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Schadenfreude: Darum ist sie wichtig für dich und deine Psyche

  • Veröffentlicht: 14.10.2023
  • 06:45 Uhr
  • Bianca Leppert

Wer zuletzt lacht, lacht am besten. Dieser Spruch ist bekannt. Aber ist das wirklich so? Warum sind wir schadenfroh, woher kommt Schadenfreude und welche Funktion hat sie für unsere Psyche?

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Schadenfreude: Die wichtigsten Fakten

  • Der Chef, der uns gestern noch kritisiert hat, leert sich den Kaffee übers Hemd. Die Dränglerin auf der Autobahn wird geblitzt. Bei der nervigen Nachbarin sind nach einem Sturm alle Blumen zerstört. Und wir? Freuen uns insgeheim über die gerechte Strafe.

  • In diesen Situationen empfinden wir Schadenfreude. Es ist die Freude über das Unglück oder das Missgeschick, das einem anderen Menschen widerfahren ist.

  • Typische Beispiele in den Medien, in denen Schadenfreude zur Massenunterhaltung wird, sind Shows wie das Dschungelcamp oder Promi-Artikel in Klatschmagazinen.

  • Der Begriff gehört sogar zu den wenigen Lehnwörtern im Englischen. In der englischen Sprache wird wortwörtlich Schadenfreude für eben genau dieses Gefühl benutzt.

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Woher kommt Schadenfreude und was passiert dabei?

Freuen wir uns über das Pech oder Leid eines anderen Menschen, spielen dabei mehrere Faktoren eine Rolle. Zum einen empfinden wir eher Schadenfreude gegenüber jemandem, wenn wir die Person unsympathisch finden. Bei einem Missgeschick eines nahestehenden Menschen kommt hingegen eher Mitgefühl ins Spiel.

Dazu gesellt sich bei Schadenfreude oft Neid. Wenn eine Einzelperson oder auch eine Gruppe vermeintlich mehr Erfolg, mehr Geld oder mehr Attraktivität besitzt, empfinden wir eine Genugtuung, wenn nicht alles so perfekt läuft, wie es scheint. Das wertet das eigene Selbstwertgefühl und Ego auf.

Wir sind zudem der Meinung, die Strafe sei verdient und gerecht. Der Vorteil: Wir tragen nicht aktiv zu dem Schaden bei und haben auch keine Verantwortung dafür, sondern freuen uns nur in einer passiven Rolle darüber. Das erleichtert das Ganze.

Schadenfreude lässt sich sogar darstellen. Wissenschaftler:innen fanden heraus, dass sich dabei die Gehirnaktivität im Nucleus accumbens, dem Belohnungs-Zentrum, erhöht. Die darin enthaltenen Dopaminrezeptoren sind an der Entstehung positiver Gefühle beteiligt. Hier liegt auch der Ursprung für Glücksgefühle durch Sex, Drogen oder Glücksspiele.

Schadenfreunde: Das sind die Funktionen

☝🏻 Sie hilft uns, den eigenen Selbstwert zu schützen.

☝🏻 Sie gibt uns das Gefühl der Entspannung.

☝🏻 Das Amüsieren über die Fehler der anderen entlastet uns, weil wir selbst so ein besseres Gefühl haben.

☝🏻 Sie kann die Hierarchien zwischen Menschen ausgleichen.

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Was ist das Gegenteil von Schadenfreude?

Mitgefühl ist das Gegenstück zur Schadenfreude. Das empfinden wir, wenn jemandem ein Fehler oder Missgeschick passiert und wir die Person mögen, sie uns nahesteht oder sie uns sozial untergeordnet ist. Dann tut uns der Mensch eher leid und wir empfinden mit ihm mit.

Die häufigsten Fragen zu Schadenfreude

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