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Späher aus dem All: Satelliten haben alles im Blick - auch dich?

  • Veröffentlicht: 22.02.2022
  • 19:45 Uhr
  • Peter Schneider

Über Tausend Satelliten haben ihre Augen auf die Erde gerichtet. Ihnen entgeht fast keine Bewegung. Aber was können sie eigentlich - und was noch nicht? Im Clip: Dieser Mann steuert die europäischen Satelliten - von Darmstadt aus.

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Das Wichtigste zum Thema Satelliten

  • Fotografie ist nur eine von vielen Methoden, die Erde abzubilden. Satelliten verwenden manchmal auch Radarstrahlen, die mühelos durch Wolken dringen können.

  • Rush-Hour im Weltall: 2010 schwebten noch weniger als 900 aktive Satelliten im Weltraum. Heute sind es fast 5.000. Etwas über 1.000 davon sammeln Informationen auf der Erdoberfläche.

  • Grund für den Boom im All: Früher haben nur Staaten Raumfahrt betrieben. Heute starten auch Unternehmen Satelliten und verdienen Geld mit ihren Daten - allem voran Elon Musk mit seinem Starlink-Netzwerk.

  • In den Anfangszeiten dauerte es viele Tage, bis ein Satellit denselben Ort auf der Erdoberfläche wieder überflog. Heute gibt es so viele davon, dass sie die Erde quasi in Echtzeit abbilden.

  • Erdbeobachtungs-Satelliten fliegen häufig nur in 300 bis 600 Kilometern Höhe. Das ist Luftlinie nicht mehr als die Entfernung von München nach Frankfurt und Hamburg.

  • Knackpunkt der modernen Satelliten-Bilder: Nicht ihre Qualität ist entscheidend, sondern ihre Auswertung mit intelligenter Software.

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Wie überwachen uns Satelliten? Jetzt im Galileo Podcast

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Satelliten-Transporter made in Germany

Auch die Rakete der Rocket Factory Augsburg könnte eines Tages Kleinsatelliten zur Erdbeobachtung ins All transportieren. Sie soll frühestens Ende 2022 abheben.
Auch die Rakete der Rocket Factory Augsburg könnte eines Tages Kleinsatelliten zur Erdbeobachtung ins All transportieren. Sie soll frühestens Ende 2022 abheben.© Rocket Factory Augsburg
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Galileo vom 10. Januar 2020

Elon Musk ist Weltmarktführer mit Space X

Elon Musk hat allen Grund sich zu freuen, denn der Unternehmer ist Weltmarktführer - und zwar mit seinen Satelliten Space X. Insgesamt 2019 hat er insgesamt 120 Satelliten ins All geschickt - und in den nächsten Jahren sollen noch tausend Weitere folgen.

  • Video
  • 00:29 Min
  • Ab 12

Was Satelliten auf der Erde alles erkennen - und wie es genutzt wird

Satelliten senden so viele Bilder zur Erde, dass sie nicht mehr per Hand ausgewertet werden können. Daher haben digitale Unternehmen intelligente Programme geschrieben, die Objekte wie Autos, Schiffe und Flugzeuge automatisch erkennen und zählen.
Satelliten senden so viele Bilder zur Erde, dass sie nicht mehr per Hand ausgewertet werden können. Daher haben digitale Unternehmen intelligente Programme geschrieben, die Objekte wie Autos, Schiffe und Flugzeuge automatisch erkennen und zählen.© SpaceKnow
Software kann beispielsweise erkennen, wenn sich Wald und Wiese in Beton verwandeln. Für China etwa lässt sich daraus das Wirtschaftswachstum errechnen.
Software kann beispielsweise erkennen, wenn sich Wald und Wiese in Beton verwandeln. Für China etwa lässt sich daraus das Wirtschaftswachstum errechnen.© SpaceKnow
Satelliten-Sensoren können nicht nur Pflanzen erkennen, sondern sogar ihren Zustand. Das hilft Besitzern großer Felder, ihre Pflanzen ausreichend zu wässern, zu düngen und sie zur richtigen Zeit zu ernten.
Satelliten-Sensoren können nicht nur Pflanzen erkennen, sondern sogar ihren Zustand. Das hilft Besitzern großer Felder, ihre Pflanzen ausreichend zu wässern, zu düngen und sie zur richtigen Zeit zu ernten.© NASA
Wenn Satelliten jeden Tag zur gleichen Zeit über Öltanks fliegen, können sie am Schatten über den Tankdeckeln erkennen, wie viel Öl sie enthalten. So lassen sich die Ölvorräte ganzer Länder berechnen!
Wenn Satelliten jeden Tag zur gleichen Zeit über Öltanks fliegen, können sie am Schatten über den Tankdeckeln erkennen, wie viel Öl sie enthalten. So lassen sich die Ölvorräte ganzer Länder berechnen!© orbitalinsight
Je heller in einer Region nachts das Licht strahlt, desto höher entwickelt ist in der Regel ihre Wirtschaft. Über die Jahre hinweg lässt sich daraus die Entwicklung von Ländern ablesen, über die es sonst vielleicht nur wenige Informationen gibt.
Je heller in einer Region nachts das Licht strahlt, desto höher entwickelt ist in der Regel ihre Wirtschaft. Über die Jahre hinweg lässt sich daraus die Entwicklung von Ländern ablesen, über die es sonst vielleicht nur wenige Informationen gibt.© SpaceKnow
Für die Titanic kommt die Technik zu spät. Aber die Schiffskapitäne von heute sind sicher dankbar, dass das finnische Unternehmen Iceye mit seinen Radar-Satelliten vor Eisbergen warnt.
Für die Titanic kommt die Technik zu spät. Aber die Schiffskapitäne von heute sind sicher dankbar, dass das finnische Unternehmen Iceye mit seinen Radar-Satelliten vor Eisbergen warnt.© NASA
Satelliten senden so viele Bilder zur Erde, dass sie nicht mehr per Hand ausgewertet werden können. Daher haben digitale Unternehmen intelligente Programme geschrieben, die Objekte wie Autos, Schiffe und Flugzeuge automatisch erkennen und zählen.
Software kann beispielsweise erkennen, wenn sich Wald und Wiese in Beton verwandeln. Für China etwa lässt sich daraus das Wirtschaftswachstum errechnen.
Satelliten-Sensoren können nicht nur Pflanzen erkennen, sondern sogar ihren Zustand. Das hilft Besitzern großer Felder, ihre Pflanzen ausreichend zu wässern, zu düngen und sie zur richtigen Zeit zu ernten.
Wenn Satelliten jeden Tag zur gleichen Zeit über Öltanks fliegen, können sie am Schatten über den Tankdeckeln erkennen, wie viel Öl sie enthalten. So lassen sich die Ölvorräte ganzer Länder berechnen!
Je heller in einer Region nachts das Licht strahlt, desto höher entwickelt ist in der Regel ihre Wirtschaft. Über die Jahre hinweg lässt sich daraus die Entwicklung von Ländern ablesen, über die es sonst vielleicht nur wenige Informationen gibt.
Für die Titanic kommt die Technik zu spät. Aber die Schiffskapitäne von heute sind sicher dankbar, dass das finnische Unternehmen Iceye mit seinen Radar-Satelliten vor Eisbergen warnt.
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Können mir Satelliten auch beim Sonnenbaden zusehen?

US-Geheimdienstagenten waren entsetzt, als Präsident Trump dieses Bild von einem zerstörten Areal twitterte. Gemacht hatte es ein Spionage-Satellit - und Nerds fanden schnell heraus, um welchen es sich handelte.
US-Geheimdienstagenten waren entsetzt, als Präsident Trump dieses Bild von einem zerstörten Areal twitterte. Gemacht hatte es ein Spionage-Satellit - und Nerds fanden schnell heraus, um welchen es sich handelte.© Twitter

Jemanden aus dem All auszuspionieren? Für die streng geheimen US-amerikanischen KH-11-Satelliten ein Klacks. Ihre 2,40 Meter großen Spiegel erkennen Gegenstände von nur 10 Zentimeter Größe - also auch einen Bikini. Allerdings als Punkt und auch nur, wenn die Atmosphäre nicht allzu sehr flimmert.

Hier liegt die Grenze: Aus 300 Kilometer Abstand und einem riesigen 4-Meter-Spiegel lässt sich auch bei klarstem Wetter nichts unterscheiden, was kleiner als 8,6 Zentimeter ist. Good News für Datenschützer: Satelliten erkennen, wo sich ein Mensch aufhält - aber nicht welcher.

Satelliten - die wichtigsten Helfer der Klimaforschung

Cryosat-2 kann die Dicke der arktischen Eispanzer messen - und ob die abnimmt. Wichtig: Seine Ergebnisse zeigen an, um wie viel der Meeresspiegel ansteigen könnte.
Cryosat-2 kann die Dicke der arktischen Eispanzer messen - und ob die abnimmt. Wichtig: Seine Ergebnisse zeigen an, um wie viel der Meeresspiegel ansteigen könnte.© ESA
Eines der Vorzeige-Modelle der ESA ist Aeolus. Sein "Doppel-LIDAR"-Instrument kann unter anderem Windrichtung und -stärke rund um den Globus bestimmen. Also auch dort, wo Menschen kaum hinkommen - in der Antarktis und auf dem offenen Ozean etwa.
Eines der Vorzeige-Modelle der ESA ist Aeolus. Sein "Doppel-LIDAR"-Instrument kann unter anderem Windrichtung und -stärke rund um den Globus bestimmen. Also auch dort, wo Menschen kaum hinkommen - in der Antarktis und auf dem offenen Ozean etwa.© ESA
Ein Bild der Verwüstung. Die Aufnahmen des US-Satelliten Terra zeigen, wie eine Region im brasilianischen Amazonas-Dschungel innerhalb von 10 Jahren fast vollständig abgeholzt wird.
Ein Bild der Verwüstung. Die Aufnahmen des US-Satelliten Terra zeigen, wie eine Region im brasilianischen Amazonas-Dschungel innerhalb von 10 Jahren fast vollständig abgeholzt wird.© ESA
Je früher ein Feuer entdeckt wird, desto leichter lässt es sich löschen. Doch gerade in abgelegenen Wäldern fällt es lange gar nicht auf. Die Sensoren von Satelliten wie BIRD erkennen Brände sofort, egal wie abseits das Gebiet liegt.
Je früher ein Feuer entdeckt wird, desto leichter lässt es sich löschen. Doch gerade in abgelegenen Wäldern fällt es lange gar nicht auf. Die Sensoren von Satelliten wie BIRD erkennen Brände sofort, egal wie abseits das Gebiet liegt.© ESA
Satelliten überwachen auch die Ozeane und Meere. Hier beobachtet Sentinel-2A von der ESA einen "Algensturm", durch den ein Schiff fährt.
Satelliten überwachen auch die Ozeane und Meere. Hier beobachtet Sentinel-2A von der ESA einen "Algensturm", durch den ein Schiff fährt.© ESA
Satelliten können auch die Verursacher der Luftverschmutzung ermitteln. Auf dieser vom ESA-Satelliten Sentinel-5P erstellten Europakarte lässt sich ablesen, wo am meisten Stickstoffdioxid in die Luft geblasen wird.
Satelliten können auch die Verursacher der Luftverschmutzung ermitteln. Auf dieser vom ESA-Satelliten Sentinel-5P erstellten Europakarte lässt sich ablesen, wo am meisten Stickstoffdioxid in die Luft geblasen wird.© ESA
Wie viele andere Raumfahrt-Agenturen betreibt die ESA eine Flotte wissenschaftlicher Satelliten, mit der sie unter anderem das Erdklima beobachtet. Weitere Starts sind bereits geplant.
Wie viele andere Raumfahrt-Agenturen betreibt die ESA eine Flotte wissenschaftlicher Satelliten, mit der sie unter anderem das Erdklima beobachtet. Weitere Starts sind bereits geplant.© ESA
Cryosat-2 kann die Dicke der arktischen Eispanzer messen - und ob die abnimmt. Wichtig: Seine Ergebnisse zeigen an, um wie viel der Meeresspiegel ansteigen könnte.
Eines der Vorzeige-Modelle der ESA ist Aeolus. Sein "Doppel-LIDAR"-Instrument kann unter anderem Windrichtung und -stärke rund um den Globus bestimmen. Also auch dort, wo Menschen kaum hinkommen - in der Antarktis und auf dem offenen Ozean etwa.
Ein Bild der Verwüstung. Die Aufnahmen des US-Satelliten Terra zeigen, wie eine Region im brasilianischen Amazonas-Dschungel innerhalb von 10 Jahren fast vollständig abgeholzt wird.
Je früher ein Feuer entdeckt wird, desto leichter lässt es sich löschen. Doch gerade in abgelegenen Wäldern fällt es lange gar nicht auf. Die Sensoren von Satelliten wie BIRD erkennen Brände sofort, egal wie abseits das Gebiet liegt.
Satelliten überwachen auch die Ozeane und Meere. Hier beobachtet Sentinel-2A von der ESA einen "Algensturm", durch den ein Schiff fährt.
Satelliten können auch die Verursacher der Luftverschmutzung ermitteln. Auf dieser vom ESA-Satelliten Sentinel-5P erstellten Europakarte lässt sich ablesen, wo am meisten Stickstoffdioxid in die Luft geblasen wird.
Wie viele andere Raumfahrt-Agenturen betreibt die ESA eine Flotte wissenschaftlicher Satelliten, mit der sie unter anderem das Erdklima beobachtet. Weitere Starts sind bereits geplant.

Wusstest du, dass Satelliten geholfen haben, die kälteste jemals gemessene Temperatur zu erfassen? Der kälteste Ort der Welt liegt übrigens in Russland.

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Was du garantiert noch nicht über Satelliten wusstest

⛴ Schiffe senden Positions-Signale aus, die von Satelliten aufgefangen werden. Reedereien können so nachverfolgen, wo sich ihre Schiffe gerade befinden. Umgekehrt lässt sich auf diese Weise auch illegale Fischerei feststellen.

🔓 2015 haben Reporter:innen der Nachrichtenagentur AP Satellitenbilder benutzt, um Sklavenschiffe im Indischen Ozean zu finden. Etwa 2.000 versklavte Fischer:innen wurden daraufhin befreit.

🔒 Der Welt erzählte die chinesische Regierung, tausende Menschen der uigurischen Minderheit würden sich in Lagern freiwillig weiterbilden. Bis Menschenrechtler:innen auf Satellitenbildern Wachtürme und Stacheldraht entdeckten.

🌿 Razzia per Satellit: Vermutlich wähnte sich ein Marihuana-Fan im US-Bundesstaat Oregon sicher, weil seine Plantage von außen nicht sichtbar war. Das galt aber nicht von oben. Nach einem Tipp bemühte die Polizei Google-Earth - und fand 94 Pflanzen.

🕵️ Früher waren Bilder aus dem Weltraum nur für die Geheimdienste. Heute kann sie jeder im Internet kaufen - oder bei ESA und NASA sogar kostenlos runterladen.

Noch mehr über Satelliten

🛰 Satellitenbilder kommen auch zum Einsatz, um Verbrechen aufzuklären oder vermisste Personen zu finden. Hier erfährst du mehr über Satelliten auf Verbrecher-Jagd.

🚀 Konkurrenz für SpaceX könnte aus Bayern kommen: Das Start-up "Isar Aerospace" baut an Trägerraketen für Satelliten. Vielleicht starten die sogar bald vom ersten deutschen Weltraumbahnhof. Hier erfährst du mehr über das deutsche Raketen-Projekt.

Wie gut kennst du dich im Weltraum aus? Teste dich im Quiz!

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