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Schwarze Tage an der Börse - was bedeutet das?

  • Veröffentlicht: 13.03.2020
  • 11:00 Uhr
  • Galileo
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Der Öl-Preis-Verfall und die Corona-Pandemie haben für heftige Verluste an den Aktienmärkte gesorgt. Die Rede war sogar von einem "Schwarzen Montag". Woher kommt dieser Begriff?

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Das Wichtigste zum Thema Schwarzer Montag

  • Die Aktienkurse sind weltweit zu Wochenbeginn drastisch abgestürzt. An der Wall Street in New York - der weltweit größten Börse - wurde der Handel am Montag für 15 Minuten unterbrochen. Warum, erklären wir gleich.

  • Der Dax - der größte deutsche Aktienindex - erlitt mit 7,94 Prozent zum Wochenstart den höchsten Tagesverlust seit den Terroranschlägen am 11. September 2001.

  • Experten sprachen am Ende des Tages von einem "Schwarzen Montag". Was das bedeutet und woher dieser Begriff kommt, erklären wir unten.

  • 3 Tage später verlor der Dax nochmals massiv an Punkten: Er gab um über 10 Prozent nach und rutschte unter die 10.000 Punktemarke - das erste Mal seit 2016. An der Wall Street wurde der Handel erneut ausgesetzt.

  • Die Furcht vor den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise und ein Absturz des Öl-Preises sind Gründe für die Kurseinbrüche.

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Woher kommt der Begriff "Schwarzer Tag"? Und was hat er mit Börsen zu tun?

Ein "Schwarzer Tag" gilt wegen eines Kurssturzes vorgefallenen Unglücks als besonders denkwürdig erachtet wird.

Diese Bezeichnungsweise basiert auf einer römisch-antiken Tradition, die einen Unglückstag als "dies ater" ("Schwarzen Tag") bezeichnete. Später wurde noch der Wochentag hinzugefügt - also in diesem Fall "Schwarzer Montag".

In der christlichen Tradition gilt speziell der Freitag als ein besonderer Unglückstag. Der Grund: An einem Freitag, dem Karfreitag, soll sich die Passion und Kreuzigung Christi ereignet haben.

Schwarzer Freitag von 1929

Besonders im Finanzwesen hat sich der Ausdruck eines Schwarzen Tages für einen desaströsen Handelstag verfestigt.

Die bekanntesten Schwarzen Tage gab es 1929 an der New Yorker Börse. Der Crash zog sich über mehrere Tage hin. Am Ende kam es zum Zusammenbruch des Handelsplatz. Die Folge war eine weltweite Wirtschaftskrise.

Menschenmassen versammelten sich nach dem Crash an der Wall Street
Menschenmassen versammelten sich nach dem Crash an der Wall Street© Picture Alliance / AP Images

Dem Börsencrash vorausgegangen war eine Spekulationsblase. In den 1920er Jahren wuchs der Kurs des Dow Jones von 100 auf bis zu 331 Punkte. Man sprach von einer "eternal prosperity" - einem ewigen Wohlstand.

In dieser Fehleinschätzung der Lage riskierten viele Menschen zu viel: Millionen nahmen kurzfristig hohe Kredite auf, um sich davon Aktien zu kaufen, in der Hoffnung, diese mit den Gewinnen zurückzahlen zu können.

Das Fatale: Eine Börsenaufsicht und viele Gesetze zur Regulierung existierten damals noch nicht.

Viele Menschen verloren am "Schwarzen Freitag" ihr gesamtes Vermögen
Viele Menschen verloren am "Schwarzen Freitag" ihr gesamtes Vermögen© Picture Alliance / United Archives/TopFoto
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Der Schwarze Montag heute

Als Gründe für den neuesten "Schwarzen Montag" werden das Zerwürfnis der Ölförderstaaten und die Coronavirus-Pandemie genannt. Das Virus bremst die Wirtschaft.

Aus diesen Gründen trennten sich Investoren am Montag im großen Stil von Aktien - die Aktienindizes fielen.

Warum wurde der Börsenhandel in den USA ausgesetzt?

Börsen sind grundsätzlich von Montag bis Freitag geöffnet.

Zu Beginn des Handels am Montag lösten die starken Kursverluste an der New Yorker Börse einen sogenannten Marketwide Circuit Breaker aus. Dieser sieht vor, den Handel in turbulenten Marktphasen in drei Stufen zu unterbrechen.

Die 1. Stufe greift, wenn der Leitindex S&P 500 um mehr als 7 Prozent fällt. In diesem Fall wird der Handel für 15 Minuten unterbrochen.

Am vergangenen Montag kam es dazu. So soll verhindert werden, dass der S&P 500 ins Bodenlose rutscht.

Am Montag wurde der Handel für 15 Minuten unterbrochen
Am Montag wurde der Handel für 15 Minuten unterbrochen© Picture Alliance / Photoshot

Wenn der Index um 13 Prozent fällt, tritt Stufe 2 ein. Der Handel wird erneut um 15 Minuten ausgesetzt. Aber: Das gilt nur, wenn der Kursverfall sich vor 15:30 Uhr Ortszeit ereignet.

Fällt das Börsenbarometer gar um 20 Prozent, wird der Handel für den gesamten Tag beendet. Das gilt als Stufe 3.

Dieser Stufenplan wurden nach der Finanzkrise im Jahr 2008 von der US-Börse beschlossen. So soll eine Kettenreaktion verhindert und die Märkte kurzfristig stabilisiert werden.

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Wie schlimm war der Einbruch des Dax?

〽️ In der Geschichte des Dax ist es selten vorgekommen, dass der Aktienindex um mehr als 7 Prozent an einem Handelstag einbricht.

😥 So stark Verluste fuhr der deutsche Leitindex zuletzt 2001 nach den Terroranschlägen in den USA und nach der Pleite der Investmentbank Lehmann Brothers ein.

🤷🏽‍♀️ Ob es nun zu einer weltweiten Rezession kommt - also zu einer Phase, in der die Wirtschaftsleistung schrumpft statt zu wachsen - lässt sich noch nicht sagen. Einige Experten sehen aber eine weltweite Krise heraufziehen.

Das waren die größten Börsencrashs

Tulpen und ein Börsencrash? Ja, das gab's wirklich. Die Niederlande stieg im 17. Jahrhundert zur Weltmacht im Handel mit Zwiebeln der Blume auf. Viele Tulpen-Produzenten spekulierten, dass die Preise immer weiter steigen würden. Das war nicht der Fall, und im Februar 1637 kam es zum Börsenkrach. Hunderte saßen auf ihren wertlosen Tulpenzwiebeln und gingen pleite.
Tulpen und ein Börsencrash? Ja, das gab's wirklich. Die Niederlande stieg im 17. Jahrhundert zur Weltmacht im Handel mit Zwiebeln der Blume auf. Viele Tulpen-Produzenten spekulierten, dass die Preise immer weiter steigen würden. Das war nicht der Fall, und im Februar 1637 kam es zum Börsenkrach. Hunderte saßen auf ihren wertlosen Tulpenzwiebeln und gingen pleite.© Picture Alliance / Stephan Schulz / dpa
Der "Schwarze Freitag" in den USA war eigentlich ein "Schwarzer Donnerstag". Grund dafür war die Zeitverschiebung. Der Crash an der Wall Street fand am Donnerstag statt, aber erst am Freitag kam die Nachricht in Europa an. Zum Verhängnis wurde vielen eine Spekulationsblase. Viele Anleger träumten vom großen Geld und nahmen Kredite auf, um sich Aktien zuzulegen.
Der "Schwarze Freitag" in den USA war eigentlich ein "Schwarzer Donnerstag". Grund dafür war die Zeitverschiebung. Der Crash an der Wall Street fand am Donnerstag statt, aber erst am Freitag kam die Nachricht in Europa an. Zum Verhängnis wurde vielen eine Spekulationsblase. Viele Anleger träumten vom großen Geld und nahmen Kredite auf, um sich Aktien zuzulegen.© Picture Alliance / AP Images
Der erste große Börsenkrach nach dem Zweiten Weltkrieg gab es 1987. Und wie: Der Dow Jones stürzte am "Schwarzen Montag" um 22,6 Prozent ab. Es war der höchste absolute Tagesverlust in der Geschichte der New Yorker Börse. Die Gründe für den Absturz sind bis heute umstritten: Ausschlaggebend sollen die Inflation des US-Dollars und das hohe Handelsdefizit der USA gewesen sein.
Der erste große Börsenkrach nach dem Zweiten Weltkrieg gab es 1987. Und wie: Der Dow Jones stürzte am "Schwarzen Montag" um 22,6 Prozent ab. Es war der höchste absolute Tagesverlust in der Geschichte der New Yorker Börse. Die Gründe für den Absturz sind bis heute umstritten: Ausschlaggebend sollen die Inflation des US-Dollars und das hohe Handelsdefizit der USA gewesen sein.© Picture Alliance / AP Images
Beim den Terroranschlägen des 11. September 2001 wurde der Handel an der New Yorker Börse ausgesetzt. Erst 6 Tage später nahm der Handelsplatz seine Geschäfte wieder auf. Bei der Wiedereröffnung der Wall Street krachte der Kurs dann um 7 Prozent ein.
Beim den Terroranschlägen des 11. September 2001 wurde der Handel an der New Yorker Börse ausgesetzt. Erst 6 Tage später nahm der Handelsplatz seine Geschäfte wieder auf. Bei der Wiedereröffnung der Wall Street krachte der Kurs dann um 7 Prozent ein.© Picture Alliance / AP Images
2008 folgte die Pleite der Investmentbank Lehmann Brothers. Grund für das Bankrott waren, dass neben Lehmann noch andere Banken Milliarden in wertlose Hypotheken investierten oder diese über Versicherungen garantierten. Der Dow Jones sackte an mehreren Tagen ab. Ein gigantisches Hilfspaket für die Banken von der US-Regierung lehnte der Kongress ab. Daraufhin stürzten die Kurse ins Bodenlose.
2008 folgte die Pleite der Investmentbank Lehmann Brothers. Grund für das Bankrott waren, dass neben Lehmann noch andere Banken Milliarden in wertlose Hypotheken investierten oder diese über Versicherungen garantierten. Der Dow Jones sackte an mehreren Tagen ab. Ein gigantisches Hilfspaket für die Banken von der US-Regierung lehnte der Kongress ab. Daraufhin stürzten die Kurse ins Bodenlose.© Picture Alliance / AP Images
2010 geschah an der Wall Street etwas Unerklärliches: Aus dem Nichts sackten Aktien ab, der Dow Jones verlor mehr als 600 Punkte. Eine halbe Stunde später hatten die meisten Unternehmen ihre Verluste wieder wettgemacht und die Kurse kletterten wieder auf das Niveau vor dem Einbruch. Dieses Tag ging als "Flash Crash" in die Geschichte ein. Grund für den Einbruch sollen Computerprogramme gewesen sein.
2010 geschah an der Wall Street etwas Unerklärliches: Aus dem Nichts sackten Aktien ab, der Dow Jones verlor mehr als 600 Punkte. Eine halbe Stunde später hatten die meisten Unternehmen ihre Verluste wieder wettgemacht und die Kurse kletterten wieder auf das Niveau vor dem Einbruch. Dieses Tag ging als "Flash Crash" in die Geschichte ein. Grund für den Einbruch sollen Computerprogramme gewesen sein. © Picture Alliance / Abaca
Tulpen und ein Börsencrash? Ja, das gab's wirklich. Die Niederlande stieg im 17. Jahrhundert zur Weltmacht im Handel mit Zwiebeln der Blume auf. Viele Tulpen-Produzenten spekulierten, dass die Preise immer weiter steigen würden. Das war nicht der Fall, und im Februar 1637 kam es zum Börsenkrach. Hunderte saßen auf ihren wertlosen Tulpenzwiebeln und gingen pleite.
Der "Schwarze Freitag" in den USA war eigentlich ein "Schwarzer Donnerstag". Grund dafür war die Zeitverschiebung. Der Crash an der Wall Street fand am Donnerstag statt, aber erst am Freitag kam die Nachricht in Europa an. Zum Verhängnis wurde vielen eine Spekulationsblase. Viele Anleger träumten vom großen Geld und nahmen Kredite auf, um sich Aktien zuzulegen.
Der erste große Börsenkrach nach dem Zweiten Weltkrieg gab es 1987. Und wie: Der Dow Jones stürzte am "Schwarzen Montag" um 22,6 Prozent ab. Es war der höchste absolute Tagesverlust in der Geschichte der New Yorker Börse. Die Gründe für den Absturz sind bis heute umstritten: Ausschlaggebend sollen die Inflation des US-Dollars und das hohe Handelsdefizit der USA gewesen sein.
Beim den Terroranschlägen des 11. September 2001 wurde der Handel an der New Yorker Börse ausgesetzt. Erst 6 Tage später nahm der Handelsplatz seine Geschäfte wieder auf. Bei der Wiedereröffnung der Wall Street krachte der Kurs dann um 7 Prozent ein.
2008 folgte die Pleite der Investmentbank Lehmann Brothers. Grund für das Bankrott waren, dass neben Lehmann noch andere Banken Milliarden in wertlose Hypotheken investierten oder diese über Versicherungen garantierten. Der Dow Jones sackte an mehreren Tagen ab. Ein gigantisches Hilfspaket für die Banken von der US-Regierung lehnte der Kongress ab. Daraufhin stürzten die Kurse ins Bodenlose.
2010 geschah an der Wall Street etwas Unerklärliches: Aus dem Nichts sackten Aktien ab, der Dow Jones verlor mehr als 600 Punkte. Eine halbe Stunde später hatten die meisten Unternehmen ihre Verluste wieder wettgemacht und die Kurse kletterten wieder auf das Niveau vor dem Einbruch. Dieses Tag ging als "Flash Crash" in die Geschichte ein. Grund für den Einbruch sollen Computerprogramme gewesen sein.
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