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Xi Jinping: Wie der Präsident zum mächtigsten Mann China wurde

  • Veröffentlicht: 24.10.2022
  • 16:45 Uhr
  • Galileo

Er gilt neben dem US-Präsidenten als einer der mächtigsten Männer der Welt: Xi Jinping. Wir klären, warum er in der Kritik steht, wie der Politiker seine Macht ausgebaut hat und wie Xi Jinping privat tickt. Im Clip: So will China zur Weltmacht werden.

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8 Fakten über Xi Jinping

👶 Wie alt ist Xi Jinping: Chinas Präsident wurde am 15. Juni 1953 in Peking geboren. Aktuell ist er 69 Jahre alt.

☝️ Sein Vater war ein kommunistischer Revolutionär, fiel aber bei der Partei in Ungnade.

😮 Deshalb stand seine Familie jahrelang unter Dauer-Beobachtung der Regierung. Das traurige Ende: 1962 verhaftete man seinen Vater.

🏞 1969 zog es den 15-jährigen Xi Jinping ins chinesische Hinterland.

🚜 Unfassbar, aber wahr: Dort lebte der heutige Staatspräsident der Volksrepublik in einer kleinen Höhle und arbeitete als Bauernjunge.

🗣 Sein großes Ziel: irgendwann mal Politiker werden.

📚 Er bildete sich und verschlang unzählige Bücher, darunter auch Goethes Faust und sein Lieblingswerk "Das Kapital“ von Karl Marx - dem Urvater des Kommunismus.

👑 Xi Jinping hat seine Pläne verwirklicht. Seit Mao Tsetung war kein Führer Chinas mehr so mächtig. Xi wurde vom Zentralkomitee der Kommunistischen Partei ein drittes Mal zum Generalsekretär gewählt. Über die zuvor respektierten Amtszeit- und Altersgrenzen setzte sich der 69-Jährige damit hinweg. Einer der ersten Gratulanten: Wladimir Putin. Im Frühling will sich Xi Jinping ein drittes Mal als Staatspräsident bestätigen lassen. Damit das möglich ist, ließ er 2018 sogar die Verfassung ändern.

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Der gibt wohl nie auf!

Obwohl sein Vater von den Kommunisten verfolgt und inhaftiert wurde, wollte der junge Xi unbedingt der kommunistischen Partei beitreten - lange Zeit vergeblich. Immer wieder kassierte er Absagen.

Grund dafür war die politische Vergangenheit seines Vaters. Erst beim zehnten Anlauf im Jahr 1973 klappt es endlich. Das war der Startschuss für seine politische Karriere.

Zwei Jahre später kehrte er zurück in die Hauptstadt Chinas und arbeitete sich geduldig nach ganz oben. 2013 wählte man ihn zum Staatspräsidenten der Volksrepublik. Heute herrscht er über rund 1,4 Milliarden Menschen.

Ist seit 2013 im Amt: Chinas Präsident und Parteichef Xi Jinping.
Ist seit 2013 im Amt: Chinas Präsident und Parteichef Xi Jinping.© picture alliance/Kyodo

Er lebte ernsthaft in einer Höhle?

Ja! Heute ist Xis ehemalige Wohnhöhle ein Museum und beliebtes Touristenziel mit mehr als 100.000 Besucher:innen im Jahr.

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Kritik an Xi Jinping

  • Bis heute ließ er 1,5 Millionen Menschen wegen angeblicher Korruption verhaften.

  • Sie stammen teils aus der eigenen Partei.

  • Eigentlich darf jeder Präsident in China maximal zehn Jahre im Amt sein. Damit sollte gesichert sein, dass jede Generation einmal den Präsidenten stellt.

  • Doch Jinping schaffte das Gesetz 2018 ab und machte sich so zum Herrscher auf Lebenszeit.

  • Zudem steht er wegen der starken digitalen Überwachung der Bevölkerung und seinem restriktiveres Vorgehen gegenüber der uigurischen Minderheit in der Kritik.

  • Xi Jinping drohte bereits mehrmals mit einer Eroberung Taiwans. China erkennt die Inselrepublik nicht als unabhängig an, sondern sieht sie als Teil Chinas. Seit Monaten schwillt der Taiwan-Konflikt an - auch durch aggressives Gebaren von Seiten Pekings.

Galileo

Inside Politbüro: Chinas Machtelite

Wie funktioniert die chinesische Regierung unter Xi Jinping? Galileo hat sich vor Ort umgesehen!

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Und wie ist einer der mächtigsten Männer der Welt privat?

🌅 Er ist Frühaufsteher und frühstückt schon vor dem Sonnenaufgang.

🏢 Sein Anwesen liegt direkt neben der berühmten "Verbotenen Stadt": im Gebäudekomplex Zhongnanhai im Herzen Pekings.

👥 Das Gelände mit eigenem See ist sechs Quadratkilometer groß. Hier veranstaltet er viele Treffen der Kommunistischen Partei.

🖋 Glaubt man den chinesischen Staatsmedien, erledigt er morgens als erstes jede Menge Schreibkram. Danach stehen oft Meetings an.

🌌 Xi ist dafür bekannt, meist bis spät in die Nacht zu arbeiten. Er selbst sagte einmal: "Ich habe Freude an der Erschöpfung“.

⚽️ Und: Xi Jinping ist ein bekennender Fussball-Fan. Von seinen Trips in alle Welt kommt er oft mit Souvenirs zurück.

👍 Mittlerweile besitzt er eine beachtliche Trikot-Sammlung. Englands Superstar David Beckham hat ihm sogar persönlich eins überreicht. Auch von deutschen Clubs hat er Outfits.

Wird uns China bald überholen? Wir finden es im Galileo-Podcast heraus!

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Der volksnahe Präsident

Bei seinen Vorgängern galt: Je unnahbarer ein Präsident ist, desto größer ist sein Ansehen.

Xi Jinping aber lebt das genaue Gegenteil: Er will offen, menschlich und vor allem volksnah rüberkommen. In China eine Revolution.

Ende 2013 tauchte er sogar ohne Bodyguards in einem kleinen Restaurant in Peking auf, stellte sich in die Schlange, bestellte Essen und hielt sogar Smalltalk mit anderen Gästen.

Dahinter steckt aber natürlich Kalkül: Mit seinen öffentlichen Auftritten sichert er sich Zustimmung im Volk. Und mit dem Rückhalt baute er Schritt für Schritt seine Macht in der Partei aus.

Zudem fliegt Chinas Präsident immer mit einer normalen Passagiermachine. Was sich bodenständig anhört, ist aber mit einem riesigen Aufwand verbunden. Denn die Flieger stattet man jedes Mal extra für ihn mit einem Wohn- und Schlafzimmer sowie einem Büro aus. Hinterher wird dann alles wieder zurückgebaut.

Und das ist seine Ehefrau

Aufgrund seiner Offenheit wissen inzwischen fast alle Chinesinnen und Chinesen, dass "Onkel" Xi "Tantchen" Peng liebt. Chinas Präsident und die Sängerin Peng Liyuan lernten sich 1986 kennen.

Bereits ein Jahr später heirateten die beiden. Sie sollen sich auf den ersten Blick verliebt haben. Chinas "höchstes" Ehepaar hat jedoch nur wenig Zeit füreinander und lebt oft an verschiedenen Orten.

Xi Jinping und seine Frau Peng Liyuan treffen 2015 Prinz Charles, jetzt König Charles III., und seine Frau Camilla.
Xi Jinping und seine Frau Peng Liyuan treffen 2015 Prinz Charles, jetzt König Charles III., und seine Frau Camilla.© picture alliance / empics

Der chinesische Präsident und Winnie Puuh stehen auf Kriegsfuß

Xi Jinping kann auch sauer werden. Bei seinem ersten Treffen mit dem damaligen US-Präsidenten Barack Obama wird Winnie Puuh für Xi zum Problembär.

Obama wurde als Tigger abgebildet, Xi dagegen als Winnie Puuh bezeichnet - weil er eher dicklich und kleiner war.

In den sozialen Medien tauchten immer mehr Bilder von dem chinesischen Präsidenten als Winnie Puh auf.

Xi Jinping fand das gar nicht lustig. Auf seinen Befehl hin wurde die Figur komplett aus dem chinesischen Internet gelöscht.

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