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Vorwurf der kulturellen Aneignung

Sombrero-Streit auf Buga in Mannheim: Einigung mit Senioren-Tanzgruppe

  • Veröffentlicht: 19.04.2023
  • 11:39 Uhr
  • Viola Haas
Die Bundesgartenschau findet vom 14. April bis zum 08. Oktober in Mannheim statt.
Die Bundesgartenschau findet vom 14. April bis zum 08. Oktober in Mannheim statt.© Uwe Anspach/dpa

Der Vorwurf: kulturelle Aneignung und Verstärkung von Stereotypen. Die Show einer Seniorinnen-Tanzgruppe mit Sombreros und Ponchos auf der Bundesgartenschau (Buga) in Mannheim hatte für Aufsehen gesorgt. Mehrere Kostüme wurden von den Veranstaltern verboten. Jetzt gibt es eine Einigung mit dem AWO-Ballett.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Kostüm-Verbot der AWO-Tanzgruppe auf der Buga in Mannheim.

  • Ursache war Vorwurf der kulturellen Aneignung.

  • Kompromiss gefunden: Tanzshow findet doch statt.

Absage an Kostüme der AWO-Tanzgruppe

Kimonos mit Sonnenschirmen, Sombreros mit Ponchos und eine Verkleidung als Pharaonen - mit bunten Kostümen wollte das AWO-Ballett Rheinau aus Mannheim in ihrer Choreographie verschiedene Länder der Welt aufgreifen. In dem Fall: Japan, Mexiko und Ägypten.

Insgesamt sieben Auftritte der Frauen zwischen 59 und 85 Jahren waren auf der Bundesgartenschau in Mannheim geplant. Doch dann macht der Veranstalter den Tänzerinnen einen Strich durch die Rechnung. Das Buga-Team kritisiert die klischeehafte Darstellung und spricht von kultureller Aneignung. Sechs der 14 Kostüme erhalten eine Absage. Der "Mannheimer Morgen" hatte zuerst berichtet. 

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Einigung: Kein Sombrero, Poncho bleibt

Doch jetzt heißt es Aufatmen bei den 17 motivierten Tänzerinnen: Die Buga und die Seniorinnen haben einen Kompromiss gefunden. So werden drei der ursprünglich sechs kritisierten Outfits etwas verändert: "Aus den Pharaonen werden ägyptische Arbeiter, den Mexikanern reicht der Poncho und die Asiatinnen werden moderner",  so Chefin und Gründerin der AWO-Truppe, Erika Schmaltz, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). 

Aktuelle Stellungnahme der Buga in Mannheim auf ihrem Instagram Account:

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Anpassungen der Tanzshow

Eine weitere Anpassung: Die Auftritte der Seniorinnen werden von der Freilichtbühne in der Spinelli-Parkschale auf die Hauptbühne verlegt. Anschließend soll es Diskussionsveranstaltungen geben. Fabian Burstein, Leiter der Kulturveranstaltungen der Buga 2023, betonte die Wichtigkeit eines konstruktiven Dialogs, wie die dpa berichtet.

Alexander Manz, Geschäftsführender Vorstand des AWO-Kreisverbandes Mannheim, lobte den konstruktiven Austausch und die Sensibilität des Buga-Teams für Vielfalt. Thorsten Riehle, Fraktionschef der SPD und Oberbürgermeisterkandidat, begrüßte die Einigung laut "Mannheim 24" ebenfalls: "Wer die Damen kennt weiß, dass ein Vorwurf kultureller Aneignung fernliegend ist."

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Tanzgruppe hat sich intensiv vorbereitet

Die AWO-Tanzgruppe Rheinau aus Mannheim gibt es bereits seit 42 Jahren. Die Ehrenamtlichen treten an Orten wie Straßenfesten und Altenheimen auf und versprühen gute Laune.

Für die perfekte Choreographie auf der Buga in Mannheim hatten die Tänzerinnen die letzten sechs Monate trainiert. Die Kostüme haben die Ehrenamtlich dabei selbst genäht. Der Arbeit hat sich gelohnt: Nach der Einigung mit der Bundesgartenschau können die Seniorinnen nun endlich durchstarten.

Die Bundesgartenschau findet vom 14. April bis zum 8. Oktober auf zwei Ausstellungsgeländen (Luisenpark und Spinelli-Gelände) in Mannheim statt. Mehr Infos zum Programm der Buga Mannheim gibt es hier.  

Diskussion um kulturelle Aneignung

Das Thema der kulturellen Aneignung hatte durch die "Woke"-Bewegung in der westlichen Welt Aufmerksamkeit erlangt. Im Fokus der kulturellen Aneignung stehen Fälle, in denen eine dominierende Kultur Elemente oder Symbole einer unterrepräsentierten Kultur übernimmt. 

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