Anzeige

Versunkenes Gefängnis in Estland: Im Sommer baden hier Tourist:innen

  • Veröffentlicht: 18.07.2022
  • 09:00 Uhr
  • Heike Predikant

Das einstige Sowjetgefängnis befindet sich in der Nähe von Tallinn - inmitten eines Sees. Wir waren mit YouTuber Fritz vor Ort und konnten das dunkle Geheimnis lüften. Und ein paar Reise-Tipps für Estland haben wir auch mitgebracht.

Anzeige

Das Wichtigste zum Thema Sowjet-Gefängnis Murru

  • Das ehemalige Gefängnis in Rummu wurde in den 1930er-Jahren von der sowjetischen Regierung errichtet. Tausende Häftlinge saßen dort ein, darunter zahlreiche Regime-Gegner:innen.

  • Für seine extremen Haft-Bedingungen war der Knast berühmt-berüchtigt: Die Insassen mussten mitunter in weniger als drei Quadratmeter großen Einzel-Zellen ausharren und in einem benachbarten Steinbruch schwere Zwangsarbeit leisten. In eisigen Wintern drohte der Kälte-Tod.

  • Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 reduzierte sich die Anzahl der Inhaftierten deutlich. 2012 kam es zur Schließung des Gefängnisses.

  • Der stillgelegte Steinbruch füllte sich mit Grundwasser und es bildete sich ein See. Ein Teil der Gebäude wurde überflutet samt allem Inventar.

  • Mittlerweile bieten Action-Agenturen nicht ungefährliche Tauchgänge zu den versunkenen Mauern an - zwischen Stacheldraht und rostigen Laternenpfählen. Im Sommer plantschen Tourist:innen aus aller Welt an diesem Lost Place.

Anzeige
Anzeige

Viivikonna: Die fast verlassene Geisterstadt in Estland

Die frühere Minenstadt liegt im Nordosten von Estland. Die Bauarbeiten begannen in den 1930er-Jahren. Nach dem Zweiten Weltkrieg mussten auch deutsche Soldaten, die in Kriegsgefangenschaft geraten waren, bei der Errichtung der Stadt mithelfen.

Anfang der 1950er kamen Hunderte Minenarbeiter nach Viivikonna, um in einer nahegelegenen Lagerstätte Ölschiefer abzubauen. Zwischenzeitlich lebten hier über 2.000 Menschen.

Zwei Jahrzehnte später waren die Ölschiefer-Vorkommen erschöpft, so dass die Mine 1974 geschlossen wurde. Beinahe alle Bewohner:innen verließen die Stadt, um sich anderswo einen Job zu suchen.

Seither ist Viivikonna eine düstere Gegend. Überall verfallene Häuser mit glaslosen Fenstern und tiefen Rissen in den Mauern. Holz und Stahl wurden aus den Gebäuden geborgen, um damit Geld zu machen. Die Strom- und Wasser-Versorgung ist längst gekappt. Trotzdem wohnen noch rund 50 Menschen im Ort, die sich nicht vorstellen können, jemals aus ihrer Heimat wegzuziehen.

Guck dir an, was Besucher:innen in der berühmtesten Geisterstadt Estlands erwartet und wie der Alltag der verbliebenen Bewohner:innen aussieht:

Externer Inhalt

Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie Facebook, Instagram oder Youtube. Aktiviere bitte Personalisierte Anzeigen und Inhalte sowie Anbieter außerhalb des CMP Standards, um diese Inhalte anzuzeigen.

Kontrast-Programm in Tallinn: Estlands Hauptstadt gilt als Hot Spot

Die Altstadt von Tallinn mit ihren verschlungenen Pflastersteingassen wurde zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert erbaut. Seit 1997 gehört sie zum Unesco-Weltkulturerbe.

Sehenswert sind insbesondere der Rathausplatz, die Alexander-Newski-Kathedrale und der Domberg. Wer keine Höhenangst hat, kann auf der bis zu drei Meter breiten Stadtmauer (etwa 50 Prozent sind noch erhalten) einen Blick ins Mittelalter werfen.

Tallinn, Estlands Hauptstadt an der Ostsee
Tallinn, Estlands Hauptstadt an der Ostsee© Getty Images

Ansonsten bietet die baltische Metropole alles, was reisende Hipster lieben. Shoppen und Schlemmen übrigens geht oft auch unter einem Dach: Der Mix aus Laden und Café liegt im Trend.

Der angesagteste Ort ist das alte Industrie-Viertel Kalamaja, wo sich das Kreativ-Zentrum Telliskivi befindet. Hallen, Lagerhäuser und Werkstätten sind mit Graffiti und Kunstobjekten versehen. Drinnen warten Ateliers, Galerien, Designer-Shops, Bars und Restaurants. Events werden in der "Creative City" das ganze Jahr über veranstaltet.

Falls Tallinn auf deiner Travel-Liste steht, gibt's hier schon mal eine kleine Führung:

Externer Inhalt

Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie Facebook, Instagram oder Youtube. Aktiviere bitte Personalisierte Anzeigen und Inhalte sowie Anbieter außerhalb des CMP Standards, um diese Inhalte anzuzeigen.
Anzeige

Typisch Estland! Sechs Dinge, die Urlauber:innen wissen müssen

🏖️ Estland hat über 2.000 Inseln (mit Traumstränden). Zu den schönsten zählen Saaremaa, Hiiumaa, Kihnu, Ruhnu und Vormsi. Man erreicht sie mit Fähren.

🌲 Lust auf Waldbaden? Mehr als die Hälfte der Balten-Republik ist mit Wäldern bedeckt. Darin leben rund 700 Braunbären und über 10.000 Elche.

🍮 Als einheimische Spezialität gilt Kohuke: ein Quark-Riegel mit Schoko-Überzug. In manchen Supermärkten wird der Süßigkeit ein gesamtes Kühlregal gewidmet.

🎶 Mit mehr als 133.000 Stücken verfügen die Esten über die größte Volkslieder-Sammlung der Welt. Alle fünf Jahre findet in Tallinn das estnische Lieder-Fest statt. Nächster Termin: 2024.

🙃 In Estland ist Schaukeln ein Extremsport. Das Ziel beim Kiiking: spektakuläre Überschläge.

🔽 Anderes Land, andere Symbole: Das** Dreieck mit der Spitze nach unten kennzeichnet die Männer-Toilette**, das Dreieck mit der Spitze nach oben die Damen-Toilette.

Mehr News und Videos
Getränkepreise: Alle Kneipen müsssen sich an das Apfelsaftgesetz halten.
News

Apfelsaft-Paragraf: So sollen Restaurants dich vor Alkoholkonsum bewahren

  • 14.04.2024
  • 05:10 Uhr

© 2024 Seven.One Entertainment Group