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Knochen geben Hinweise: Hielten Menschen früher Winterschlaf?

  • Veröffentlicht: 01.11.2021
  • 15:42 Uhr
  • Amelie Geibel
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© AdobeStock

Auch Ur-Menschen sollen Winterschlaf gehalten haben. Einen Hinweis darauf geben Neandertaler-Knochen. Was hinter dem Fund steckt, erfährst du hier.

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Das Wichtigste zum Thema Winterschlaf beim Menschen

  • Neandertaler-Knochen legen nahe, dass auch unsere Vorfahren einst Winterschlaf gehalten haben. Die Funde stammen aus einer Höhle in Nordspanien und sind mindestens 400.000 Jahre alt.

  • Auch diese Ur-Menschen litten unter der Kälte und fanden im Winter nicht genügend Nahrung. Aus den gleichen Gründen legen viele unserer heimischen Tiere sich im Winter ebenfalls schlafen.

  • Die Tiere fahren die Körpertemperatur und ihren Stoffwechsel herunter, verbrauchen so weniger Energie und zehren von ihren Fett-Reserven. Ihr Herz schlägt deutlich langsamer.

  • Was der Winterschlaf bei Menschen mit Knochen zu tun hat und wie tierische Langschläfer den Winter verbringen, erfährst du unten.

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Winterschlaf bei Menschen: Knochen und Gene geben Aufschluss

Nahe der nordspanischen Stadt Burgos entdeckten die Forscher Juan Luis Arsuaga und Antonis Bartsiokas rund 400.000 bis 450.000 Jahre alte Neandertaler-Knochen.

Daran erkannten sie eine Unterbrechung des Wachstums, wie es auch im Winterschlaf vorkommt, wenn der Körper alljährlich seine Funktionen herunterfährt. Als Vergleichsobjekte dienten Knochen von Tieren, die Winterruhe hielten. Auch Krankheiten, die an den Knochen und Zähnen festgestellt wurden, sollen darauf hinweisen.

Zuvor hatten Forscher:innen der Uni Marburg festgestellt, dass auch der menschliche Körper mittels "Schalter-Genen" den Stoffwechsel umstellen und sich in den Winterschlaf versetzen kann. US-Forscher:innen bestätigten solche Gene.

Und bereits seit 2010 ist bekannt, dass Halbaffen auf Madagaskar Winterschlaf halten. Sie zählen zu unseren näheren Verwandten.

All das sind Indizien dafür, dass auch Ur-Menschen einmal Winterschläfer waren - aus dem gleichen Grund wie die Tiere: Im Wach-Zustand hätten sie einen viel zu hohen Energiebedarf gehabt, um ihn mit der wenigen Nahrung im Winter zu stillen. Außerdem mussten sie der Kälte trotzen.

Auch wenn wir heute keinen Winterschlaf mehr halten, verfallen viele von uns in den Winter-Blues oder leiden unter Frühjahrsmüdigkeit.

Schlaf, Ruhe oder Starre - Tierische Langschläfer

Während für den Menschen Winterschlaf keine Option mehr ist - ist er im Tierreich umso wichtiger. Ob Winterschlaf, Winterruhe oder Winterstarre: Tiere haben viele clevere Strategien, um den Winter zu überstehen. In der Bilder-Galerie stellen wir dir einige Kälte-Künstler vor.

Siebenschläfer: Er gehört zu den Königen des Winterschlafs. Im September oder Oktober verkriecht er sich in seinen Bau und wacht erst wieder auf, wenn die Temperatur über 20 Grad misst. Das kann schon mal bis in den Juni dauern. In der Zwischenzeit verliert er bis zur Hälfte seines Gewichts.
Siebenschläfer: Er gehört zu den Königen des Winterschlafs. Im September oder Oktober verkriecht er sich in seinen Bau und wacht erst wieder auf, wenn die Temperatur über 20 Grad misst. Das kann schon mal bis in den Juni dauern. In der Zwischenzeit verliert er bis zur Hälfte seines Gewichts.© picture alliance-Wildlife-S Muller
Eichhörnchen gibt es auch im Schnee. Sie halten nämlich keinen Winterschlaf, sondern Winterruhe. Die meiste Zeit des Tages verschläft das Tier, erwacht aber immer wieder ein bis zwei Stunden. Dann läuft es los, um sich mit der Nahrung zu versorgen, die es im Sommer und Herbst versteckt hat.
Eichhörnchen gibt es auch im Schnee. Sie halten nämlich keinen Winterschlaf, sondern Winterruhe. Die meiste Zeit des Tages verschläft das Tier, erwacht aber immer wieder ein bis zwei Stunden. Dann läuft es los, um sich mit der Nahrung zu versorgen, die es im Sommer und Herbst versteckt hat.© picture alliance-dpa-Bernd von Jutrczenka
Murmeltier: Der Alpenbewohner schläft ab September rund sechs Monate - und zwar nicht allein. Mehrere Tiere schmiegen sich im Bau aneinander und wärmen sich. Während ihres Winterschlafs essen und trinken sie nicht. Ihr Herz schlägt statt 100 mal nur noch zwei- bis dreimal pro Minute. Ebenso verringern sie ihre Atemfrequenz drastisch. Die Körpertemperatur sinkt von 39 auf bis zu sieben Grad.
Murmeltier: Der Alpenbewohner schläft ab September rund sechs Monate - und zwar nicht allein. Mehrere Tiere schmiegen sich im Bau aneinander und wärmen sich. Während ihres Winterschlafs essen und trinken sie nicht. Ihr Herz schlägt statt 100 mal nur noch zwei- bis dreimal pro Minute. Ebenso verringern sie ihre Atemfrequenz drastisch. Die Körpertemperatur sinkt von 39 auf bis zu sieben Grad.© picture alliance-Blickwinkel-S Meyers
Braunbären schlafen bis zu sieben Monate ohne Wasser oder Nahrung, wenn sie im Norden leben. In Mitteleuropa verlassen sie den Bau ab und zu. Die Ruhe kann von Oktober bis Mai dauern. Bären schlafen nicht so tief wie Murmeltiere, sondern "dösen". So können sie leichter aufwachen, um sich zu verteidigen.
Braunbären schlafen bis zu sieben Monate ohne Wasser oder Nahrung, wenn sie im Norden leben. In Mitteleuropa verlassen sie den Bau ab und zu. Die Ruhe kann von Oktober bis Mai dauern. Bären schlafen nicht so tief wie Murmeltiere, sondern "dösen". So können sie leichter aufwachen, um sich zu verteidigen.© picture alliance-Panther Media-Michael Röder
Fledermaus: Einige Arten, wie hier das Große Mausohr, legen im Herbst bis zu 30 Prozent Gewicht zu, um die fünf Monate Schlaf zu überstehen. Sie kuscheln sich zu mehreren in Höhlen zusammen, in denen immer noch ein bis zwei Grad herrschen müssen. Manche Arten ziehen sich in noch geschütztere Felsritzen zurück.
Fledermaus: Einige Arten, wie hier das Große Mausohr, legen im Herbst bis zu 30 Prozent Gewicht zu, um die fünf Monate Schlaf zu überstehen. Sie kuscheln sich zu mehreren in Höhlen zusammen, in denen immer noch ein bis zwei Grad herrschen müssen. Manche Arten ziehen sich in noch geschütztere Felsritzen zurück.© picture alliance-Blickwinkel-AGAMI-T Douma
Erdkröte: Wie viele Reptilien und Amphibien verfällt die Erdkröte in Winterstarre. Sie ist wechselwarm, ihre Körper-Temperatur fällt mit der Außen-Temperatur. Sinkt die zu sehr, erfriert sie. Deshalb macht sie es sich in Laub- oder Komposthaufen oder Erdlöchern gemütlich - Hauptsache frostfrei. Erst mit der Wärme in März kann sich die Kröte überhaupt wieder bewegen.
Erdkröte: Wie viele Reptilien und Amphibien verfällt die Erdkröte in Winterstarre. Sie ist wechselwarm, ihre Körper-Temperatur fällt mit der Außen-Temperatur. Sinkt die zu sehr, erfriert sie. Deshalb macht sie es sich in Laub- oder Komposthaufen oder Erdlöchern gemütlich - Hauptsache frostfrei. Erst mit der Wärme in März kann sich die Kröte überhaupt wieder bewegen.© picture alliance-blickwinkel-AGAMI- W. Leurs
Siebenschläfer: Er gehört zu den Königen des Winterschlafs. Im September oder Oktober verkriecht er sich in seinen Bau und wacht erst wieder auf, wenn die Temperatur über 20 Grad misst. Das kann schon mal bis in den Juni dauern. In der Zwischenzeit verliert er bis zur Hälfte seines Gewichts.
Eichhörnchen gibt es auch im Schnee. Sie halten nämlich keinen Winterschlaf, sondern Winterruhe. Die meiste Zeit des Tages verschläft das Tier, erwacht aber immer wieder ein bis zwei Stunden. Dann läuft es los, um sich mit der Nahrung zu versorgen, die es im Sommer und Herbst versteckt hat.
Murmeltier: Der Alpenbewohner schläft ab September rund sechs Monate - und zwar nicht allein. Mehrere Tiere schmiegen sich im Bau aneinander und wärmen sich. Während ihres Winterschlafs essen und trinken sie nicht. Ihr Herz schlägt statt 100 mal nur noch zwei- bis dreimal pro Minute. Ebenso verringern sie ihre Atemfrequenz drastisch. Die Körpertemperatur sinkt von 39 auf bis zu sieben Grad.
Braunbären schlafen bis zu sieben Monate ohne Wasser oder Nahrung, wenn sie im Norden leben. In Mitteleuropa verlassen sie den Bau ab und zu. Die Ruhe kann von Oktober bis Mai dauern. Bären schlafen nicht so tief wie Murmeltiere, sondern "dösen". So können sie leichter aufwachen, um sich zu verteidigen.
Fledermaus: Einige Arten, wie hier das Große Mausohr, legen im Herbst bis zu 30 Prozent Gewicht zu, um die fünf Monate Schlaf zu überstehen. Sie kuscheln sich zu mehreren in Höhlen zusammen, in denen immer noch ein bis zwei Grad herrschen müssen. Manche Arten ziehen sich in noch geschütztere Felsritzen zurück.
Erdkröte: Wie viele Reptilien und Amphibien verfällt die Erdkröte in Winterstarre. Sie ist wechselwarm, ihre Körper-Temperatur fällt mit der Außen-Temperatur. Sinkt die zu sehr, erfriert sie. Deshalb macht sie es sich in Laub- oder Komposthaufen oder Erdlöchern gemütlich - Hauptsache frostfrei. Erst mit der Wärme in März kann sich die Kröte überhaupt wieder bewegen.
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