seide und Gewürze.

  • Im 19. und 20. Jahrhundert konnte die Seeräuberei immer mehr zurückgedrängt werden. Dennoch sind heute wieder einige Regionen betroffen. Laut dem Bundesministerium für Verteidigung gibt es südlich von Europa zwei gefährliche Zonen, den Golf von Guinea und das Horn von Afrika.

  • Die bewaffneten Überfälle (inklusive Geiselnahmen und Lösegeld-Forderungen) vor der Küste Somalias bedrohten insbesondere von 2000 bis 2011 wichtige internationale Schiffsrouten. Zur Bekämpfung setzte man See-Streitkräfte und Sicherheits-Teams ein. 2015 wurden keinerlei Angriffe festgestellt, im Frühjahr 2017 wurden erneut mehrere Schiffe attackiert.

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Die berühmtesten Pirat:innen der Geschichte

Edward Teach, vermutlich 1680 in Bristol geboren, kaperte anfangs feindliche Schiffe für die britische Krone. Als er unter eigener Flagge im Oktober 1717 an der amerikanischen Ostküste mindestens 15 Schiffe in seine Gewalt brachte, wurde er schlagartig zu einem der gefürchtetsten Piraten. Einen Monat später eroberte er in der Karibik das 250 Tonnen schwere Sklaven-Transportschiff "La Concorde", das über 40 Kanonen-Stellplätze
Edward Teach, vermutlich 1680 in Bristol geboren, kaperte anfangs feindliche Schiffe für die britische Krone. Als er unter eigener Flagge im Oktober 1717 an der amerikanischen Ostküste mindestens 15 Schiffe in seine Gewalt brachte, wurde er schlagartig zu einem der gefürchtetsten Piraten. Einen Monat später eroberte er in der Karibik das 250 Tonnen schwere Sklaven-Transportschiff "La Concorde", das über 40 Kanonen-Stellplätze© Imago Images / Photo12
Sein Revier waren die Nord- und Ostsee. Der deutsche Pirat Klaus Störtebeker (um 1360 geboren) hatte es auf die Schiffe der Hanse abgesehen, einer Vereinigung von Kaufleuten. Die satte Beute, die er nach Hause holte, darunter auch Gold und Silber, verteilte er stets gerecht. Schließlich war er einer der Anführer der "Likedeeler", und bei den "Gleichteilern" ging niemand leer aus. 1401 war die "Brüderwirtschaft" vorbei: Störte
Sein Revier waren die Nord- und Ostsee. Der deutsche Pirat Klaus Störtebeker (um 1360 geboren) hatte es auf die Schiffe der Hanse abgesehen, einer Vereinigung von Kaufleuten. Die satte Beute, die er nach Hause holte, darunter auch Gold und Silber, verteilte er stets gerecht. Schließlich war er einer der Anführer der "Likedeeler", und bei den "Gleichteilern" ging niemand leer aus. 1401 war die "Brüderwirtschaft" vorbei: Störte© Imago Images / Christian Ohde
Emanzipation auf hoher See vor über 300 Jahren: Mary Read (Engländerin) und Anne Bonny (Irin) waren ein Piratinnen-Duo, das Schrecken in der Karibik verbreitete. Sie segelten mit dem britischen Piratenkapitän Jack Rackham, dem Partner von Anne Bonny, kämpften mit Macheten und Pistolen an der Seite der Besatzung und plünderten Schiffe. Und weil damals Frauen an Bord unerwünscht waren, verkleideten sie sich als Männer. Als 1720
Emanzipation auf hoher See vor über 300 Jahren: Mary Read (Engländerin) und Anne Bonny (Irin) waren ein Piratinnen-Duo, das Schrecken in der Karibik verbreitete. Sie segelten mit dem britischen Piratenkapitän Jack Rackham, dem Partner von Anne Bonny, kämpften mit Macheten und Pistolen an der Seite der Besatzung und plünderten Schiffe. Und weil damals Frauen an Bord unerwünscht waren, verkleideten sie sich als Männer. Als 1720© Imago Images / Leemage
Das "Goldene Zeitalter der Piraterie" (1690 - 1730) bescherte Bartholomew Roberts Reichtum und Ruhm: Der Waliser gilt als erfolgreichster Pirat dieser Epoche. Entlang der Handelsrouten zwischen Amerika und Westafrika überfiel er in nur zwei Jahren über 400 Schiffe. Am 10. Februar 1722 nahm ein Schiff der Royal Navy Kurs auf die "Royal Fortune", die in Ouidah (Benin) vor Anker lag. Auch in dieser misslichen Situation gab es fü
Das "Goldene Zeitalter der Piraterie" (1690 - 1730) bescherte Bartholomew Roberts Reichtum und Ruhm: Der Waliser gilt als erfolgreichster Pirat dieser Epoche. Entlang der Handelsrouten zwischen Amerika und Westafrika überfiel er in nur zwei Jahren über 400 Schiffe. Am 10. Februar 1722 nahm ein Schiff der Royal Navy Kurs auf die "Royal Fortune", die in Ouidah (Benin) vor Anker lag. Auch in dieser misslichen Situation gab es fü© Imago Images / United Archives International
Die Chinesin Zheng Yisao heiratete 1801 den Piratenführer Zheng Yi. Als ihr Ehemann ums Leben kam, trat sie seine Nachfolge an und ging eine Allianz mit dem Piratenführer Zhāng Bǎozǎ ein. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht befehligte sie 1.800 Dschunken und 70.000 Kämpfer. Sie jagten und plünderten im Südchinesischen Meer nicht nur Handelsschiffe, auch die kaiserliche Marine musste große Verluste hinnehmen. Eine Notlage, die den G
Die Chinesin Zheng Yisao heiratete 1801 den Piratenführer Zheng Yi. Als ihr Ehemann ums Leben kam, trat sie seine Nachfolge an und ging eine Allianz mit dem Piratenführer Zhāng Bǎozǎ ein. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht befehligte sie 1.800 Dschunken und 70.000 Kämpfer. Sie jagten und plünderten im Südchinesischen Meer nicht nur Handelsschiffe, auch die kaiserliche Marine musste große Verluste hinnehmen. Eine Notlage, die den G© Imago Images / Leemage
Edward Teach, vermutlich 1680 in Bristol geboren, kaperte anfangs feindliche Schiffe für die britische Krone. Als er unter eigener Flagge im Oktober 1717 an der amerikanischen Ostküste mindestens 15 Schiffe in seine Gewalt brachte, wurde er schlagartig zu einem der gefürchtetsten Piraten. Einen Monat später eroberte er in der Karibik das 250 Tonnen schwere Sklaven-Transportschiff "La Concorde", das über 40 Kanonen-Stellplätze
Sein Revier waren die Nord- und Ostsee. Der deutsche Pirat Klaus Störtebeker (um 1360 geboren) hatte es auf die Schiffe der Hanse abgesehen, einer Vereinigung von Kaufleuten. Die satte Beute, die er nach Hause holte, darunter auch Gold und Silber, verteilte er stets gerecht. Schließlich war er einer der Anführer der "Likedeeler", und bei den "Gleichteilern" ging niemand leer aus. 1401 war die "Brüderwirtschaft" vorbei: Störte
Emanzipation auf hoher See vor über 300 Jahren: Mary Read (Engländerin) und Anne Bonny (Irin) waren ein Piratinnen-Duo, das Schrecken in der Karibik verbreitete. Sie segelten mit dem britischen Piratenkapitän Jack Rackham, dem Partner von Anne Bonny, kämpften mit Macheten und Pistolen an der Seite der Besatzung und plünderten Schiffe. Und weil damals Frauen an Bord unerwünscht waren, verkleideten sie sich als Männer. Als 1720
Das "Goldene Zeitalter der Piraterie" (1690 - 1730) bescherte Bartholomew Roberts Reichtum und Ruhm: Der Waliser gilt als erfolgreichster Pirat dieser Epoche. Entlang der Handelsrouten zwischen Amerika und Westafrika überfiel er in nur zwei Jahren über 400 Schiffe. Am 10. Februar 1722 nahm ein Schiff der Royal Navy Kurs auf die "Royal Fortune", die in Ouidah (Benin) vor Anker lag. Auch in dieser misslichen Situation gab es fü
Die Chinesin Zheng Yisao heiratete 1801 den Piratenführer Zheng Yi. Als ihr Ehemann ums Leben kam, trat sie seine Nachfolge an und ging eine Allianz mit dem Piratenführer Zhāng Bǎozǎ ein. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht befehligte sie 1.800 Dschunken und 70.000 Kämpfer. Sie jagten und plünderten im Südchinesischen Meer nicht nur Handelsschiffe, auch die kaiserliche Marine musste große Verluste hinnehmen. Eine Notlage, die den G

Piraterie vs. Freibeuterei: Was ist der Unterschied?

Freibeuterei oder Kaperei bezeichnet Seekriegsführung im Auftrag. Vom 12. bis ins 19. Jahrhundert hinein war es üblich, dass Staaten oder Souveräne zur Unterstützung ihrer See-Streitkräfte in Kriegszeiten private Seefahrer:innen beauftragten, feindliche Schiffe zu plündern oder zu versenken. 

Dafür wurden Kaperbriefe ausgestellt, die Schutz in den Häfen der jeweiligen Nation sowie Straffreiheit garantierten. Zudem durfte die Beute teilweise oder ganz einbehalten werden - anstelle eines Solds. 

Piraterie dagegen ist seit jeher illegal. In früheren Zeiten war es erlaubt, Pirat:innen auf hoher See zu töten. Nahm man sie gefangen, wurden sie meist gehängt oder geköpft.

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Der größte Piratenschatz aller Zeiten

Im Februar 1717 sichtete Samuel Bellamy das Sklavenschiff "Whydah" in der Windward-Passage, einer Meerenge zwischen den Westindischen Inseln in der Karibik. Der englische Seeräuber wusste, dass es keine Sklaven, sondern Reichtümer beförderte. Nach einer dreitägigen Verfolgungsjagd überließ der Kapitän das Schiff kampflos den Piraten. 

An Bord fanden sie wertvolle Fracht. Waren wie Rum, Rohrzucker und Luxusgüter, zudem Gold und Silber im Wert von 20.000 bis 30.000 Pfund Sterling und auch einen Rubin in der Größe eines Hühnereis. Der Dreimaster war in gutem Zustand, und Bellamy machte ihn zu seinem neuen Flaggschiff. 

In der Nacht zum 27. April 1717 warf ein Hurrikan die "Whydah" auf eine Sandbank, nur 150 Meter vor ihrem Zielhafen Cape Cod in Massachusetts. Sie versank - mitsamt dem größten Piratenschatz aller Zeiten. Denn die "Whydah" hatte die Beute von rund 50 geräuberten Schiffen an Bord - allein über 400.000 Münzen, wie aus einem alten Dokument hervorgeht.

1984 entdeckte der Schatz-Taucher Barry Clifford Überreste des Wracks. Der Amerikaner stieß auf Kanonen und Pistolen und einen Teil der Reichtümer, darunter Gold, Silber und 12.000 Münzen. Nach der Hebung von rund einem Sechstel des Schatzes gründete er das Whydah-Museum in Yarmouth, Massachusetts. Es beherbergt 200.000 Fundstücke mit einem Wert von 20 bis 40 Millionen Dollar. Der große Rest des versunkenen Schatzes dürfte über weite Strecken auf dem Meeresboden verteilt sein. 

Dem größten Piratenschatz aller Zeiten auf der Spur: "Die Geschichte der 'Whydah' und die Hebung ihres Schatzes" hielt Barry Clifford in einem Buch fest.
Dem größten Piratenschatz aller Zeiten auf der Spur: "Die Geschichte der 'Whydah' und die Hebung ihres Schatzes" hielt Barry Clifford in einem Buch fest.© picture alliance / AP Photo

So fand Barry Clifford den Schatz der "Whydah"

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Einen "Captain Morgan", bitte! Warum so mancher Rum nach einem Piraten benannt ist

Zur Beute von Pirat:innen gehörten oft Rumfässer, die Schiffe von der Karibik nach Nordamerika transportieren sollten. Und den hochprozentigen Inhalt kippte man sich gerne in den Becher. "Blackbeard" (siehe oben) zum Beispiel war für seinen ungewöhnlich hohen Rum-Verbrauch bekannt und dafür, dass er Schießpulver in seine Drinks mischte. 

Legendäre Trink-Geschichten, die Rum-Hersteller mitunter zu Werbezwecken nutzen. Ebenso wie die berühmten Piraten-Namen, die dahinter stehen. So hat etwa die neuseeländische "Smoke & Oakum Manufactory" einen würzigen "Gunpowder Rum" im Sortiment, inspiriert von "Blackbeard".

Das weltweit tätige Konzern Diageo produziert den Rum "Captain Morgan" - und benannte ihn nach Henry Morgan. Bei dem walisischen Freibeuter, der 1674 Vize-Gouverneur von Jamaika wurde, war die Liebe zum Rum besonders groß. Er kaufte auf der karibischen Insel eine Zuckerrohr-Plantage und stellte seine eigenen Spirituosen her. 

"Got a little Captain in you?": Die Rum-Marke "Captain Morgan" wirbt mit dem Namen des berühmten Freibeuters Henry Morgan (1635 - 1688).
"Got a little Captain in you?": Die Rum-Marke "Captain Morgan" wirbt mit dem Namen des berühmten Freibeuters Henry Morgan (1635 - 1688).© Imago Images / Newscast

Legende oder Wahrheit? 5 Piraten-Mythen

🏴‍☠️ Piratenflagge: Die schwarze Flagge mit Totenkopf und zwei gekreuzten Knochen wehte nicht immer. Solange ein Piraten-Schiff auf der Jagd war, lief es oft unter falscher Flagge, damit es sich einem Schiff unauffällig nähern konnte.

🪝 Hakenhand: Bei Gefechten konnte es passieren, dass Pirat:innen verletzt wurden oder Gliedmaßen verloren. Und auch bei der Arbeit an Bord kam es immer wieder vor, dass sich jemand das Bein oder den Arm abschnürte.

🦜 Papagei: In Büchern und Filmen tragen Piraten häufig einen Papagei auf der Schulter. Frei erfunden ist der plappernde Begleiter nicht. Seeleute brachten in der Tat Papageien oder andere exotische Tiere von ihren Reisen in tropische Länder als Andenken mit. Die bunt gefiederten Genossen waren jedoch nicht nur Maskottchen. In Europa blühte der Handel mit exotischen Vögeln, und Papageien erzielten hohe Preise.

🕳️ Vergrabener Schatz: Der schottische Pirat William Kidd soll einen aus Gold, Silber und Edelsteinen bestehend Schatz vergraben haben, aber es war keine übliche Praxis. Pirat:innen wollten ihren Anteil an der Beute in der Regel sofort haben.

🗺️ Republik der Piraten: Die gab es wirklich. Von 1706 bis 1718 hielten sich dort ehemalige Freibeuter auf, die zu Piraten wurden. Der Hauptsitz befand sich in Nassau auf der Insel New Providence (Bahamas).

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