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Spaghettimonster und rosafarbene Einhörner: Wieso gibt es Spaßreligionen?

  • Veröffentlicht: 24.05.2020
  • 09:50 Uhr
  • Alena Brandt
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© dpa

Spaßreligionen parodieren den Glauben. Die Pastafari-Anhänger tragen Nudelsiebe auf dem Kopf und feiern Pastamessen statt Abendmahl - warum machen die das?

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Das Wichtigste zum Thema Spaßreligionen

  • Spaßreligionen parodieren Religionen. Die Anhänger verehren keine Götter, sondern fliegende Spaghettimonster, Jedi-Ritter und rosa Einhörner.

  • Die Kirche des Spaghettimonsters hält Nudelmessen ab und die Anhänger beten das Monsterunser.

  • Die Religionsparodien wollen die Beliebigkeit von Glauben darstellen, wissenschaftliche Weltanschauung fördern und Privilegien für Religionen durch den Staat anprangern.

  • Viele Spaßreligionen stammen aus den USA. Das Spaghettimonster entstand 2005 als Antwort auf einen Schulstreit in Kansas.

  • Die Spaßkirchen kämpfen und um eine staatliche Anerkennung als Religion - um den Staat herauszufordern. Auch in Deutschland gibt es Anhänger.

  • Monster-Erfinder Bobby Henderson wollte erreichen, dass die religiösen Weltanschauungen der Kreationisten im Bio-Unterricht nichts zu suchen haben und die Evolutionstheorie von Charles Darwins verteidigen.

  • Kennst du schon Spaßreligionen? Wir stellen dir ein paar skurrile Ideen vor!

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Pastafari sind die Anhänger des Spaghettimonsters

  • Prophet ist der US-Physiker Bobby Henderson. Ihm erschien 2005 das Spaghettimonster, was seither als Gottheit verehrt wird - auch in Deutschland.
  • Die Anhänger der Spaßreligion heißen Pastafaris. Eine Wortschöpfung aus "Pasta" und "Rastafari". Sie sehen sich als Piraten.
  • Ramen statt Amen: Gebete beenden Pastafari mit dem Wort für eine japanische Nudelsoße.

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Österreicher kämpfte fürs Nudelsieb auf dem Kopf

In Österreich kämpfte Niko Alm jahrelang dafür, dass er auf seinem Führerscheinbild ein Nudelsieb auf dem Kopf tragen durfte. 3 Jahre musste er deshalb auf seine Fahrerlaubnis warten. Die Behörden akzeptierten schließlich das Bild.

Was trieb ihn dazu? Niko Alm stieß es sauer auf, dass Kopfbedeckungen auf Führerschein-Fotos nur aus religiösen Gründen erlaubt sind.

Nudelsieb als religiöse Kopfbedeckung auf dem Führerschein - dafür kämpfte der Österreicher Niko Alm.
Nudelsieb als religiöse Kopfbedeckung auf dem Führerschein - dafür kämpfte der Österreicher Niko Alm.© dpa
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Pastafari beten das Monsterunser

Statt Vaterunser beten die Pastafari das Monsterunser - mit äußerst skurrilem Text.

Monster unser, das du bist im Himmel,
geheiligt werden deine Anhängsel.
Deine Piraten kommen.
Deine Soße geschehe,
Wie im Himmel so auch auf hoher See.
Unser täglich Pasta gib uns heute
und vergib uns unsere Reiskugeln
wie auch wir vergeben den Kartoffelessern.
Und führe uns nicht nach Kansas
sondern erlöse uns von den Fundamentalisten
denn dein ist die Soße
und der Käse
und die Fleischklößchen
in Ewigkeit.

RAmen

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Das unsichtbare, rosafarbene Einhorn - eine Parodie aus dem Netz

🦄 Seit den 1990ern galoppiert es durchs Internet: Ein Einhorn, das rosafarben und unsichtbar zu gleich ist - finde den Fehler.

🦄 Das Fabelwesen ist die Gottheit einer Spaßreligion, die kurz IPU heißt (Invisible Pink Unicorn).

🦄 Religiöse Skeptiker und Atheisten verbreiten den Einhorn-Glauben, um religiöse Widersprüche aufzuzeigen und den Glauben an unsichtbare Wesen ad absurdum zu führen.

🦄 Es soll ein Manifest geben, das dem Einhorn eine Vorliebe für Rosinenbrot zuschreibt.

🦄 Ein typischer Spruch: Wer glaubt, dass das Einhorn rosa ist, und wer glaubt, dass das Einhorn unsichtbar ist, der glaubt auch, dass das Einhorn rosa und unsichtbar ist.

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Star Wars Fans vergöttern Jedi-Ritter

  • Star Wars ist ihre Religion. Jediisten sehen sich als Ritter fürs Gute, Gerechtigkeit und kosmische Harmonie.
  • Verbreitet in Neuseeland, Australien, Großbritannien und Kanada.
  •  Galileo war zu Besuch bei den Gläubigen (im Video unten).
  • Wie alles begann: Aufgefordert durch einen Kettenbrief gaben im Jahr 2001 Neuseeländer zu Tausenden in einer Befragung "Jedi" als Religion an. Die Jedi-Welle schwappte nach Australien. Eine Volkszählung offenbarte 70.000 Jedi-Ritter. Und die Briten setzten dem ganzen die Krone auf: 390.000 Science-Fiction-Anhänger bekannten sich als Jedi.
Galileo

Religion Jedi: Diese Leute nehmen Star Wars wirklich ernst

Kein Witz: In England gibt es die Jediisten. Sie haben die Jedis aus Star Wars zu ihrer Religion erhoben. Wir haben die Gläubigen besucht.

  • Video
  • 03:33 Min
  • Ab 12
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