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Trotz Software-Fehler im Einsatz

USA: Fehler bei Gesichtserkennungs-Software - Mann unschuldig im Gefängnis

  • Aktualisiert: 10.03.2023
  • 12:18 Uhr
  • Clarissa Yigit
Künstliche Intelligenz (KI) wird mittlerweile in vielen Bereichen eingesetzt. In den USA hat eine KI-Gesichtserkennungssoftware bereits mehrfach Menschen unschuldig ins Gefängnis gebracht.
Künstliche Intelligenz (KI) wird mittlerweile in vielen Bereichen eingesetzt. In den USA hat eine KI-Gesichtserkennungssoftware bereits mehrfach Menschen unschuldig ins Gefängnis gebracht.© Foto: Sven Hoppe/dpa

Auf Grund eines Fehlers bei einer Gesichtserkennungssoftware wurde in den USA ein Mann unschuldig für neun Tage eingesperrt. Dies war kein Einzelfall. Insbesondere bei Schwarzen Menschen solle diese KI-Gesichtserkennungssoftware falsche Ergebnisse liefern.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Gesichtserkennungssoftware brachte in den USA einen Unschuldigen für neun Tage ins Gefängnis.

  • Dies war nicht das erste Mal.

  • Insbesondere bei Schwarzen Menschen solle diese Software Fehler aufweisen.

Ein Analyst entlarvte einen vermeintlichen "Verbrecher" mit Hilfe einer KI-Gesichtssoftware auf einem Überwachungsvideo und brachte den "Täter" für neun Tage ins Gefängnis. Das Obskure an der Geschichte ist, dass der Mann unschuldig war und der Software ein Fehler unterlaufen ist.

So lautete die Anschuldigung der Polizei gegen den 54-jährigen Alonzo Sawyer, dass er in der Nähe von Baltimore einen Bus überfallen hätte und den Fahrgästen ihre Smartphones entwendet habe. Allerdings verbrachte Sawyer während dieser Zeit mit seiner Frau einen ruhigen Abend auf der Couch. Solch eine Verwechslung war leider nicht der erste Fall.

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Sawyers Frau versucht Unschuld zu beweisen

Carronne Sawyers versuchte die Unschuld ihres Mannes zu beweisen. Nicht nur, dass sie zusammen den Abend auf der Couch verbrachten, nannte sie als Beweis, sondern auch, dass der Täter auf dem Überwachungsvideo deutlich kleiner und jünger war als ihr Mann. Zudem hatte er keinen Bart und keine Zahnlücken. Hinzu kam, dass Sawyer – laut seiner Frau – einen auffälligen Gang habe. Dies sei ebenfalls nicht in dem Video ersichtlich gewesen, berichtete "Wired“. "Dieser Typ sieht aus, als könnte er unser Sohn sein", zitiert "Wird" Sawyers Frau.

Lediglich mit Glück kam Sawyer frei, denn ein Opfer des Überfalls identifizierte einen anderen Verdächtigen, der tatsächlich fast 20 Zentimeter kleiner und 20 Jahre jünger war.

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Fehlerhafte Gesichtserkennung in den USA kein Einzelfall

Bereits mehrfach bekamen Menschen auf Grund eines Fehlers bei einer Gesichtserkennungssoftware fälschlicherweise Probleme mit der Polizei. So sei erst Anfang des Jahres ein 28-Jähriger verhaftet worden, der mittels Gesichtserkennung vermeintlich identifiziert wurde. Hier stimmten weder Gewicht noch Größe mit der Täterbeschreibung überein. Und dennoch beschuldigten die Behörden den Mann. Erst ein deutlich sichtbares Muttermal, das dem realen Täter fehlte, bewies seine Unschuld.

Software weist offenbar bei Schwarzen Menschen öfter Fehler auf

Es sei bereit bekannt, dass die entsprechende Software bei Nicht-Weißen eine höhere Fehlerrate aufweise. Dies ergab sich aus ähnlich dokumentierten Vorfällen der vergangenen Jahre. Hier sorgte eine Gesichtserkennung für die Verhaftung Unschuldiger – ausschließlich Schwarze Menschen.

Dennoch setzen bei der Strafverfolgung viele US-Behörden auf Gesichtserkennungssoftware – beispielsweise die umstrittene Clearview AI – und ignorieren dabei auffällige Abweichungen wie etwa beim Körperbau. Einige Staaten haben die Technologie bereits verboten oder eingeschränkt. Dennoch ist sie in den USA weitestgehend unreguliert im Einsatz.

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