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Tafel reagiert entrüstet

"Können doch zur Tafel gehen": Kinderarmut-Kommentar von CSU-Frau sorgt für Wirbel

  • Veröffentlicht: 20.09.2023
  • 13:17 Uhr
  • Lena Glöckner
Menschen stehen vor der Tafel Nürnberg für die Essensausgabe an (Symbol).
Menschen stehen vor der Tafel Nürnberg für die Essensausgabe an (Symbol).© Nicolas Armer/dpa

Andrea Behr von der CSU sagte kürzlich, arme Kinder "könnten doch zur Tafel gehen". Für diesen Satz erhielt sie massig Kritik - auch von der Tafel selbst. Nun verteidigt sie ihre Aussage und sagt, diese sei "verdreht und aufgebauscht" worden.

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Die Aussage einer CSU-Politikerin aus Würzburg sorgt in Bayern für Wirbel. Bei einer Podiumsdiskussion zur finanziellen staatlichen Unterstützung für Familien sagte die Direktkandidatin Andrea Behr, Kinder "können doch zur Tafel gehen, die sind doch tafelberechtigt". Zuvor hatte ein Zwischenrufer aus dem Publikum polemisch gefragt, ob Kinder nichts essen sollten. "Dann wird es billiger."

In einem auf X (ehemals Twitter) veröffentlichten Video hört man, wie einige Zuhörer:innen im Publikum mit Raunen und höhnischem Lachen auf Behrs Äußerung reagierten.

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Die Tafel Deutschland e. V. reagierte in einem Beitrag auf der Plattform X mit scharfer Kritik. Die Organisation bezeichnete die Bemerkung als "unverschämt" und betonte, dass ehrenamtliche Hilfsangebote, die für vorübergehende Notlagen gedacht sind, den Staat nicht ersetzen sollten. Tafel Deutschland machte zudem die Politik der CDU/CSU für die zunehmende Verfestigung von Notlagen bei vielen Menschen verantwortlich und verurteilte die abfällige Art und Weise, wie über Betroffene gesprochen werde.

Behr verteidigt Aussage - "verdreht und aufgebauscht"

Auch die bayerische SPD äußerte sich zu Behrs Aussage und nannte sie "herzlos". In einer Pressemitteilung erklärten die Sozialdemokraten, dass die Bemerkung der CSU-Direktkandidatin eine "unglaubliche Kälte gegenüber der Not bedürftiger Kinder und eine groteske Auffassung von Sozialstaat" zeige. SPD-Sozialexpertin Doris Rauscher betonte, dass Kinder nicht für die finanzielle Situation ihrer Eltern verantwortlich seien und dass jedes Kind das Recht auf faire Chancen habe, unabhängig von den finanziellen Mitteln der Eltern.

Gegenüber "BR24" verteidigte CSU-Landtagskandidatin Behr nun ihre Aussage. Sie argumentierte, dass ihre Äußerung "verdreht und aufgebauscht" worden sei. Behr betonte, dass ihre Bemerkung im Kontext der Diskussion über das Bürgergeld gefallen sei. Sie hatte zuvor dargelegt, dass eine Familie ohne Einkommen mit drei Kindern derzeit über 2.200 Euro monatlich netto verfüge, da der Staat die meisten alltäglichen Kosten wie Miete und Heizung übernehme. Die Aussage, dass Kinder zur Tafel gehen könnten, sei eine Hervorhebung gewesen, dass diese Familien zusätzlich Anspruch auf Lebensmittel von der Tafel hätten. Ihrer Meinung nach sei die Tafel somit eine zusätzliche Unterstützung für diese Familien.

  • Verwendete Quellen:
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