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Statistisches Bundesamt

Miete: Millionen Haushalte leiden unter enorm hoher Belastung

  • Aktualisiert: 03.04.2023
  • 19:43 Uhr
  • Melissa Aschauer
3,1 Millionen Haushalte leiden unter extrem hoher Mietbelastung. 
3,1 Millionen Haushalte leiden unter extrem hoher Mietbelastung. © Arne Dedert/dpa

Viele Menschen in Deutschland müssen überdurchschnittlich viel für die Miete ausgeben. Bei 3,1 Millionen Haushalten sind es sogar mindestens 40 Prozent des Einkommens. 

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Das Wichtigste in Kürze

  • Millionen Haushalte in Deutschland geben überdurchschnittlich viel für die monatliche Miete aus.

  • Laut Statistischem Bundesamt müssen 3,1 Millionen Haushalte mindestens 40 Prozent des Einkommens für die Miete aufbringen.

  • Besonders für Haushalte mit geringem Einkommen sei die Mietbelastung dramatisch, warnt ein Experte. 

Die Mieten in Deutschland steigen seit Jahren, die Lohnentwicklung hält bei weitem nicht Schritt. Millionen Haushalte in Deutschland müssen inzwischen einen überdurchschnittlich hohen Anteil ihres Einkommens für die Miete ihrer Wohnung aufbringen.

Millionen Haushalte leiden unter hohen Mieten

Bei 3,1 Millionen Haushalten geht mindestens 40 Prozent ihres Einkommens allein für die Miete drauf, wie das Statistische Bundesamt am Freitag (31. März) mitteilte. Das sind 16 Prozent der insgesamt 19,9 Millionen Mieterhaushalte hierzulande. Die Wiesbadener Statistiker legten für ihre Berechnungen das Jahr 2022 zugrunde. 

Im Schnitt belief sich die Mietbelastung im vergangenen Jahr auf 27,8 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens. Es kommt aber auch darauf an, seit wann man in seiner Mietwohnung lebt. Für die etwa 6,6 Millionen Haushalte, die ihre Wohnung 2019 oder später angemietet haben, war die Mietbelastungsquote dabei mit 29,5 Prozent um 2,7 Prozentpunkte höher als für die etwa 2,7 Millionen Haushalte, die ihren Mietvertrag bereits vor 1999 abgeschlossen haben (26,8 Prozent).

"Die Mietbelastung insbesondere von Haushalten mit geringen Einkommen und in Großstädten ist dramatisch", kommentiere der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung, Sebastian Dullien, die Entwicklung. Bei Geringverdienenden liege die Mietbelastung sogar im Schnitt bei 40 Prozent des Einkommens.

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"Dramatisch": Geringes Einkommen und Großstadt

Als von Expert:innen empfohlene Faustregel gilt: Maximal 30 Prozent des Nettoeinkommens sollte die Miete lediglich betragen, damit der finanzielle Spielraum nicht zu sehr eingeschränkt wird.

Die Mietbelastungsquote gibt den Anteil der Bruttokaltmiete am Haushaltsnettoeinkommen an. Die Bruttokaltmiete setzt sich aus der Grundmiete und an den Vermieter zu zahlenden Nebenkosten zusammen, wie zum Beispiel die monatlichen Betriebskosten für Haus- und Straßenreinigung, Müllabfuhr, Hausmeisterleistungen, Schornsteinreinigung und Kabelanschluss.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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