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Von texanischem Milliardär

"Aus Sicherheitsgründen": US-Richter gesteht spendierte Privatjet-Reisen

  • Veröffentlicht: 01.09.2023
  • 13:21 Uhr
  • Lena Glöckner
Clarence Thomas hat zugegeben, sich Reisen im Privatjet spendiert lassen zu haben.
Clarence Thomas hat zugegeben, sich Reisen im Privatjet spendiert lassen zu haben.© REUTERS

Der umstrittene US-Verfassungsrichter Clarence Thomas hat mehrere kostenfreie Reisen im Privatjet eines texanischen Milliardärs gemeldet. Diese seien angeblich "aus Sicherheitsgründen" erfolgt.

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Nach öffentlicher Kritik an mehreren Privatreisen auf Kosten eines konservativen Milliardärs hat der einflussreiche US-Richter Clarence Thomas einen Rechenschaftsbericht dazu vorgelegt. In dem am Donnerstag (31. August) vom Obersten Gericht des Landes veröffentlichten Bericht legte der Jurist Flüge in einer Maschine des Immobilienmoguls Harlan Crow sowie Hotelbuchungen auf dessen Kosten offen.

Der erzkonservative Richter begründete die umstrittene Praxis damit, dass ihm aus Sicherheitsgründen zum Verzicht auf Linienflüge geraten worden sei. Hintergrund sei seine ablehnende Haltung zum Abtreibungsrecht und die Reaktion gewaltbereiter Linker darauf.

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Am Supreme Court, dessen neun Richter auf Lebenszeit ernannt werden und gesellschaftspolitisch wegweisende Urteile fällen, gilt Thomas als Stimme am rechten Rand. Gerade bei Streitthemen, die christliche Wertevorstellungen berühren und ähnlich polarisieren wie das Recht auf Schwangerschaftsabbruch, vertritt er in der Regel stramm konservative Positionen.

Thomas' Anwalt nennt Kritik "lächerlich"

Umso mehr geriet der 75-Jährige in die Kritik, als im Frühjahr Berichte über spendierte Reisen und die Annahme anderer Gefälligkeiten publik wurden. Laut Investigativ-Recherchen von "ProPublica" wurden Thomas' Luxusreisen über Jahre von Harlan Crow finanziert, einem Großspender für konservative Projekte. Als Beispiel führte "ProPublica" eine Reise nach Indonesien im Jahr 2019 auf, für die Thomas und seine Ehefrau Ginni Crows Jacht und dessen Privatjet nutzen durften. Zudem habe der Milliardär die Privatschule für Thomas' Großneffen bezahlt und das Haus von Thomas gekauft, in dem dessen Mutter lebt.

Der Richter hatte außerdem nicht erwähnt, dass der Milliardär 500.000 Dollar (ungefähr 461.000 Euro) an eine konservative Lobbygruppe gespendet hatte, die von seiner Frau Ginni Thomas gegründet wurde. Ein Großteil dieser Spende wurde als Gehalt an sie ausgezahlt. Thomas behauptete, dass sich die Regeln für die Meldung solcher Aufenthalte geändert hatten und es keinen Fall vor dem Obersten Gerichtshof gab, der Crow betraf. Elliot Berke, der Anwalt von Thomas, erklärte, dass die Fehler in den früheren Erklärungen unbeabsichtigt waren. Der Richter habe stets versucht, das Gesetz zu befolgen. Die Kritik an Thomas tat er als "lächerlich" ab - sie stamme von "linken Organisationen", so Berke.

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  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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