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Fleischfressender Plattwurm: So schützt du deinen Garten

  • Veröffentlicht: 14.08.2023
  • 11:14 Uhr
  • Galileo

Plattwürmer breiten sich in vielen Gärten in Deutschlands immer weiter aus. Die invasive Art ist dabei nicht zu stoppen - und droht das ökologische Gleichgewicht zu beeinflussen. Das musst du wissen.

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Was sind Plattwürmer und wo kommen sie vor?

  • Plattwürmer machen sich seit einigen Jahren in Europa breit. Die Art Obama nungara kommt ursprünglich aus Argentinien. Vermutlich wurde sie unentdeckt in importierter Erde über den Atlantik transportiert. Aber auch aus Australien und Asien sind Plattwurmarten nach Europa eingewandert.

  • So wurde der asiatische Platydemus manokwari erstmals 2014 in Frankreich entdeckt. Inzwischen sind die bräunlichen Plattwürmer unter anderem in Frankreich, Spanien und Italien weit verbreitet. Da sie meist in der Erde aktiv sind, bleiben sie relativ verborgen.

  • Obama nungara frisst Würmer und Schnecken. Auch Regenwürmer zählen zu seiner Nahrung - mit weitreichenden Folgen für das Ökosystem im Boden. Gleichzeitig sind manche Arten von Plattwürmern für Fressfeinde ungenießbar, denn sie tragen ein Gift in sich oder sind zumindest bitter.

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Wie sehen Plattwürmer aus und welche Arten gibt es?

Plattwürmer wie die Art Obama nungara machen sich seit einigen Jahren in Europa breit.
Plattwürmer wie die Art Obama nungara machen sich seit einigen Jahren in Europa breit.© IMAGO / Wirestock

Plattwürmer sind einfache Organismen, die in Wurm- oder Bandform meist eher platt und lang gestreckt ausgebildet sind.

Der Obama nungara ist fünf bis acht Zentimeter lang und hat eine schleimige Oberfläche. Seine Farbe ist meist bräunlich-schwarz, besonders markant ist sein spitz zulaufender Kopf.

Daneben gibt es in Europa inzwischen auch die Arten Caenoplana variegata und Diversibipalium multilineatum. Im Gegensatz zu ihrem Verwandten ernähren sich diese beiden Plattwurm-Arten vor allem von Insekten wie Bienen und Schmetterlingen.

Für wen und was sind Plattwürmer gefährlich?

🐛 Plattwürmer bedrohen je nach Art Würmer wie Regenwürmer sowie Insekten, darunter Bienen, Schmetterlinge und Gliederfüßer. Sie verzerren aber auch Pflanzen.

🦠 Sogar größere Tiere als der Plattwurm sind vor ihm nicht sicher: Durch sein Gift kann er auch diese töten.

🍃 Ein weiteres Problem der Plattwürmer: Sie haben in Deutschland keine Fressfeinde, außerdem sind sie gegen Kälte nicht empfindlich. Daher besteht die Gefahr einer starken Ausbreitung.

👥 Für den Menschen sind Plattwürmer nicht gefährlich. Trotzdem empfiehlt es sich, sie nur mit Handschuhen anzufassen.

🌧 Trotzdem hat die Ausbreitung von Plattwürmern Folgen für den Menschen. Durch das Fressen von Regenwürmern fehlen deren wichtige Fähigkeiten: Der Boden wird weniger gut aufgelockert, er kann Luft und Wasser schlechter aufnehmen.

🌍 Gleichzeitig warnen Forscher:innen davor, dass Plattwürmer als invasive Arten ohne Fressfeinde und mit idealen Lebensbedingungen die Artenvielfalt in Europa bedrohen könnten.

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Was tue ich gegen Plattwürmer im Garten?

Um einen Befall des eigenen Gartens mit Plattwürmern zu verhindern, sollten neu gekaufte Pflanzen vor dem Einpflanzen kontrolliert werden – vor allem importierte Gewächse.

Sie halten sich gerne an dunklen und feuchten Plätzen auf – also in Laubhaufen oder in Blumentöpfen. Auch Gewächshäuser gelten als Paradies für Plattwürmer.

Plattwürmer sollten mit einem Glas gefangen und dann in Seifenwasser oder kochendem Wasser abgetötet werden. Anschließend kann das tote Tier über den Restmüll entsorgt werden.

Chemische Mittel gegen Plattwürmer sowie vorbeugende Maßnahmen gibt es bisher noch nicht, daher bleibt Gartenfreund:innen nur die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden, um ihren Garten zu schützen.

Beim Bund Naturschutz können mit einem Foto die Funde von Plattwürmern gemeldet werden. Das hilft, einen Überblick über die Ausbreitung der Plattwürmer zu bekommen.

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