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Nemo hat "The Code", den ESC und die Charts geknackt

  • Veröffentlicht: 14.06.2024
  • 10:45 Uhr
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© Better Now Records

Das Wichtigste in Kürze

  • Nemo ist die erste nonbinäre Person, die jemals den Eurovision Song Contest gewonnen hat. Während Nemos Heimatland – die Schweiz – noch überlegt, wo man in diesem doch recht kleinen Land ein Riesenevent wie den ESC ausrichten kann, rauscht Nemos nonbinäre Hymne europaweit durch die Charts.

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Es braucht kein Feuerwerk. Es braucht keine Tänzer:innen in abgefahrenen Kostümen. Es braucht keine Pyro-Show. Es braucht keine nackte Haut. Nein, Nemo hat mit der Performance von "The Code" bewiesen, dass es für den ESC-Sieg "nur" eine fantastische Gesangsperformance, einen Song mit einem halben Dutzend Stilbrüchen, eine starke Message, eine Scheiben-förmige Bühne und eine ausgeklügelte, artistische Performance braucht. Nun ja: und eben einen Menschen mit Star-Potential wie Nemo.

Dass "The Code" beim Publikum des 68. Eurovision Song Contest im schwedischen Malmö so gut ankam, mag jedoch auch an der Botschaft des Liedes gelegen haben. Die ESC-Crowd ist in großen Teilen divers und queer – da fanden sich viele wieder in einem Lied, das der binären Geschlechterordnung abschwört.

Nemo selbst erklärt es so: "In 'The Code' geht es um meine Reise, die ich mit der Erkenntnis begann, dass ich weder ein Mann noch eine Frau bin. Der Weg zu mir selbst war für mich ein langer und oft schwieriger Prozess. Aber nichts fühlt sich schöner an als die Freiheit, die ich durch die Erkenntnis gewonnen habe, dass ich nonbinär bin." Im Song heißt es deshalb: "Somewhere between the O's and ones / That's where I found my kingdom come / My heart beats like a drum / I, I went to hell and back / To find myself on track / I broke the code, whoa-oh-oh."

"The Code" ist aber auch abseits seiner Message ein fantastischer und mutiger Song. Was als Electro-Pop anfängt, wird nach 20 Sekunden kurz zur Oper, dann zur Pianoballade, dann zum Drum’n’Bass-Gewitter. Wer ein Lied, das dermaßen viele Haken schlägt, im Zaum halten will, muss dann schon eine Stimme mitbringen, wie Nemo sie hat. Nemo kann hauchen, rappen, opernhaft singen und sogar rhythmisch glucksen. Diese Vielseitigkeit findet sich auch in Nemos Biografie. 1999 in Biel geboren, erfolgte der erste Auftritt schon im Kindesalter, als Teil des Ensembles vom Udo-Jürgens-Musical "Ich war noch niemals in New York". Als kleines Kind spielte Nemo Geige, Klavier und Schlagzeug. 2016 wird Nemo ausgerechnet als Rapper über Nacht in der Schweiz berühmt, als sein Auftritt bei der renommierten "SRF Virus (#Cypher)" im Schweizer Fernsehen in den Socials viral geht. Nemo veröffentlicht anschließend zwei EPs – sieben Songs darauf schaffen es direkt in die Schweizer Single-Hitparade. "Ke Bock", "Du" und "Himalaya" gehören inzwischen zum Schweizer Kulturgut und erreichten unter anderem Gold- und Platinstatus – aber sie könnten nicht weiter von dem Sound entfernt sein, den Nemo heute für sich gefunden hat. Mit 18 Jahren gewinnt Nemo vier Swiss Music Awards in einer Nacht, nachdem Nemo schon 2017 als "SRF 3 Best Talent" ausgezeichnet wurde. Bevor Nemo "The Code" veröffentlichte, musste sich Nemo allerdings ein Stückweit selbst finden – hier half ihm vor allem das Leben als Teil der queeren Berliner Szene. Mittlerweile teilt Nemo seine Zeit zwischen Zürich und Berlin und sagt: "Berlin ist meine heimliche Favoritin. Ich liebe Berlin so, weil es eine so kreative Stadt ist, die sich ständig verändert. Ich habe wunderschöne Beziehungen hier."

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