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Null Toleranz

Cannabis am Steuer: Wie lange Sie nach dem Kiffen kein Auto fahren sollten

  • Aktualisiert: 15.05.2023
  • 16:57 Uhr
  • Clarissa Yigit
Autofahrer:innen, die mit einem THC-Wert von einem ng/ml erwischt werden, droht der Führerscheinentzug.
Autofahrer:innen, die mit einem THC-Wert von einem ng/ml erwischt werden, droht der Führerscheinentzug.© Foto: Annette Riedl/dpa

Wer mit weniger als 0,5 Promille Alkohol im Blut erwischt wird, kann beruhigt weiterfahren. Bei einem ng/ml THC ist allerdings der Führerschein weg.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Im Zuge der Cannabis-Legalisierung der Ampel-Regierung wird vorerst der THC-Wert für Autofahrer:innen nicht erhöht.

  • Dies bedeutet, dass bei Konsument:innen der THC-Wert im Blut nicht höher als ein ng/ml liegen darf.

  • Überschreiten Fahrzeugführer:innen diesen, drohen Führerscheinentzug, eine Geldstrafe und Punkte in Flensburg.

Cannabis-Legalisierung: ja. Anhebung des THC-Wertes für Autofahrer:innen: nein. Aber wie hoch darf nun der THC-Spiegel im Blut eigentlich sein? Sicher ist, wer kifft und dann Auto fährt, könnte ganz schnell seinen Führerschein los sein.

Im Video: Gras mit Beipackzettel: Strenge Vorgaben für Cannabis-Clubs geplant

THC bis zu zwei Monaten nachweisbar

Grund ist, dass das in Cannabis enthaltene THC (Tetrahydrocannabinol) für ein bis drei Stunden nach dem Genuss für einen Rausch sorgt, so "Bild". Da sich viele Konsument:innen danach wieder fit fühlen, setzten sich dann auch einige wieder hinter das Steuer. Die zugelassene Höchstgrenze von THC liegt bei einem ng/ml (Nanogramm pro Milliliter) im Blut. Wer diesen Wert überschreite, müsse nicht nur seinen Führerschein abgeben, sondern auch mit einem Ordnungswidrigkeiten- oder Strafverfahren rechnen.

In den üblichen Schnelltests, die über Urinproben erfolgen, könnten Abbauprodukte nach einer einzelnen Dosis für bis zu fünf Tage nachgewiesen werden, so Franjo Grotenhermen von der "Arbeitsgemeinschaft Cannabis Medizin e. V." Bei regelmäßigen Einnahmen sogar noch bis zu zwei Monate.

Autofahrer:innen, die sich einem Schnelltest verweigern, könne eine Blutprobeentnahme von der Polizei angeordnet werden – vorausgesetzt es liege ein begründeter Verdacht vor. Die Polizisten dürfen dann die mutmaßlichen Kiffer zum Arzt oder Labor mitnehmen. 

Hier liegt der entscheidende Unterschied zu Alkohol, denn sinkt der Blutalkohol unter 0,5 Promille, dürfen Konsumenten auch wieder Auto fahren.

In diesem Zusammenhang weise der "Deutsche Anwaltverein" darauf hin, dass wissenschaftliche Studien belegen würden, dass erst ab einem THC-Wert von zwei bis vier ng/ml überhaupt von einer Beeinträchtigung gesprochen werden kann. Verglichen mit 0,5 Promille Alkohol liege der Wert sogar bei vier bis 16 ng/ml.

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Welche Strafen drohen?

  • Ersttäter: einmonatiges Fahrverbot, zwei Punkte in Flensburg und  500 Euro Geldbuße
  • Nach der dritten Wiederholungstat: drei Monate Fahrverbot, zwei Punkte in Flensburg und 1.500 Euro Geldbuße
  • Bei Fahrfehler oder Drogenausfallerscheinungen: Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr, Führerscheinentzug für die Dauer,  Sperrfrist zur Neuerteilung zwischen sechs Monaten und fünf Jahren, drei Punkte in Flensburg
  • Verwendete Quellen:
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