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Europaweites Einweg-Plastikverbot: Was das für dich bedeutet

  • Veröffentlicht: 01.07.2021
  • 20:45 Uhr
  • Carina Neumann-Mahlkau

Das Einweg-Plastikverbot gilt ab dem 3. Juli in ganz Europa. Coffee-To-Go aus Styropor-Bechern und Plastik-Strohhalme wird es dann in Europa nicht mehr geben. Was das für dich bedeutet und welche Alternativen es gibt.

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Das Wichtigste zum Thema Europaweites Einweg-Plastikverbot

  • Laut der Umwelt-Organisation WWF landet jede Minute eine Lastwagenladung Müll in den Weltmeeren.

  • Ändern wir nichts an unserem Plastik-Konsum, gibt es 2050 Schätzungen zufolge mehr Plastik als Fische in den Ozeanen. Das Mittelmeer zählt zu den Meeren mit der schlimmsten Plastik-Verschmutzung.

  • In der Nordsee hat rund die Hälfte der Meeresbewohner Plastik im Bauch. Am Ende der Nahrungskette stehen wir. Essen wir Fisch, gelangt das Mikroplastik auch in unseren Organismus - mit Folgen für unsere Gesundheit.

  • Das Plastik zersetzt sich zu Mikroplastik - also in kleinste Partikel. Die wurden auch schon in der Tiefsee und den entlegensten Buchten der Polarmeere nachgewiesen.

  • 2018 untersuchte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) unseren Konsum von Einweg-Geschirr und To-Go-Verpackungen. Seit 1994 stiegen die Kunststoffabfälle um 72 Prozent. Rund 320.000 To-Go-Becher gehen bundesweit pro Stunde über den Tresen.

  • Ab dem 3. Juli 2021 führt die EU das Einweg-Plastikverbot ein. Darunter fallen auch Food-Boxen aus Styropor, Plastik-Strohhalme und To-Go-Becher.

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Einweg-Plastikverbot - was bedeutet das für dich?

👍 Das Verbot gilt ab 3. Juli 2021 und für alle EU-Mitgliedsländer. 560 EU-Abgeordnete stimmten dafür, nur 35 dagegen.

🥤 Plastik-Produkte wie Einweg-Besteck und -geschirr, Strohhalme, Watte- und Rührstäbchen, To-Go Becher und Food-Boxen aus Styropor sind dann verboten und dürfen auch nicht mehr verkauft werden (Ausnahme: Restposten in den Lagern).

🌍 Und jetzt - nie wieder Strohhalme, Wattestäbchen oder Coffee to go? Keine Sorge: Nachhaltige Firmen rüsten seit Jahren auf umweltfreundliche Alternativen um.

♻️ Während typische Einweg-Produkte bisher meist unwiderruflich im Müll landeten, werden sie zukünftig aus recycelbarem oder biologisch abbaubarem Material hergestellt. Grüne Alternativen findest du weiter unten.

🌱 Für dich als Privatperson bedeutet das Verbot also vor allem, guten Gewissens grüne Alternativen zu verwenden - und Firmen sind nun gezwungen, ihre Produkte der Umwelt zuliebe anzupassen.

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Plastik-Verbote gibt es schon. Zum Beispiel hier:

✔️ Bangladesch war 2002 das erste Land weltweit, das ein Plastik-Verbot erteilte: für dünne Plastiksäcke, die das Entwässerungs-System verstopften.

✔️ In Ruanda, Afrika, herrscht seit 2008 herrscht ein strenges Verbot für den Import, die Produktion, den Verkauf und den Besitz von Plastiktüten.

✔️ In China sind Gratis-Plastiksäcke und deren Herstellung seit 2008 verboten.

✔️ Italien verbietet Plastiktüten seit 2011. Erlaubt sind Taschen aus biologisch abbaubaren Materialien.

✔️ In San Francisco/USA gilt seit 2017 ein Plastiktüten-Verbot. Plastikflaschen sind nur begrenzt erlaubt.

✔️ In Kenia, Afrika, sind Plastiksäcke seit 2017 verboten.

✔️ In Neuseeland sind seit 2019 Kosmetik mit Mikroplastik-Anteil und Plastiktüten verboten.

✔️ Auf der indonesischen Insel Bali gibt es seit 2019 ein Verbot für Einwegplastik.

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Und wie geht's weiter? Wichtige Umwelt-Beschlüsse für die Zukunft

♻️ Die EU plant noch weitere Schritte im Kampf gegen Plastik: Bis 2029 sollen mindestens 9 von 10 Plastikflaschen recycelt werden. Deshalb führen immer mehr EU-Länder Pfand-Systeme ein.

❌ In Deutschland sind ab 1. Januar 2022 dünne Plastiktüten verboten.

🌱 Seit 2019 gibt es außerdem das Verpackungs-Gesetz: Es soll Verpackungs-Abfälle reduzieren und das Recycling stärken. Hersteller, die recyclingfähige Materialien verwenden, erhalten wirtschaftliche Vorteile.

🚯 Seit 2020 müssen sich Hersteller aus der Verpackungs-Branche in Deutschland an den Reinigungskosten beteiligen - etwa wenn Wegwerf-Müll aus öffentlichen Parks oder auf Straßen beseitigt wird.

🚬 Das ist zukünftig auch europaweit geplant. Die großen Hersteller sollen zum Beispiel die Reinigungs-Aktionen an Stränden mitfinanzieren. Neben Verpackungs-Müll wird das wegen der vielen Zigaretten-Stummel auch die Tabak-Industrie betreffen.

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