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Weltnaturerbe in Gefahr

Australien: Great Barrier Reef erneut von Korallenbleiche betroffen

  • Veröffentlicht: 08.03.2024
  • 17:10 Uhr
  • Maria Frost
Forscher sind alarmiert: Es herrscht wieder Korallenbleiche im australischen Great Barrier Reef.
Forscher sind alarmiert: Es herrscht wieder Korallenbleiche im australischen Great Barrier Reef.-/Theundertow Ocean & Divers for Climate/AAP/dpa

Droht die vierte Massenbleiche in nur sechs Jahren? Die Korallen des Great Barrier Reef bleichen aufgrund der hohen Wassertemperaturen aus. Expert:innen sind alarmiert.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Luftaufnahmen zeigen das großflächige Ausbleichen des Great Barrier Reef. Korallenexpert:innen macht das Sorgen.

  • Die Unesco hat angekündigt, das Riff unter Beobachtung zu stellen. Sie haben bereits 2021 in Aussicht gestellt, das Riff auf die Rote Liste gefährdeter Stätten zu setzen.

  • Der Australische Premierminister will eine Milliarde australischer Dollar zum Erhalt beisteuern.

Rund 2.300 Kilometer des Great Barrier Reefs sind von einer schweren Korallenbleiche betroffen, wie Luftaufnahmen zeigen. Je nach Stelle unterscheidet sich das Ausmaß des Ausbleichens, teilt die australische Marineparkbehörde mit. 

Korallenbleiche: Was ist das?

Unter Korallenbleiche versteht man das Verblassen der sonst bunten Steinkorallen. Korallen leben in Koexistenz mit Algen, die ihnen ihre Farbe verleihen. Wird das Meerwasser jedoch zu warm, werden die Algen abgestoßen. "Die Wetterlage in den nächsten Wochen wird entscheidend sein für das Gesamtausmaß und den Schweregrad der Korallenbleiche", heißt es in dem Update der australischen Marineparkbehörde zum Zustand des Riffs.

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Temperaturen zu hoch

Der Monat März weist einen höheren Wassertemperatur-Durchschnitt auf als in den vergangenen Jahres. Der Chefwissenschaftler David Wachenfeld teilt mit, dass das größte Korallenriff der Welt Wassertemperaturen von 0,5 bis 4,0 Grad über den letztjährigen März-Messungen ausgesetzt ist. 

Am stärksten sei der mittlere Teil des Great Barrier Reef betroffen, dort seien an manchen Stellen die Korallen bereits abgestorben. Noch bestehe jedoch Hoffnung: "Wenn die Bedingungen sich verbessern, können sich gebleichte Korallen von diesem Stress erholen", so Wachenfeld.

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Massenbleiche im Anmarsch

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AAP erklärt der Korallenexperte Terry Hughes von der James Cook Universität, dass es sich um eine neue Massenbleiche handeln könne. Somit wäre das die vierte in nur sechs Jahren und insgesamt die sechste. Um das jedoch feststellen zu können, müssten noch weitere Daten analysiert werden, teilt Wachenfeld mit.

Vor zwei Jahren gab es bereits eine Bleiche, in dieser wurden laut Angaben zwei Drittel der Korallen beschädigt.

Unesco und Greenpeace äußern sich

Das Korallenriff macht wenige Tage vor dem Besuch der Unesco-Expertengruppe Schlagzeilen. Sie sind angereist, um das Riff zu begutachten. Schon im Jahr 2021 äußerten sie Sorge über den Korallenerhalt und wollten das 340.000 Quadratkilometer große Riff auf die Rote Liste des "gefährdeten" Welterbes setzen. Dies hat jedoch aufgrund der Einwände der australischen Regierung nicht funktioniert.

Die Umweltschutz-Organisation Greenpeace betrachtet die australische Regierung als Schuldigen und kreidet ihr Versagen an. Sie sei nicht in der Lage, das Korallenriff vor den Auswirkungen des Klimawandels zu schützen. Aufgrund der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas sei der Klimawandel verantwortlich für die Bedrohung der Existent des Riffs, berichtet der Kampagnenleiter für den Pazifikraum von Greenpeace Australien.

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Maßnahmen-Paket in Höhe von einer Milliarde australischer Dollar

Der australische Premierminister will das Great Barrier Reef geschützt wissen. Daher stellt er ein Maßnahmenpaket zu dessen Erhalt vor. Über neun Jahre verteilt soll eine Milliarde australischer Dollar (630.000 Millionen Euro) zum Schutz des Ökosystems eingesetzt werden. Das soll zugleich den Tourismus erhalten.

  • Verwendete Quellen:
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