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Wilderei in Deutschland: Auch bei uns werden Tiere illegal gejagt

  • Veröffentlicht: 09.02.2022
  • 17:45 Uhr
  • Alena Brandt

Wilderei gibt es nicht nur in Afrika. Auch in Deutschland werden Tiere unerlaubt gejagt und getötet. Wer wildert, begeht eine Straftat. Aber wie wird diese geahndet und wie verbreitet ist Jagd-Wilderei überhaupt? Im Clip: 10 Fragen an eine Jägerin und einen Jäger.

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Das Wichtigste zum Thema Wilderei

  • Wilderei gibt es nicht nur in Afrika, etwa um an Elfenbein von Elefanten zu gelangen. Auch in Deutschland wird gewildert.

  • Wildtiere wie Hasen, Rehe, Wildschweine, Wildgänse und Co. leben in einem Gebiet, das beispielsweise einem Jagd-Pächter gehört. Dieser erteilt die Erlaubnis zur Jagd.

  • Wilderei heißt, dass jemand Wildtiere jagt oder fischt - ohne eine Erlaubnis dafür zu haben. In Deutschland wildern Menschen etwa, weil sie kostenlos Wildfleisch bekommen möchten.

  • Jagd-Wilderei ist in Deutschland eine Straftat. Es gilt auch als Jagd-Wilderei, wenn jemand ein überfahrenes Reh von einem Wild-Unfall einfach mitnimmt oder unerlaubt Geweihe aus einem Revier an sich nimmt.

  • Die Polizeiliche Kriminal-Statistik für ganz Deutschland erfasste laut Bundeskriminalamt im Jahr 2020 insgesamt 1.080 Fälle von Wilderei. Die meisten Fälle gab es 1996 mit 1.502 Fällen. Der niedrigste Stand war 2012 mit 864 Fällen.

  • Fachleute gehen davon aus, dass die Dunkelziffer deutlich höher ist als die erfassten Straftaten im Zusammenhang mit Jagd-Wilderei. Wer einen Fall beobachtet, sollte aus Sicherheitsgründen nicht selbst einschreiten, sondern die Polizei rufen.

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Welche Strafen gibt es für Jagd-Wilderei in Deutschland?

🧑‍⚖️ Kein Kavaliersdelikt! Wilderei ist eine Straftat nach Paragraf 292 im Strafgesetzbuch.

🧑‍⚖️ Jagd-Wilderei wird in Deutschland mit Freiheitsstrafen bis zu 3 Jahren oder Geldstrafen geahndet. In besonders schweren Fällen kann es Freiheitsstrafen bis zu 5 Jahren geben.

🧑‍⚖️ Das ist etwa der Fall, wenn Wilderei gewerbs- oder gewohnheitsmäßig betrieben wird, zur Schonzeit oder mit nicht waidmänischen Methoden wie etwa Schlingen.

Darum verursacht Wilderei oft großes Tierleid

  • Schonzeit nicht beachtet: Während der Schonzeit darf Wild nicht gefangen und nicht getötet werden. Für Rehe etwa ist Schonzeit unter anderem im Mai, um sie während der Geburt und Aufzucht-Zeit zu schützen und den Bestand nicht zu gefährden.
  • Wilderei mit Schlingen und Pfeil und Bogen: Das Auslegen von Schlingen verursacht großes Tierleid. Rehe, Wildschweine und Co. erdrosseln sich damit auf qualvolle Art. Auch mit Pfeil und Bogen sind Wildernde unterwegs. Treffen sie Tiere, sterben diese oft nicht sofort und leiden.
  • Keine Nachsuche: Von Wildernden angeschossene Tiere bleiben mit ihren Verletzungen liegen und leiden unnötig. Jäger:innen hingegen suchen angeschossenes Wild mit Jagdhunden nach, die die Fährte aufnehmen - und erlösen dann das leidende Tier.
  • Wild-Bestand nicht im Blick: Wildernde haben keine Kontrolle über den Wild-Bestand. Jäger:innen müssen sich an Abschuss-Pläne halten. Diese legen fest, wie viel von welcher Wild-Art gejagt werden darf und welches Alter und Geschlecht die Tiere haben müssen.
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Wer darf überhaupt jagen?

Personen mit gültigem Jagd-Schein und einer Jagd-Gelegenheit dürfen jagen. Meistens gibt es Revier-Pächter:innen, die dann die Jagd-Erlaubnis an weitere Jäger:innen erteilen und dafür Geld erhalten. Für die Jäger-Prüfung wird nur zugelassen, wer ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis hat.

Nicht mal eben so: Wer sich zur Jagd-Prüfung anmeldet, muss laut Deutschem Jagdverband rund 180 Stunden Theorie-Unterricht, Schieß-Übungen und Praxis-Einheiten nachweisen. Vorbereitung und Prüfung kosten rund 2.000 Euro. Für die Jagd-Waffen brauchen Jäger:innen einen Waffenschrank, damit keine andere Person Zugang zu ihnen hat.

Übrigens: Immer mehr Menschen wollen auf die Pirsch gehen. 2019/2020 besaßen 397.414 Personen laut Deutschem Jagd-Verband einen Jagd-Schein.

So sieht der Jagd-Schein in Deutschland aus

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Grünes Licht für die Jagd - nur mit dem grünen Schein: So sieht ein Jagdschein aus.© IMAGO / Niehoff
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