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Studie sieht Stromer ab 2023 im Nachteil

Hohe Strompreise: E-Autos bald weniger attraktiv als Benziner

  • Veröffentlicht: 17.10.2022
  • 13:30 Uhr
  • jot
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© Julian Stratenschulte/dpa

Elektroautos von Tesla, VW, BMW und Co. erlebten zuletzt einen scheinbar nicht zu stoppenden Boom. Doch mit der E-Wende auf dem Automarkt könnte es bald vorbei sein. Die enormen Strompreise machten Batteriefahrzeuge schon 2023 unattraktiver als Verbrenner-Modelle, warnt eine Studie. 

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Elektroautos könnten schon 2023 unattraktiver sein als vergleichbare Verbrenner.
  • Eine Studie macht dafür steigende Stromkosten und wegfallende Prämien verantwortlich.
  • Autoexperte Dudenhöffer: "Die Aussichten für Elektromobilität sind schlecht."

Bislang galt die Faustformel: Elektroautos sind in der Anschaffung zwar teurer als Verbrenner, im laufenden Betrieb aber kostengünstiger. Doch diese Gleichung könnte nicht zuletzt wegen der enorm gestiegenen Strompreise bald kippen. Davor warnt das Center Automotive Research (CAR) in einer aktuellen Studie.

Studie: Elektroautos bald unattraktiver als Verbrenner

"Ab 2023 laufen Elektroautos in deutliche Kostennachteile für die Verbraucher in Deutschland", zitiert das "Handelsblatt" CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer. Wegen wegfallender finanzieller Förderung und den stark gestiegenen Strompreisen würden sich Stromer kaum noch lohnen. Elektroautos verlören somit enorm an Attraktivität, was eine "deutliche Kaufblockade" nach sich ziehe, sagt Deutschlands "Auto-Papst" vorher. 

Das CAR-Institut hatte dem Bericht zufolge in seiner Analyse drei beliebte E-Autos mit gleichwertigen Verbrennern verglichen. Der Fiat 500e und der Opel Mokka-e mussten bei den kompletten Monatskosten gegen ihre Verbrennerpendants antreten. Das Model 3 von Tesla wurde mit dem BMW 3er verglichen, da der Elektroautobauer von Tech-Milliardär Elon Musk  bekanntlich keine Verbrennerautos herstellt.

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Hohe Stromkosten und Wegfall von Umweltprämien

Dabei wurden bei den E-Autos über alle drei Modelle hinweg durchschnittliche monatliche Kosten von 596 Euro errechnet. 67 Euro fielen dabei auf die Stromkosten - bei einem kalkulierten Preis von 32 Cent pro Kilowattstunde. Bei den Verbrennermodellen lagen die Kosten im Schnitt bei 631 Euro im Monat. Davon waren 142 Euro Spritkosten bei einem zugrunde gelegten Benzinpreis von 1,87 Euro pro Liter. Unter diesen Bedingungen hätten Stromer gegenüber Benzinern also einen Preisvorteil von 36 Euro pro Monat.

Doch in der Realität liegen die Strompreise schon oftmals höher und werden weiter steigen. Die CAR-Studie geht laut "Handelsblatt" in einem mittleren Szenario davon aus, dass der Strompreis bei rund 50 Cent pro Kilowattstunde liegen wird. In diesem Fall sei ein neuer Benziner schon jetzt zwei Euro pro Monat günstiger als ein E-Neuwagen. 

Doch im kommenden Jahr dürften der Studie nach batteriebetriebene Autos endgültig ins preisliche Hintertreffen geraten. Die Absenkung der Umweltprämie von 9.000 auf 6.750 Euro bei Fahrzeugen unterhalb eines Listenpreises von 40.000 Euro sowie die Minderung der Förderung von 7.500 auf 4.500 Euro bei Fahrzeugen bis zu einem Listenpreis von 65.000 Euro machten die Kostenvorteile des Elektroautos in allen Szenarien "zunichte", zitiert das "Handelsblatt" die CAR-Autoren.

"Elektro-Aussichten unter Habeck schlecht"

So liege bei einem Strompreis von 50 Cent der Nachteil von E-Autos gegenüber Verbrennern dann schon bei 71 Euro. Werden die Stromer überwiegend an Schnellladestationen mit noch höheren Strompreisen geladen, schnellt der Preisnachteil sogar auf 123 Euro pro Monat nach oben. 

Autoexperte Dudenhöffer zieht eine pessimistische Bilanz: "Die Aussichten für die Elektromobilität unter dem grünen Wirtschaftsminister Robert Habeck und der Ampelregierung in Berlin sind schlecht", kritisiert er. Gerade wer erstmalig mit dem Gedanken spielt, sich ein Elektroauto anzuschaffen, achte besonders auf die Kosten. Daher dürften sich viele Verbraucher wegen der absehbaren Mehraufwände entweder noch ein letztes Mal für einen Benziner entscheiden oder aber den Kauf eines Batterieautos verschieben.

Sollte Dudenhöffers düstere Prognose eintreten, würde das den Boom der Elektrofahrzeuge massiv ausbremsen. Besonders die üppigen staatlichen Subventionen als Umweltbonus hatten den Verkauf der Stromer in den vergangenen Jahren angeheizt. Wie Finanzen.net berichtet, stieg der Absatz von Elektroautos im Jahr 2021 laut Kraftfahrt-Bundesamt um 83 Prozent an, der von hybriden Fahrzeugen um 43 Prozent. Der Marktanteil habe bei 14 Prozent und 29 Prozent gelegen. Auch im ersten Halbjahr 2022 habe die Beliebtheit noch angehalten - vermutlich zum letzten Mal für einen längeren Zeitraum. 

Verwendete Quellen:

"Handelsblatt"

"Finanzen.net"

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