Anzeige
Auch US-Rapper verwickelt

Offenbar Briefkastenfirmen hinter Cannabis-Großhändler der Bundesregierung

  • Veröffentlicht: 25.10.2023
  • 16:34 Uhr
  • Lena Glöckner
Nahaufnahme einer THC-haltigen medizinischen Cannabispflanze.
Nahaufnahme einer THC-haltigen medizinischen Cannabispflanze.© David Pichler/dpa

Die Bundesregierung arbeitet offenbar mit einem Cannabisgroßhändler zusammen, hinter dem Briefkastenfirmen in Steueroasen stecken. Auch US-Rapper Snoop Dogg sei über Wirrungen verwickelt.

Anzeige

Die hessische Firma Cansativa ist ein bedeutender Akteur im Handel mit medizinischem Cannabis in Deutschland - und Partner der Bundesregierung für den Verkauf und die Verbreitung. Jetzt gerät das Unternehmen in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Denn: Die Herkunft einiger Investoren und die undurchsichtige Struktur des Unternehmens werfen Fragen auf.

Im Video: Zankapfel Cannabis - geplante Legalisierung stößt weiter auf Kritik

Zankapfel Cannabis: Geplante Legalisierung stößt weiter auf Kritik

Wie das Recherchekollektiv "Correctiv" berichtet, könnten sich hinter Cansativa vermeintlich intransparente Briefkastenfirmen in Steueroasen verbergen. Die Spur führt demnach zu einer Kapitalgesellschaft, die mutmaßlich von niemand Geringerem als dem bekannten US-Rapper Snoop Dogg mitbegründet wurde.

Bundesregierung "lädt zu Marktmanipulation ein"

Finanzexperten, wie Markus Meinzer vom Tax Justice Network, äußern Bedenken. Insbesondere, weil es ein Unternehmen ist, das öffentliche Aufträge erhält. "Ohne eine verpflichtende Offenlegung der Offshoreinvestoren deutscher GmbHs und AGs lädt die Bundesregierung zu Interessenkonflikten, Marktmanipulation und anderen Unregelmäßigkeiten ein", wird Meinzer zitiert.

Auch die Prüfung durch die Behörden sei fragwürdig, so der Bericht. Das zuständige Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) habe auf Anfrage von "Correctiv" dazu mitgeteilt: "Im Rahmen des europäischen Vergabeverfahrens wurden die vorgesehenen Prüfungen der Teilnehmenden durchgeführt." Cansativa soll angegeben haben, es handele sich bei den Offshore-Teilhabern um "Minderheitsgesellschafter". Zu den Intransparenz-Vorwürfen hätte sich das Unternehmen nicht weiter geäußert.

Gegründet wurde Cansativa von den Brüdern Jakob und Benedikt Sons. Neben ihnen selbst gehören auch Privatpersonen, Hedgefonds in Kanada, eine Investmentfirma auf den Cayman Islands und mehrere Unternehmen mit Sitz in der US-Steueroase Delaware zu den Anteilseignern.

Einige dieser Investoren haben sich auf das Geschäft mit Cannabis spezialisiert. Besonders bemerkenswert: Die Firma des US-Rappers Snoop Dogg hat im Jahr 2022 eine erhebliche Summe in das hessische Start-up investiert. 

Anzeige
Anzeige
:newstime
  • Verwendete Quellen:
Mehr News und Videos
AUTOSHOW-PARIS/
News

Diese deutschen Automarken finden E-Auto-Kunden besonders attraktiv

  • 23.07.2024
  • 10:15 Uhr

© 2024 Seven.One Entertainment Group