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Digitalisierung

Ende der "Zettelwirtschaft": E-Rezept kommt zum 1. Juli 

  • Veröffentlicht: 13.06.2023
  • 15:41 Uhr
  • Clarissa Yigit
Das E-Rezept soll zum 1. Juli kommen.
Das E-Rezept soll zum 1. Juli kommen.© Foto: David Inderlied/dpa

Patient:innen in Deutschland werden nun langsam auch im Gesundheitsbereich an die Digitalisierung herangeführt. Ab 1. Juli solle das E-Rezept einsatzbereit sein, so Gesundheitsminister Lauterbach.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Ab 1. Juli kommt das "Elektronische Rezept" (E-Rezept).

  • Dann reicht schon die Versichertenkarte, um in Apotheken ein Rezept eines Arztes einzulösen.

  • Die Patient:innen erhalten zudem systematisch noch weitere Vorteile.

Darüber gesprochen wurde schon lange, nun soll es auch endlich ernst werden – das "Elektronische Rezept" (E-Rezept) kommt ab 1. Juli. Dies hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) angekündigt.

"Das E-Rezept ist endlich alltagstauglich", erklärte er gegenüber dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (RND). "Zum 1. Juli 2023 können Patienten das erste Mal das E-Rezept in den Apotheken ganz einfach mit ihrer Versichertenkarte abrufen. Bis Ende Juli werden voraussichtlich schon 80 Prozent der Apotheken in Deutschland an das System angeschlossen sein", so Lauterbach weiter. Bisher wurde der Start des E-Rezeptes mehrfach verschoben.

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Die Vorteile des E-Rezeptes

Mithilfe des E-Rezeptes sollen künftig Abläufe in der Arztpraxis und der Apotheke vereinfacht werden, heißt es aus dem Gesundheitsministerium. Zudem solle "die Zettelwirtschaft im Gesundheitswesen" beendet werden. "Wenn die Patienten ihre Versichertenkarte in den Apotheken in die Lesegeräte einstecken, liegt das E-Rezept dann bereits in der
Datenbank vor. Es geht jetzt mit der Digitalisierung los", ergänzt der SPD-Politiker. Aber auch die Behandlung mit Arzneimitteln solle sicherer werden.

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Digitalisierung im Gesundheitswesen

Bereits Anfang März hatte Lauterbach angekündigt, die schleppende Verbreitung digitaler Anwendungen deutlich zu beschleunigen, schreibt die Deutsche Presse-Agentur (dpa). So hänge nach Angaben Lauterbachs die Bundesrepublik in puncto Digitalisierung "um Jahrzehnte zurück."

Damit nun auch der Fortschritt in Deutschland ankommen kann, solle das E-Rezept laut Ministerium über verschiedene Wege genutzt werden. Hierbei könnten Patient:innen selbst entscheiden, wie sie das Rezept nutzen wollten:

  1. Patient:innen verwalteten ihr E-Rezept per Smartphone (über eine sichere E-Rezept-App), um es dann auf digitalem Wege an eine Apotheke zu senden. Benötigt wird eine NFC-fähige elektronische Gesundheitskarte sowie eine Versicherten-PIN. Diese erhalten Versicherungsnehmer:innen bei ihrer Krankenkasse.
  2. Patient:innen erhalten für die Einlösung des E-Rezepts die nötigen Zugangsdaten als Papierausdruck in der Arztpraxis ausgehändigt.
  3. Liegen alle technischen Voraussetzungen vor, können zudem E-Rezepte in der Apotheke auch direkt unter Vorlage der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) sicher eingelöst werden.

Weitere Vorteile des E-Rezeptes

  • Medikationserinnerung
  • Medikationsplan
  • Wechselwirkungscheck mit anderen Arzneimitteln
  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Bundesministerium für Gesundheit: "Das E-Rezept startet!"
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