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Von der Kletterhilfe bis zur Giftspritze: Wie Tiere ihre Zähne einsetzen

  • Veröffentlicht: 13.09.2020
  • 09:00 Uhr
  • Heike Predikant
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Kauen ist nicht alles: Einige Tiere benutzen ihre Zähne auch als Pickel, Spaten oder Waffe. Außerdem erfährst du, warum Haie ein Revolver-Gebiss haben - und wer Krokodilen die Zähne putzt.

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Das Wichtigste zum Thema Tierzähne

  • Tiere benutzen ihre Beißer vor allem zur Zerkleinerung von Nahrung und zum Reißen von Beute. Manche Arten jedoch setzen sie für ganz andere Zwecke ein - mehr dazu in unserer Bildergalerie.

  • Echte Zähne bei Wirbeltieren bestehen aus Schmelz, Dentin, Zement und dem Zahnmark (Pulpa).

  • Bei unechten Zähnen handelt es sich meist um Hornzähne. Sie entstehen im Gegensatz zu Knochenzähnen aus verhornten Epithel-Lagen der Mundschleimhaut (wie etwa bei der Lederschildkröte).

  • Das Gebiss von Säugetieren setzt sich aus Schneide-, Eck-, Vormahl- und Mahlzähnen zusammen. Die Milchzähne fallen wie beim Menschen aus. Nach dem Zahnwechsel brechen dann die bleibenden Zähne durch.

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Was diese Tiere mit ihren Beißern anstellen

Walrosse nutzen ihre Stoßzähne, um aus dem Wasser oder über Felsen zu klettern. Schwimmen die Robben unter einer Eisdecke, hacken sie mit den im Schnitt 50 Zentimeter langen Hauern Atemlöcher ins Eis. Und wenn Eisbären unterwegs sind, werden die spitzen Elfenbein-Pickel im Ernstfall zu Waffen. Die wohl kurioseste Funktion: Die Stoßzähne dienen den Tieren auch als Kopfstütze.
Walrosse nutzen ihre Stoßzähne, um aus dem Wasser oder über Felsen zu klettern. Schwimmen die Robben unter einer Eisdecke, hacken sie mit den im Schnitt 50 Zentimeter langen Hauern Atemlöcher ins Eis. Und wenn Eisbären unterwegs sind, werden die spitzen Elfenbein-Pickel im Ernstfall zu Waffen. Die wohl kurioseste Funktion: Die Stoßzähne dienen den Tieren auch als Kopfstütze.© Getty Images
Der Biber ist als Holzfäller berühmt-berüchtigt. In einer Nacht kann er einen bis zu 50 Zentimeter dicken Baumstamm durchnagen. Das schafft er mit seinen harten Schneidezähnen. Ihr Schmelz enthält Eisen-Einlagerungen - und die färben seine Zähne gelblich-orange. Und da die "Meißel" stark beansprucht werden, wachsen sie permanent nach. Das Baumfällen gelingt übrigens auch unter Wasser: Eine Hautfalte hinter den Nagezähnen vers
Der Biber ist als Holzfäller berühmt-berüchtigt. In einer Nacht kann er einen bis zu 50 Zentimeter dicken Baumstamm durchnagen. Das schafft er mit seinen harten Schneidezähnen. Ihr Schmelz enthält Eisen-Einlagerungen - und die färben seine Zähne gelblich-orange. Und da die "Meißel" stark beansprucht werden, wachsen sie permanent nach. Das Baumfällen gelingt übrigens auch unter Wasser: Eine Hautfalte hinter den Nagezähnen vers© Getty Images
Ihre Stoßzähne benutzen Elefanten nicht nur, um sich zu verteidigen. Sie setzen sie vielmehr als Multifunktions-Werzkeug ein - zum Graben (nach Wasser, Salz und Wurzeln), zum Entrinden von Bäumen, zum Schlagen von Schneisen durchs Gestrüpp. Arbeits-Elefanten heben mit ihren extrem verlängerten und nach außen gelagerten Schneidezähnen sogar Baumstämme an. Bei Afrikanischen Elefanten wachsen sie pro Jahr um rund 5 Zentimeter. D
Ihre Stoßzähne benutzen Elefanten nicht nur, um sich zu verteidigen. Sie setzen sie vielmehr als Multifunktions-Werzkeug ein - zum Graben (nach Wasser, Salz und Wurzeln), zum Entrinden von Bäumen, zum Schlagen von Schneisen durchs Gestrüpp. Arbeits-Elefanten heben mit ihren extrem verlängerten und nach außen gelagerten Schneidezähnen sogar Baumstämme an. Bei Afrikanischen Elefanten wachsen sie pro Jahr um rund 5 Zentimeter. D© Getty Images
Vipern (oder Ottern) verfügen über 2 bewegliche, röhrenförmige Giftzähne. Damit injizieren sie das Gift wie mit einer Spritze in ihre Beute. Mäuse, Frösche oder Eidechsen werden nicht zerlegt, sondern im Ganzen verschlungen. Die Giftzähne liegen dabei eingeklappt in einer Haut-Tasche im Gaumenraum - aufgestellt werden sie erst dann wieder, wenn alles verdaut ist. "Ersatz-Zähne" sind in der Mundschleimhaut der Schlangen bereit
Vipern (oder Ottern) verfügen über 2 bewegliche, röhrenförmige Giftzähne. Damit injizieren sie das Gift wie mit einer Spritze in ihre Beute. Mäuse, Frösche oder Eidechsen werden nicht zerlegt, sondern im Ganzen verschlungen. Die Giftzähne liegen dabei eingeklappt in einer Haut-Tasche im Gaumenraum - aufgestellt werden sie erst dann wieder, wenn alles verdaut ist. "Ersatz-Zähne" sind in der Mundschleimhaut der Schlangen bereit© Getty Images
Walrosse nutzen ihre Stoßzähne, um aus dem Wasser oder über Felsen zu klettern. Schwimmen die Robben unter einer Eisdecke, hacken sie mit den im Schnitt 50 Zentimeter langen Hauern Atemlöcher ins Eis. Und wenn Eisbären unterwegs sind, werden die spitzen Elfenbein-Pickel im Ernstfall zu Waffen. Die wohl kurioseste Funktion: Die Stoßzähne dienen den Tieren auch als Kopfstütze.
Der Biber ist als Holzfäller berühmt-berüchtigt. In einer Nacht kann er einen bis zu 50 Zentimeter dicken Baumstamm durchnagen. Das schafft er mit seinen harten Schneidezähnen. Ihr Schmelz enthält Eisen-Einlagerungen - und die färben seine Zähne gelblich-orange. Und da die "Meißel" stark beansprucht werden, wachsen sie permanent nach. Das Baumfällen gelingt übrigens auch unter Wasser: Eine Hautfalte hinter den Nagezähnen vers
Ihre Stoßzähne benutzen Elefanten nicht nur, um sich zu verteidigen. Sie setzen sie vielmehr als Multifunktions-Werzkeug ein - zum Graben (nach Wasser, Salz und Wurzeln), zum Entrinden von Bäumen, zum Schlagen von Schneisen durchs Gestrüpp. Arbeits-Elefanten heben mit ihren extrem verlängerten und nach außen gelagerten Schneidezähnen sogar Baumstämme an. Bei Afrikanischen Elefanten wachsen sie pro Jahr um rund 5 Zentimeter. D
Vipern (oder Ottern) verfügen über 2 bewegliche, röhrenförmige Giftzähne. Damit injizieren sie das Gift wie mit einer Spritze in ihre Beute. Mäuse, Frösche oder Eidechsen werden nicht zerlegt, sondern im Ganzen verschlungen. Die Giftzähne liegen dabei eingeklappt in einer Haut-Tasche im Gaumenraum - aufgestellt werden sie erst dann wieder, wenn alles verdaut ist. "Ersatz-Zähne" sind in der Mundschleimhaut der Schlangen bereit

Da wird "nachgeladen"! Das Revolver-Gebiss der Haie

Haie besitzen ein mehrreihiges Gebiss. Hinter den Haupt-Beißern wachsen an der Innenseite des Kiefers gleich mehrere Reihen von Zähnen nach.

Wenn die Raubtiere jagen und sich über Fische, Pinguine oder Robben hermachen, verlieren sie oft ein Dutzend Zähne. Die Lücken allerdings bleiben nicht lange bestehen.

Bricht ein Zahn heraus, nimmt ein neuer den Platz ein. Das ist in etwa so, wie wenn in einem Revolver eine neue Kugel in der Trommel nachrückt. Deswegen wird das Hai-Gebiss auch als Revolver-Gebiss bezeichnet.

So gut wie lückenlos: Im Revolver-Gebiss eines Hais wachsen im Lauf seines Lebens bis zu 30.000 Zähne nach.
So gut wie lückenlos: Im Revolver-Gebiss eines Hais wachsen im Lauf seines Lebens bis zu 30.000 Zähne nach.© Getty Images
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Zahn-Rekorde aus dem Tierreich

🐬 Der Delfin besitzt 252 Zähne und ist damit das zahnreichste Säugetier. An Land hält das Gürteltier mit 104 Zähnen den Rekord.

🐌 Auf der Zunge einer Schnecke machen sich bis zu 40.000 zahnartige Gebilde breit. Die sind nur unter einem Mikroskop zu erkennen und bilden eine Art Raspel, mit der die Weichtiere Grünzeug in winzige Teile zerkleinern.

🐁 Mäuse haben die härtesten Zähne der Welt. Auf der aus der Mineralogie bekannten Mohs’schen Härteskala von 1 (Talk) bis 10 (Diamant) erreichen sie einen Wert von 9,6.

Diese Vögel putzen Krokodilen die Zähne

Krokodilwächter kommen im mittleren und südlichen Afrika vor. Ihren Namen verdanken die Vögel einer mutigen Eigenschaft: Sie suchen in den Mäulern von Krokodilen nach Nahrungsresten und befreien den Mundraum zugleich von Parasiten. Dadurch bescheren sie den Reptilien eine "erstklassige" Zahnpflege. Eine Win-win-Situation, denn andernfalls würden die Krokodile die Picker wohl nicht gewähren lassen.

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Und so sieht die tierische Zahnpflege aus:

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